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Grundlagen Coaching im Überblick: Wege und nächste Schritte

Grundlagen Coaching im Überblick: Begriffe, Formen, Ablauf, Studienlage und alle Wege in den Beruf. Mit Links zu den vertiefenden Beiträgen der SNF Academy.

  • 10 Min. Lesezeit
Lächelnde Frau mit Tablet in einem Café am Seeufer, Glas-Panel «Grundlagen Coaching im Überblick», Ausbildung der SNF Academy
Kernaussage

Coaching ist eine strukturierte Begleitung mit Zielen, kleinen Schritten und Rückblick.

Zum Thema Coaching gibt es viele Seiten, Begriffe und Angebote, und es ist nicht leicht zu erkennen, wo du anfangen sollst. Dieser Überblick ist die Landkarte: Er erklärt die wichtigsten Begriffe kurz, zeigt die Teilthemen und verweist auf die Beiträge, die jeweils tiefer gehen.

Er richtet sich an drei Gruppen: an Menschen, die Coaching selbst nutzen möchten, an Fachpersonen aus Fitness, Ernährung und Gesundheit, die Coaching in ihre Arbeit einbauen wollen, und an alle, die aus Coaching einen Beruf machen möchten.

Geschrieben ist der Beitrag von Birol Isik, Gründer der SNF Academy, die seit 2005 ausbildet. Gemeinsam mit Daniela Isik, Dozentin der SNF Academy, hat er in Coaching, Beratungen, Kursen und Ausbildungen über 10’000 Menschen begleitet.

Überblick: Welche Formen von Coaching gibt es?

Je nach Thema und Zielgruppe hat Coaching verschiedene Schwerpunkte. Die Tabelle zeigt die Formen, die für die SNF Academy relevant sind, und die Seite, die dazu weiterführt:

FormSchwerpunktFür wen interessantWeiterführend
GesundheitscoachingGewohnheiten, Bewegung, AlltagMenschen mit Veränderungswunsch, FachpersonenBewegungs- und Gesundheitsmanagement
FitnesscoachingTraining, Technik, MotivationPersonal Trainer, FitnessinstruktorenAls Personal Trainer arbeiten
ErnährungscoachingEssverhalten, Planung, AlltagErnährungscoaches, QuereinsteigendeAls Ernährungscoach arbeiten
Business-CoachingAngebot, Kundengewinnung, MarkenaufbauSelbstständige und GründendeBusiness-Coaching für Ernährungscoaches

Die Grundlagen sind überall gleich: Ziel, Ist-Zustand, Hindernis, nächster Schritt. Was sich unterscheidet, sind Fachwissen und Rahmen.

Was gehört zu den Grundlagen von Coaching?

Die Grundlagen bestehen aus Haltung, Struktur und Fachwissen. Die Haltung heisst: zuhören, fragen, nicht belehren. Die Struktur heisst: Erstgespräch, Standortbestimmung, Ziele in kleinen Schritten, Begleitung, Auswertung. Das Fachwissen heisst: Du weisst genug über Training und Ernährung, um verlässliche Informationen zu geben, und du kennst deine Grenzen.

Eine ausführliche Erklärung mit Ablauf, Begriffen und Studienlage findest du im Beitrag Grundlagen Coaching: Was dahintersteckt und wie es funktioniert. Er ist der beste Einstieg, wenn du das Thema zum ersten Mal ordnest.

Du willst Training fachlich fundiert planen und Menschen professionell begleiten?

Welche Fehler passieren am häufigsten?

Typische Anfängerfehler sind zu viele Ratschläge, zu grosse Ziele, fehlende Auswertung, übertriebene Versprechen und unklare Grenzen. Der Beitrag Grundlagen Coaching: Häufige Fehler und wie du sie vermeidest beschreibt sieben davon mit Erkennungszeichen und Gegenmassnahme und enthält eine Checkliste für deinen nächsten Termin.

Was sagt die Forschung insgesamt?

Die Forschung zu Coaching ist breit, aber die Qualität der Studien schwankt. Vier Ergebnisse helfen bei der Einordnung:

