Wer als Personal Trainer arbeitet oder damit beginnen möchte, hört oft den Rat, «mehr Marketing» zu machen. Was das konkret heisst, bleibt meist offen. Dieser Beitrag übersetzt den Begriff in sechs Schritte, die du der Reihe nach anwenden kannst. Er stammt von Birol Isik, dem Gründer der SNF Academy.
Den Begriff und die Bausteine erklärt der Beitrag Strategisches Marketing verstehen: Personal Trainer erklärt. Hier geht es um die Umsetzung. Wie du daraus eine Marke machst, zeigt Personal Branding für Personal Trainer.
Den fachlichen und unternehmerischen Rahmen findest du auf der Seite Personal-Trainer-Ausbildung und Selbstständigkeit.
Was brauchst du, bevor du startest?
Du brauchst keine grosse Ausstattung, aber drei Dinge: eine Stunde pro Woche fest eingeplant, eine einfache Tabelle für deine Zahlen und die Bereitschaft, Dinge auszuprobieren und wieder zu verwerfen. Strategisches Marketing ist kein einmaliges Projekt, sondern ein Kreislauf aus Planen, Handeln und Auswerten.
Halte vorab drei Sätze schriftlich fest: Wen möchte ich begleiten? Wobei helfe ich konkret? Woran merke ich in drei Monaten, dass es funktioniert? Diese Sätze sind dein Kompass für alle Schritte.
Schritt 1: Wie klärst du deine Zielgruppe?
Beschreibe zwei bis drei Personen, die du gern begleitest: mit Alltag, Hürden und Wünschen. Eine berufstätige Mutter braucht andere Zeitfenster und andere Worte als ein Mann Anfang 60, der nach einer Pause wieder einsteigen möchte. Je genauer das Bild, desto leichter fallen Botschaft und Kanal.
Die Zielgruppe bestimmt auch, was Menschen von dir erwarten. Eine Querschnittsbefragung mit 627 Personen in Australien fand, dass Kundinnen und Kunden von Personal Trainern häufig Wissen und Gespräche zu gesunder Ernährung, Muskelaufbau und Gewichtsabnahme erwarten, und etwa die Hälfte auch zu Ernährung bei chronischen Erkrankungen. Von den 334 Befragten, die einen Trainer hatten, erhielten 98 Prozent Ernährungsberatung, und die Hälfte war damit zufrieden. Die Autoren warnen, dass diese Erwartungen Trainer zu Beratung über den eigenen Zuständigkeitsbereich hinaus drängen können (Quelle 1).
Für dich heisst das: Kläre früh, wofür du zuständig bist und wo dein Angebot endet. Wer Training und Ernährung sauber trennt oder mit einer Zusatzausbildung abdeckt, kann beides klar kommunizieren. Bei der SNF Academy bilden viele Teilnehmende beides aus, Training und Ernährungscoaching.
Du willst als Personal Trainer selbstständig werden und Kundinnen und Kunden gewinnen?
Schritt 2: Wie formulierst du dein Angebot?
Ein Angebot beschreibt, was Kundinnen und Kunden bekommen: Inhalt, Rahmen, Dauer und Ziel. Schreibe es in einem Satz, den auch ein Laie versteht. Gelingt das nicht, ist das Angebot noch zu unscharf.
Eine Möglichkeit, mehr Menschen zu erreichen und zugleich Nähe zu schaffen, ist das Kleingruppenformat. In einer Befragung unter 98 Mitgliedern eines Fitnessstudios in den USA erhielten die Teilnehmenden in Gruppen von bis zu sechs Personen individuelle Betreuung. Die Zufriedenheit damit hing mit der Erfüllung psychologischer Grundbedürfnisse, selbstbestimmter Motivation, Lebenszufriedenheit und Vertrauen in die eigene Fähigkeit zusammen (Quelle 2).
Nimm das als Anregung, nicht als Beweis. Die Studie war eine Momentaufnahme ohne Vergleichsgruppe. Sie macht aber Mut, neben dem Einzeltraining ein Gruppenangebot zu prüfen, das auf Zugehörigkeit setzt.
Zur Preisgestaltung nur so viel: Sie folgt deinem Wert, deinem Aufwand und deinem Markt. Zahlen nennen wir hier bewusst nicht, denn die richtige Höhe hängt von deiner Situation ab. In der Business Masterclass erarbeitest du sie mit Vorlagen und Beispielen.
Schritt 3: Welche Kanäle passen zu dir?
Sichtbar wirst du dort, wo deine Zielgruppe sucht. Für Personal Trainer sind das meist vier Bausteine:
- Google-Eintrag und Website: Hier suchen Menschen gezielt nach einem Trainer in ihrer Nähe. Eine klare Seite mit Angebot, Standort und Kontakt ist die Basis.
- Social Media: Hier entsteht Vertrauen durch Einblicke, Inhalte und Persönlichkeit.
- Empfehlungen und Netzwerk: Zufriedene Kundschaft, Fitnessstudios, Arztpraxen und Firmen bringen oft die passendsten Anfragen.
