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Kreuzheben richtig machen: Technik, Muskeln, Fehler und Varianten

Kreuzheben richtig machen: Anleitung in 7 Schritten, beteiligte Muskeln, die 5 häufigsten Fehler und alle Varianten – erklärt von der SNF Academy.

  • Aktualisiert
  • 7 Min. Lesezeit
Kräftige Frau hebt die Langhantel beim Kreuzheben, Trainer beobachtet, Kraftraum – Kreuzheben richtig machen: Technik, Muskeln, Fehler und Varianten
Kernaussage

Das Kreuzheben beansprucht hauptsächlich die hintere Muskelkette, einschliesslich der Gesässmuskulatur (Gluteus maximus), der Oberschenkelrückseite (Hamstrings) und des unteren Rückens (Erector spinae).

Kreuzheben (englisch Deadlift) ist eine der wirksamsten Grundübungen im Krafttraining: Du hebst ein Gewicht vom Boden, bis du aufrecht stehst, und trainierst dabei Gesäss, Oberschenkelrückseite, Rückenstrecker und Griffkraft in einer einzigen Bewegung. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du Kreuzheben richtig machst, welche Muskeln arbeiten, welche Fehler du vermeiden solltest und welche Variante zu deinem Ziel passt.

Kurz gesagt: Beim Kreuzheben stehst du hüftbreit vor der Langhantel, greifst knapp ausserhalb der Beine, spannst Rumpf und Rücken an und drückst dich mit den Beinen vom Boden weg, während die Stange nah am Körper nach oben gleitet. Oben streckst du die Hüfte vollständig, ohne ins Hohlkreuz zu gehen.

Deadlift richtig machen - Im Video zeigt Daniela Isik auf, wie man Deadlift mit Kettlebell macht.

Video ansehenauf YouTube ↗

Deadlift richtig ausführen

In der Fitnessbranche ist das klassische Kreuzheben mit der Langhantel bekannter. Jedoch hat nicht jeder die entsprechenden Geräte zu Hause. Mit Kettlebell kannst Du auch zu Hause diese Übung durchführen.

Das Kreuzheben mit der Kettlebell ist eine gute Alternative zum normalen Kreuzheben, um Rücken und Beine zu trainieren. Viele Crossfit-Athleten trainieren ebenfalls mit Kettlebell, um ihre Rücken- und Beinmuskulatur zu stärken.

Kreuzheben richtig machen: Anleitung in 7 Schritten

Die folgende Anleitung beschreibt das konventionelle Kreuzheben mit der Langhantel. Sie gilt sinngemäss auch für die Kettlebell aus dem Video oben.

  1. Fussstellung: Stell dich hüftbreit hin, die Stange befindet sich über der Fussmitte, etwa zwei bis drei Zentimeter vor dem Schienbein. Die Fussspitzen zeigen leicht nach aussen.
  2. Griff: Beuge dich nach unten und greife die Stange knapp ausserhalb der Beine. Für Einsteiger eignet sich der Obergriff, bei schweren Lasten der Wechselgriff oder Zughilfen.
  3. Startposition: Beuge die Knie, bis die Schienbeine die Stange berühren. Die Hüfte liegt höher als die Knie und tiefer als die Schultern, die Schultern befinden sich knapp vor der Stange.
  4. Spannung aufbauen: Atme tief in den Bauch ein, spanne den Rumpf an und ziehe die Schulterblätter leicht nach hinten unten, als wolltest du die Achseln zusammendrücken. Der Rücken bleibt neutral, der Blick geht schräg nach unten.
  5. Abheben: Drück dich mit den ganzen Füssen vom Boden weg. Die Stange gleitet nah an Schienbeinen und Oberschenkeln nach oben, Hüfte und Schultern steigen gleichmässig.
  6. Lockout: Sobald die Stange die Knie passiert, schiebst du die Hüfte nach vorne, bis du aufrecht stehst. Spanne das Gesäss an, lehne dich aber nicht nach hinten.
  7. Absenken: Schiebe die Hüfte zuerst nach hinten, führe die Stange an den Oberschenkeln entlang und beuge die Knie erst, wenn die Stange sie passiert hat. Setze das Gewicht kontrolliert ab und baue vor der nächsten Wiederholung neu Spannung auf.