  • Bewegung: Eine Metaanalyse mit acht Studien bei Menschen mittleren Alters fand einen kleinen, signifikanten Effekt von Gesundheitscoaching auf die körperliche Aktivität (SMD 0,34). Bei depressiven Symptomen gab es keinen signifikanten Effekt, die Studien hatten meist ein erhebliches Verzerrungsrisiko, und 99,1 Prozent der Teilnehmenden waren Frauen (Quelle 1).
  • Arbeitsplatz: Eine Übersicht über 14 Studien mit 17 Interventionen zu Coaching für Bewegung bei der Arbeit fand in allen 17 eine Verbesserung bei mindestens einem Aktivitätswert, in zwölf davon signifikant. Methoden und Kanäle unterschieden sich stark, das Verzerrungsrisiko war moderat bis hoch (Quelle 2).
  • Dauerhaftigkeit: Von 90 randomisierten Studien wurden 14 mit mindestens 24 Wochen Nachbeobachtung ausgewertet. In je drei Studien aus Rehabilitation und Prävention zeigte sich eine signifikante Langzeitwirkung. Die Autorinnen und Autoren sehen eine Forschungslücke (Quelle 3).
  • Typ-2-Diabetes: In 20 randomisierten Studien mit insgesamt 3222 Teilnehmenden zeigte Gesundheitscoaching einen kleinen, statistisch signifikanten Effekt auf den Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c (g = 0,29). Gesundheitscoaching wurde bisher uneinheitlich eingesetzt, und die Ergebnisse waren gemischt (Quelle 4).

Zusammengefasst: Coaching kann Verhalten unterstützen, ist aber kein Wundermittel. Ein spezifisches, evidenzbasiertes Kompetenzmodell für Gesundheitscoaches fehlt laut einer systematischen Übersicht, was die Bedeutung einer guten Ausbildung unterstreicht (Quelle 5). Coaches sollten deshalb Begleitung statt Resultate versprechen.

Wie läuft ein Coaching in fünf Schritten ab?

Unabhängig vom Thema folgt ein Coaching meist demselben Ablauf. Wer ihn kennt, erkennt auch bei Angeboten anderer, ob sie nach Coaching aussehen oder nur so heissen.

  • Erstgespräch und Auftragsklärung: Ziel, Zeitrahmen, Erwartungen und Rahmen werden besprochen und festgehalten.
  • Standortbestimmung: Gewohnheiten, Alltag, bisherige Versuche, Ressourcen und Hindernisse werden erfasst, ohne Bewertung.
  • Ziele und kleine Schritte: Aus dem grossen Ziel werden Wochenziele, die sichtbar und messbar sind.
  • Begleitung und Rückmeldung: In regelmässigen Terminen wird besprochen, was gelungen ist, was nicht und was sich ändert.
  • Auswertung und Abschluss: Ihr schaut zurück und klärt, wie die Person ohne Coach weitermacht.

Der Rhythmus der Termine, die Dauer und die Kanäle (vor Ort, Video, Telefon) hängen vom Angebot ab. Wichtig ist, dass beide Seiten vorher wissen, was sie erwartet. Jeder Schritt ist im Beitrag zu den Grundlagen ausführlicher beschrieben.

Worin unterscheiden sich Coaching, Beratung und Training?

Die Begriffe werden oft vermischt. Beratung gibt eine Empfehlung, Training führt eine Übung an, und Coaching begleitet die Person bei der eigenen Lösung. In der Praxis überschneiden sich alle drei. Ein Personal Trainer, der eine Übung korrigiert, trainiert. Wenn er danach fragt, wie die Woche war und was sich ändern soll, coacht er. Und wenn er einen Plan erklärt, berät er.

Für dich als künftige Fachperson heisst das: Du brauchst alle drei Rollen und musst im Gespräch bewusst zwischen ihnen wechseln. Wer nur berät, erzeugt Abhängigkeit. Wer nur fragt, bleibt oft unverbindlich. Die Kunst liegt darin, im richtigen Moment die passende Rolle zu übernehmen.

Welche Fähigkeiten braucht ein Coach?

Eine systematische Übersicht identifizierte neun Schlüsselkompetenzen, die bei Fachpersonen im Gesundheitscoaching mit erfolgreichen Ergebnissen verbunden waren (Quelle 5). Für die Praxis lassen sie sich in drei Gruppen ordnen: Gesprächsführung, Fachwissen sowie Struktur und Haltung. Gesprächsführung bedeutet, aktiv zuzuhören, offene Fragen zu stellen und zusammenzufassen. Fachwissen heisst, in Training, Ernährung und Gesundheit verlässlich Auskunft zu geben und die eigenen Grenzen zu kennen. Struktur und Haltung meint, Ziele zu klären, Rückmeldung einzuholen, vertraulich zu arbeiten und nicht zu belehren.

Diese Fähigkeiten wachsen nicht von allein. Sie brauchen Wissen, Übung und Rückmeldung. Genau deshalb ist eine Ausbildung, die Fachwissen und Gesprächsführung verbindet, ein sinnvoller Anfang.

Wo wird Coaching eingesetzt?