- Bewertungen: Rückmeldungen Dritter wirken glaubwürdiger als jede eigene Beschreibung.
Eine Befragung von 200 Patientinnen und Patienten einer sportmedizinischen Praxis stützt diese Gewichtung. 96,5 Prozent nutzten soziale Medien, aber nur 15,5 Prozent suchten damit nach einem Arzt. Google war mit 50,5 Prozent der häufigste Weg, und laut den Autoren spielten Empfehlungen, Online-Bewertungen und Ratings eine grössere Rolle als die sozialen Medien (Quelle 3). Das Ergebnis stammt aus einem anderen Berufsfeld, taugt aber als Denkanstoss.
Wähle zu Beginn nicht alle Kanäle, sondern ein bis zwei, und bleibe über mehrere Monate dabei. Regelmässigkeit schlägt Perfektion. Konkrete Hilfen findest du bei Social-Media-Marketing und Empfehlungsmarketing für Personal Trainer und Ernährungscoaches.
Schritt 4: Wie gestaltest du das Erstgespräch?
Das Erstgespräch entscheidet, ob aus einer Anfrage ein Kunde wird. Es sollte leicht zugänglich, ehrlich und persönlich sein. Ein kurzes Gespräch, bei dem du zuhörst, bevor du etwas anbietest, wirkt meist besser als ein vorbereiteter Vortrag.
Die Interviews mit zwölf erfahrenen Trainern in Serbien weisen in dieselbe Richtung. Die befragten Trainer betonten einen ganzheitlichen Ansatz mit psychosozialer Unterstützung und sahen Lücken bei Modellen der Verhaltensänderung und beim fragenden Gespräch (Quelle 4). Die Stichprobe ist klein, die Aussagen sind subjektiv. Als Anregung für den Aufbau eines Gesprächs sind sie nützlich.
Ein einfacher Ablauf: Ziel erfragen, Ausgangslage klären, Möglichkeiten zeigen, nächsten Schritt vereinbaren. Kein Druck, keine künstliche Verknappung. Genau diesen vertrauensbasierten Ansatz lehrt Birol Isik in der Business Masterclass.
Schritt 5: Wie betreust du neue Kunden?
Marketing endet nicht mit dem Abschluss. Zufriedene Kundschaft bleibt, empfiehlt weiter und liefert Rückmeldungen, die du für Botschaft und Auftritt nutzen kannst. Plane deshalb in den ersten Wochen feste Termine, setze erreichbare Ziele und frage nach, wenn jemand ausbleibt, persönlich und ohne Vorwurf.
Bitte nach etwa zwei Monaten um eine ehrliche Rückmeldung und frage, ob sie einer Veröffentlichung zustimmen. Kundenstimmen sind der wirksamste Teil des Vertrauensbausteins, weil sie von aussen kommen. Veröffentliche sie nur mit Einverständnis und ohne Heilversprechen.
Schritt 6: Welche Kennzahlen verfolgst du?
Du brauchst nicht viele, aber die richtigen. Beginne mit vier Werten, die du einmal pro Monat notierst.
| Kennzahl | So rechnest du | Was sie dir zeigt |
|---|---|---|
| Anfragen | Anzahl neuer Interessenten im Monat | Ob deine Sichtbarkeit wirkt |
| Abschlussquote | Gebuchte Kunden geteilt durch Anfragen | Ob Erstgespräch und Angebot überzeugen |
| Dauer der Zusammenarbeit | Durchschnittliche Zeit, die Kunden bleiben | Ob die Betreuung trägt |
| Empfehlungen | Anzahl Kunden, die über Empfehlung kommen | Ob Zufriedenheit weiterwirkt |
Trage die Zahlen in eine einfache Tabelle ein. Nach drei Monaten siehst du Muster. Stagnieren die Anfragen, arbeite an der Sichtbarkeit. Entstehen wenige Buchungen, überprüfe das Erstgespräch. Bleiben Kunden nur kurz, schau dir die ersten Wochen an.
Wie sieht ein Wochenplan für den Einstieg aus?
Damit die sechs Schritte nicht Theorie bleiben, hilft ein fester Rhythmus. Ein Vorschlag für eine Stunde pro Woche, der sich bewährt hat:
- Erste Woche: Zielgruppe in drei Sätzen aufschreiben und einer Person aus dem Umfeld vorlesen.
- Zweite Woche: Angebot in einem Satz formulieren und den Google-Eintrag mit Angebot, Standort und Kontakt ergänzen.
- Dritte Woche: Einen Kanal wählen und drei Beiträge oder Gespräche planen.
- Vierte Woche: Ablauf des Erstgesprächs aufschreiben und mit einer Freundin oder einem Freund üben.
- Danach jeden Monat: Zahlen notieren, eine Sache verbessern, eine Sache weglassen.
So entsteht ohne Druck ein Kreislauf. Nach einem Quartal hast du ein klares Bild, was funktioniert, und eine Grundlage für Entscheidungen, statt aus dem Bauch zu handeln.
Was bleibt unsicher?