Die 5 häufigsten Fehler beim Kreuzheben

Die meisten Probleme beim Kreuzheben entstehen nicht durch zu viel Gewicht allein, sondern durch kleine Technikfehler, die sich mit steigender Last verstärken.

  • Runder Rücken: Fehlt die Rumpfspannung, rundet sich die Lendenwirbelsäule. Reduziere das Gewicht und übe den Spannungsaufbau vor jeder Wiederholung.
  • Stange zu weit vorne: Wandert die Stange vom Körper weg, verlängert sich der Hebel auf den unteren Rücken. Die Stange sollte die Beine fast berühren.
  • Hüfte schiesst zuerst hoch: Steigt die Hüfte schneller als die Schultern, wird aus dem Kreuzheben ein Rückenheben. Denke an «Boden wegdrücken» statt «Stange hochziehen».
  • Überstrecken im Lockout: Wer sich oben nach hinten lehnt, belastet die Lendenwirbelsäule unnötig. Aufrecht stehen und Gesäss anspannen genügt.
  • Ruckartiger Start: Reissen an der Stange löst die Spannung. Nimm vorher das Spiel aus der Stange, indem du sie leicht anziehst, bis sie unter Spannung steht.

Wenn das Kreuzheben trotz sauberer Technik Beschwerden auslöst, lohnt sich eine Videoanalyse mit einem qualifizierten Personal Trainer.

Welche Muskeln werden trainiert?

Beim Kettlebell Deadlifts werden der Rückenstrecker (musculus erector spinae), der Trapezmuskel (musculus trapezius), der Gluteus maximus (musculus gluteus) und der Quadriceps femoris (musculus quadriceps femoris) aktiviert.

Beim klassischen Kreuzheben mit der Langhantel arbeiten vor allem drei Muskelgruppen zusammen: Die Gesässmuskulatur und die hintere Oberschenkelmuskulatur strecken die Hüfte, der Quadrizeps streckt das Knie in der ersten Zugphase. Die autochthone Rückenmuskulatur hält die Wirbelsäule stabil, statt sie aktiv zu bewegen. Latissimus, Trapezmuskel und Unterarme halten die Stange nah am Körper und sichern den Griff.

Eine systematische Übersichtsarbeit zur Muskelaktivität zeigt, dass die Varianten die Gewichtung verschieben: Beim rumänischen Kreuzheben arbeiten die Hamstrings stärker, beim Sumo-Stil die Oberschenkelvorderseite und die Adduktoren (Martín-Fuentes et al., 2020). Einen Überblick über alle Muskelgruppen findest du im Ratgeber Muskelgruppen.

Fragen und Antworten Deadlift Muskeln

Kreuzheben Varianten: Welche passt zu dir?

Neben dem konventionellen Kreuzheben gibt es mehrere Varianten, die sich in Fussstellung, Kniebeugung und Gerät unterscheiden. Jede hat einen eigenen Schwerpunkt:

  • Rumänisches Kreuzheben: fast gestreckte Knie, Start von oben, Fokus auf Hamstrings und Gesäss.
  • Sumo-Kreuzheben: weiter Stand, Griff innerhalb der Beine, aufrechterer Oberkörper und mehr Arbeit für Oberschenkel und Adduktoren.
  • Kreuzheben mit Kurzhanteln: ideal für Einsteiger und das Training zuhause, da sich die Gewichte flexibel steigern lassen.
  • Einbeiniges Kreuzheben: einseitige Variante für Gleichgewicht, Hüftstabilität und den Ausgleich von Seitenunterschieden.
  • Kettlebell Deadlift: die Variante aus dem Video oben, gut geeignet zum Erlernen des Hüftbeugens (Hip Hinge).

Escamilla und Kollegen fanden beim Vergleich von Sumo- und konventionellem Stil, dass die Sumo-Technik die Belastung auf den unteren Rücken verringert, weil der Oberkörper aufrechter bleibt (Escamilla et al., 2000). Wer Rückenprobleme hat, sollte daher mit der Variante beginnen, bei der die Technik am saubersten gelingt.