Coaching kommt in vielen Umfeldern vor. Typische Einsatzfelder für Fitness- und Ernährungscoaches sind Personal Training im Fitnessstudio oder im Outdoor-Training, Ernährungsbegleitung im Einzelsetting oder in Gruppen, betriebliches Gesundheitsmanagement für Teams und Online-Programme mit regelmässigen Rückmeldungen. Ein weiteres Feld sind Sportvereine, in denen Trainerinnen und Trainer Athletinnen und Athleten über eine Saison begleiten.

Wer Coaching als Beruf in Betracht zieht, sollte zudem früh klären, welche Zielgruppe ihn anspricht. Menschen, die abnehmen möchten, Berufstätige mit wenig Zeit, Seniorinnen und Senioren, Sportvereine oder Betriebe haben unterschiedliche Anliegen, und jedes Anliegen verlangt einen eigenen Rahmen. Je klarer deine Zielgruppe, desto leichter fällt es dir, Fachwissen, Angebot und Sprache darauf abzustimmen. Dieses Wissen lässt sich Schritt für Schritt aufbauen und mit jeder Begleitung vertiefen. Hilfreich ist auch, früh zu notieren, welche Fragen dir leichtfallen und welche nicht, denn daraus ergibt sich dein persönlicher Lernplan für die ersten Monate.

Je nach Einsatzfeld verändern sich Rahmen und Ton, die Grundlagen bleiben gleich. Wer sie beherrscht, kann in mehreren Feldern arbeiten und sein Angebot später ausbauen, etwa um Gruppenkurse, Online-Begleitung oder Firmenangebote.

Welche Seite passt zu deiner Situation?

Je nach Ausgangslage passt ein anderer Einstieg:

Deine SituationNächster Schritt
Du willst verstehen, was Coaching istGrundlagen Coaching: Was dahintersteckt (siehe oben)
Du hast schon gecoacht und willst besser werdenHäufige Fehler und wie du sie vermeidest (siehe oben)
Du willst wissen, wie der Beruf aussiehtCoach werden und Coaching-Ausbildung in der Schweiz
Du hast konkrete AnfängerfragenCoaching: Fragen und Antworten
Du bist Ernährungscoach und suchst ErgänzungCoaching für Ernährungscoaches
Du willst selbstständig werden und Kunden gewinnenMarketing-Coaching in der Schweiz und die Business Masterclass

Wenn du dir unsicher bist, nimm das Strategiegespräch am Ende dieses Beitrags: Es hilft dir, die passende Seite und den passenden Weg zu finden.

Wie wird aus Coaching ein Beruf?

Der Weg in den Beruf ist gut planbar: Zuerst Fachwissen, dann Praxis, dann das eigene Angebot. Viele Teilnehmende der SNF Academy starten nebenberuflich und machen ihr Hobby Schritt für Schritt zum Beruf.

Die fachliche Basis legt die Fitness-Ausbildung der SNF Academy mit den Abschlüssen «dipl. Personal Trainer SNFA» und «dipl. Ernährungscoach SNFA». Du lernst 100 % online, hast 365 Tage Zugang pro Baustein und bestimmst dein Tempo. Wer sich gezielt auf eine Rolle konzentriert, findet mehr zur Personal-Trainer-Ausbildung oder zur Ernährungscoach-Ausbildung. Wie Teilnehmende die Ausbildung erleben, beschreibt die Seite Erfahrungen mit der Ernährungscoach-Ausbildung.

Die Personal-Trainer-Ausbildung ist durch QualiCert geprüft und anerkannt. Absolventinnen und Absolventen verfügen über vertieftes Wissen und können Kunden im Fitnessstudio, im Outdoor-Training oder in Sportvereinen professionell beraten und betreuen. Wir empfehlen unseren Teilnehmenden, erste praktische Erfahrungen im Fitnessstudio zu sammeln und sich laufend weiterzuentwickeln. Nach der Ausbildung kannst du dich durch QualiCert zertifizieren lassen. Bei Fragen nimm unverbindlich Kontakt mit unseren Expertinnen und Experten auf.

Für die Selbstständigkeit ergänzt die Business Masterclass das Fachwissen. Viele Teilnehmende nutzen nach der Ausbildung das individuelle Coaching mit Birol Isik zu Selbstständigkeit, Kundengewinnung und Markenaufbau. Birol Isik begleitet dich auf diesem Weg. Weitere Bausteine der SNF Academy sind Content Creation, Branding, Kommunikation und der Aufbau eines eigenen Online-Kurses.

Wo findest du die SNF Academy im Netz?

Persönliche Einblicke zu Birol Isik, dem Gründer der SNF Academy, findest du auf www.birolisik.ch, zu Daniela Isik, Dozentin der SNF Academy, auf www.danielaisik.ch. Für Sichtbarkeit, Positionierung und Kundengewinnung steht www.onspire.ch bereit. Die Lernplattform der SNF Academy erreichst du unter www.snfa-campus.ch. Dort lernst du in deinem Tempo, mit Videos, Skripten, Checklisten und Quizzen, jederzeit und von überall.