Die Studien in diesem Beitrag stammen aus Australien, den USA und Serbien und aus unterschiedlichen Bereichen. Sie sind klein, regional oder zeigen Zusammenhänge statt Ursachen. Für die Schweiz und für deine Region gelten sie als Hinweise, nicht als Regel.
Auch das Ergebnis deiner Marketingarbeit hängt vom Gesamtkonzept, von der Strategie und davon ab, ob du Werte und Art der Kundenbetreuung authentisch lebst. Wir versprechen deshalb keine bestimmte Zahl an Kunden. Wir zeigen dir, wie du systematisch arbeitest und aus Zahlen lernst.
Wie bringst du Fachwissen und Business zusammen?
Für den Aufbau eines eigenen Angebots hilft die Kurs Selbstständigkeit mit der Business Masterclass von Birol Isik. Sie behandelt Positionierung, Marketing, Digital-Marketing, Verkauf und Kundengewinnung in fünf Modulen, mit Videos, Vorlagen, Checklisten und Downloads. Die Module im Überblick:
- Modul 1: Vorbereitung, Mindset und Organisation, inklusive Administration, Versicherungen und Buchhaltung für Selbstständige in der Schweiz.
- Modul 2: Marktanalyse, Positionierung, Produktentwicklung und Branding.
- Modul 3: Grundlagen des Marketings, Kanäle und Content-Strategie.
- Modul 4: Sichtbarkeit im Internet mit Digital-Marketing, klassischem SEO und Tools.
- Modul 5: Kundengewinnung und Verkauf, Verkaufspsychologie, Fragetechniken und Vorlagen für Angebote und Verträge.
Wie sich Administration und Marketing im Alltag verbinden lassen, zeigt der Beitrag Administration und Marketing im Alltag eines Personal Trainers.
Das lernst du in der Ausbildung der SNF Academy
Das fachliche Fundament bildest du in drei Wegen:
- Personal Trainer: 12 Module plus Bonus mit Anatomie, Training und Betreuung. Abschluss «dipl. Personal Trainer:in SNFA».
- Ernährungscoach: 9 Module plus Bonus mit Grundlagen der Biologie, Makronährstoffen und Ernährungscoaching. Abschluss «dipl. Ernährungscoach SNFA».
- Fitness Kombi Paket: beide Ausbildungen mit beiden Diplomen.
Die Inhalte beruhen auf den Erfahrungen von Birol Isik und Daniela Isik, die in Coaching, Beratungen, Kursen und Ausbildungen bereits über 10’000 Menschen begleitet haben. Du lernst 100 % online, ohne Präsenzpflicht, mit 365 Tagen Zugang und einer Online-Abschlussprüfung (Multiple-Choice, 90 Minuten). Prüfungsvorbereitungsdokumente gibt es bei jedem prüfungsrelevanten Modul.
Persönlichen Support erhältst du von Daniela Isik und Birol Isik.
Wie ist die Ausbildung anerkannt?
Die Personal-Trainer-Ausbildung ist durch QualiCert geprüft und anerkannt. Absolventinnen und Absolventen verfügen über vertieftes Wissen und können Kunden im Fitnessstudio, im Outdoor-Training oder in Sportvereinen professionell beraten und betreuen. Wir empfehlen unseren Teilnehmenden, erste praktische Erfahrungen im Fitnessstudio zu sammeln und sich laufend weiterzuentwickeln. Nach der Ausbildung kannst du dich durch QualiCert zertifizieren lassen. Bei Fragen nimm unverbindlich Kontakt mit unseren Expertinnen und Experten auf.
Was ist dein nächster Schritt?
Wenn du mit den sechs Schritten starten möchtest, aber Unterstützung wünschst, hilft das Strategiegespräch zur Ausbildung. Daniela Isik und Birol Isik klären mit dir unverbindlich Ziel, Zeitplan und passenden Weg. Viele Teilnehmende ergänzen die Ausbildung mit dem individuellen Coaching von Birol Isik. Er begleitet dich auf dem Weg in die Selbstständigkeit, bei Kundengewinnung und Markenaufbau.
Persönliche Einblicke zu Birol Isik, dem Gründer der SNF Academy, findest du auf www.birolisik.ch, zu Daniela Isik, Dozentin der SNF Academy, auf www.danielaisik.ch. Für Sichtbarkeit, Positionierung und Kundengewinnung steht www.onspire.ch bereit. Die Lernplattform der SNF Academy erreichst du unter www.snfa-campus.ch. Dort lernst du in deinem Tempo, mit Videos, Skripten, Checklisten und Quizzen, jederzeit und von überall.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine rechtliche, steuerliche oder ärztliche Beratung. Angaben zu unseren Ausbildungen findest du jeweils auf der verlinkten Seite.
Dein nächster Schritt: Personal Trainer Ausbildung mit Business Masterclass oder Personal Trainer Ausbildung ansehen. Direkt starten: Personal Trainer Business Paket im Shop.
Redaktionell und fachlich geprüft von Daniela Isik (Co-Leiterin und Dozentin) und dem Team der SNF Academy. Die belegenden Studien aus PubMed und weiteren Quellen stehen im Abschnitt Quellen.