Kreuzheben im Trainingsplan: Sätze, Wiederholungen und Häufigkeit

Wie oft und wie schwer du trainierst, hängt von deinem Ziel und deiner Erfahrung ab. Als grobe Orientierung gelten folgende Werte:

  • Einsteiger: 1 Mal pro Woche, 3 Sätze à 8 bis 10 Wiederholungen mit leichtem Gewicht, Fokus auf Technik.
  • Muskelaufbau: 1 bis 2 Mal pro Woche, 3 bis 4 Sätze à 6 bis 10 Wiederholungen, 2 bis 3 Minuten Pause.
  • Maximalkraft: 3 bis 5 Sätze à 1 bis 5 Wiederholungen mit 3 bis 5 Minuten Pause.

Da Kreuzheben das Nervensystem und den unteren Rücken stark fordert, solltest du es nicht am Tag nach schweren Kniebeugen einplanen. Viele Trainingspläne setzen die Kniebeuge und das Kreuzheben an unterschiedlichen Tagen ein oder kombinieren eine schwere mit einer leichten Variante.

Kreuzheben bei Rückenschmerzen: Was sagt die Forschung?

Die Übung gilt oft als riskant für den Rücken. Studien zeichnen ein differenzierteres Bild: In einer Untersuchung mit Patientinnen und Patienten mit unspezifischen Rückenschmerzen profitierten vor allem jene mit geringer Schmerzintensität und guter Ausgangskraft von einem Deadlift-Training (Berglund et al., 2015). Auch ein Trainingsprogramm mit Kreuzheben verbesserte in einer weiteren Studie Schmerz und Funktion (Fischer et al., 2021).

Wichtig ist eine schrittweise Steigerung: erst die Bewegung mit leichtem Gewicht lernen, dann die Last erhöhen. Bei akuten oder ausstrahlenden Schmerzen gehört die Abklärung bei einer Ärztin, einem Arzt oder in der Physiotherapie an den Anfang.

Deadlift, Kniebeugen, Ausfallschritte u.v.m. in der Personal Trainer Ausbildung

In der Personal Trainer Ausbildung gibt es über 500 Videos und Fotos von Fitnessübungen, welche detailliert erklärt werden.

Die Fitness-, Wellness- und Gesundheitsbranche gilt als eine der wenigen Branchen, die in den letzten 15 Jahren stark gewachsen sind. Die Bedeutung von Gesundheitsförderung im Zeitalter der Digitalisierung und Globalisierung nimmt immer mehr zu.

Auf die Gesundheit achten

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Wenn wir leistungsfähig bleiben wollen, dann müssen wir auf unsere Gesundheit achten.Durch den Leistungsdruck in der Gesellschaft und Wirtschaft sind sehr viele Menschen in Dysbalance. Diese Menschen brauchen professionelle Unterstützung von Menschen, welche nicht nur einen gesunden Lifestyle leben, sondern auch in der Lage sind, dieses Wissen zu vermitteln. Durch die oben genannten Faktoren entstehen neue Märkte und Möglichkeiten für Personal Trainer und Ernährungscoaches.​

Personal Trainer werden und individuelle Trainings anbieten

Individuelle Personaltrainings und professionelle Ernährungsberatungen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Wenn man wirkliches Interesse an Menschen hat und sie in ihren gesundheitlichen Fragen, bzw. Anliegen unterstützen möchte, dann stehen die Chancen hervorragend, dass man als Personal Trainer oder Ernährungscoach unabhängig, eigenständig und frei arbeiten kann.

Erfahre mehr über die Personal Trainer Ausbildung hier

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Personal Branding in der Fitnesswelt

Alle Varianten als Video

Die SNF Academy hat Kreuzheben mit eigenen Videos festgehalten. Hier siehst du alle 8 Varianten, jeweils mit dem Titel des Videos. Sie laufen ohne Ton in einer Schleife, sobald du sie siehst. Weitere Übungen findest du in den Übungsvideos. Wie du diese Übungen als Personal Trainer vermittelst, lernst du in der Personal Trainer Ausbildung.