Dein nächster Schritt

Entscheide dich für eine Zeile aus der Tabelle «Welche Seite passt zu deiner Situation?» und lies den verlinkten Beitrag. Notiere danach, was du in den nächsten zwei Wochen ausprobieren willst. Wenn du daraus einen Beruf machen möchtest, hilft ein klarer Plan. Im Strategiegespräch zur Ausbildung klären Daniela Isik und Birol Isik mit dir Ziel, Zeitplan und passenden Weg. Das Gespräch ist unverbindlich.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine rechtliche, steuerliche oder ärztliche Beratung. Angaben zu unseren Ausbildungen findest du jeweils auf der verlinkten Seite.

Redaktionell und fachlich geprüft von Daniela Isik (Co-Leiterin und Dozentin) und dem Team der SNF Academy. Die belegenden Studien aus PubMed und weiteren Quellen stehen im Abschnitt Quellen.

Birol Isik, Gründer der SNF Academy
Über den Autor

Birol Isik

Birol Isik ist Schweizer Unternehmer, Mentor, Mindset Coach und Gründer der SNF Academy. Seine Schwerpunkte liegen unter anderem auf Coaching, Kommunikation, Selbstführung und beruflicher Entwicklung. Als Berater und Coach begleitet er Menschen seit 2005.

Zum Profil birolisik.ch

Häufige Fragen.

Die wichtigsten Antworten zum Beitrag, kurz und verständlich.

Was versteht man unter Grundlagen im Coaching?

Zu den Grundlagen gehören Haltung, Struktur und Fachwissen: zuhören und fragen statt belehren, ein Prozess aus Erstgespräch, Standortbestimmung, kleinen Zielen, Begleitung und Auswertung sowie ausreichend Fachwissen im jeweiligen Gebiet.

Welche Arten von Coaching gibt es?

Für die SNF Academy sind vor allem Gesundheits-, Fitness-, Ernährungs- und Business-Coaching relevant. Die Grundlagen sind gleich, Fachwissen, Rahmen und Zielgruppe unterscheiden sich je nach Form.

Wie gut ist Coaching wissenschaftlich belegt?

Es gibt viele Studien, aber ihre Qualität schwankt. Metaanalysen zeigen kleine Effekte, zum Beispiel auf körperliche Aktivität (SMD 0,34), bei hohem Verzerrungsrisiko. Coaching unterstützt Verhalten, garantiert aber keine Ergebnisse.

Wie werde ich Coach in Fitness und Ernährung?

Du startest mit einer Fachausbildung. Die Fitness-Ausbildung der SNF Academy verbindet Personal Trainer und Ernährungscoach, läuft 100 % online und gibt dir 365 Tage Zugang pro Baustein. Danach baust du praktische Erfahrung und dein Angebot auf.

Kann ich Coaching nebenberuflich anbieten?

Ja, viele Teilnehmende starten nebenberuflich und bauen ihr Angebot Schritt für Schritt auf. Für Selbstständigkeit und Kundengewinnung bietet die SNF Academy die Business Masterclass mit anschliessendem Coaching von Birol Isik.

Wo beginne ich, wenn ich unsicher bin?

Lies zuerst den Beitrag zu den Grundlagen und danach den zu den häufigsten Fehlern. Wenn du daraus einen Beruf machen willst, klärt das unverbindliche Strategiegespräch mit Daniela Isik und Birol Isik Ziel, Zeitplan und Weg.

Quellen

  1. 1

    Kwok ZC, Tao A, Chan HY: Effects of Health Coaching on Cardiometabolic Health in Middle-Aged Adults: A Systematic Review and Meta-analysis. American Journal of Health Promotion, 2023. PubMed 36322092

  2. 2

    Gawlik A, Lüdemann J, Neuhausen A, Zepp C: A Systematic Review of Workplace Physical Activity Coaching. Journal of Occupational Rehabilitation, 2023. PubMed 36849840

  3. 3

    Dejonghe LAL, Becker J, Froboese I, Schaller A: Long-term effectiveness of health coaching in rehabilitation and prevention: A systematic review. Patient Education and Counseling, 2017. PubMed 28465111

  4. 4

    Almulhim AN, Hartley H, Norman P, Caton SJ: Behavioural Change Techniques in Health Coaching-Based Interventions for Type 2 Diabetes: A Systematic Review and Meta-Analysis. BMC Public Health, 2023. PubMed 36639632

  5. 5

    Singh HK, Kennedy GA, Stupans I: Competencies and training of health professionals engaged in health coaching: A systematic review. Chronic Illness, 2022. PubMed 31948276