Kreuzheben

Kreuzheben mit einer Langhantel (Ansicht 1)
Kreuzheben mit einer Langhantel (Ansicht 2)
Sumo-Kreuzheben
Kreuzheben mit einem Kettlebell (Ansicht 1)
Kreuzheben mit einem Kettlebell (Ansicht 2)
Kreuzheben mit einem Terraband
Rumänisches Kreuzheben an der Smithmachine / Multipresse
Rumänisches Kreuzheben mit einer Langhantel

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.

Birol Isik, Gründer der SNF Academy der SNF Academy
Über den Autor

Birol Isik

Birol Isik ist Schweizer Unternehmer, Mentor, Mindset Coach und Gründer der SNF Academy. Seine Schwerpunkte liegen unter anderem auf Coaching, Kommunikation, Selbstführung und beruflicher Entwicklung. Als Berater und Coach begleitet er Menschen seit 2005.

Zum Profil birolisik.ch

Häufige Fragen.

Die wichtigsten Antworten zum Beitrag – kurz und verständlich.

Ist Kreuzheben gut für den Rücken?

Ja, wenn es korrekt ausgeführt wird. Kreuzheben stärkt die Rückenmuskulatur, was zur Verbesserung der Haltung und zur Reduzierung von Rückenschmerzen beitragen kann.

Kann Kreuzheben bei Rückenschmerzen helfen?

Achtung: Es kann helfen, die Rückenmuskulatur zu stärken, aber es sollte mit Vorsicht und unter fachkundiger Anleitung ausgeführt werden, besonders wenn bereits Rückenprobleme bestehen.Ein qualifizierter Personal Trainer kann dabei dich unterstützen

Ist Kreuzheben auch für die Bauchmuskulatur effektiv?

Indirekt ja. Obwohl es nicht als primäre Bauchübung gilt, fordert das Kreuzheben die Stabilisierung durch die Bauchmuskeln.

Beeinflusst Kreuzheben die Körperhaltung?

Regelmässiges Training kann zur Verbesserung der Körperhaltung beitragen, da es die für die Haltung wichtigen Muskeln stärkt.

Kann ich abnehmen, wenn ich regelmässig Deadlifts ausführe?

Kreuzheben kann Teil eines Gewichtsverlustprogramms sein, da es viele Muskeln aktiviert und den Stoffwechsel anregt. Allerdings sollte es mit einer ausgewogenen Ernährung und anderen Trainingsformen kombiniert werden.

Wie wichtig ist die Technik, wenn es um Deadlifts geht?

Eine korrekte Technik ist entscheidend, um Verletzungen vorzubeugen. Dazu gehört ein gerader Rücken, das Anheben aus den Beinen und Hüften, nicht aus dem Rücken, und das Halten der Hantel nahe am Körper.

Gibt es verschiedene Arten von Deadlift?

Ja, es gibt verschiedene Varianten, wie das Sumo-Kreuzheben, das konventionelle Kreuzheben und das rumänische Kreuzheben, die unterschiedliche Muskeln ansprechen.

Kann Deadlift die Sprungkraft verbessern?

Ja, es kann helfen, da es die Kraft in den Beinen und der Hüfte erhöht, was für Sprungbewegungen wichtig ist.

Quellen

  1. 1

    Escamilla RF, Francisco AC, Fleisig GS et al. A three-dimensional biomechanical analysis of sumo and conventional style deadlifts. Med Sci Sports Exerc. 2000;32(7):1265–1275. PubMed

  2. 2

    Martín-Fuentes I, Oliva-Lozano JM, Muyor JM. Electromyographic activity in deadlift exercise and its variants. A systematic review. PLoS One. 2020;15(2):e0229507. PubMed

  3. 3

    Berglund L, Aasa B, Hellqvist J, Michaelson P, Aasa U. Which patients with low back pain benefit from deadlift training? J Strength Cond Res. 2015;29(7):1803–1811. PubMed

  4. 4

    Fischer SC, Calley DQ, Hollman JH. Effect of an exercise program that includes deadlifts on low back pain. J Sport Rehabil. 2021;30(4):672–675. PubMed