Dein Schuljahr hat einen festen Takt: Unterricht, Vorbereitung, Korrekturen, Elterngespräche, dazwischen Ferien. Wer so arbeitet, kennt Phasen, in denen kaum Luft bleibt, und Phasen, in denen sich Neues anpacken lässt. Genau diese Rhythmen entscheiden, ob ein Fernstudium neben dem Beruf gelingt.
Dieser Artikel richtet sich an Lehrpersonen, auch an Sportlehrpersonen, die Personal Training lernen möchten. Er zeigt, was dein Unterrichtswissen mitbringt, wo Personal Training anders funktioniert und wie du das Lernen ins Schuljahr einplanst. Fachliche Aussagen stützen wir auf gelesene Studien aus PubMed und nennen ihre Grenzen.
Was kannst du als Lehrperson schon, und was ist im Personal Training anders?
Du erklärst Inhalte so, dass sie bei verschiedenen Lernenden ankommen. Du planst Lektionen, setzt Ziele, gibst Rückmeldung und beobachtest, wer mitkommt und wer nicht. Das alles brauchst du auch im Personal Training.
Anders ist der Rahmen. Statt einer Klasse betreust du eine Person oder eine kleine Gruppe, und das über Wochen oder Monate. Dein Gegenüber ist freiwillig da und bringt ein persönliches Ziel mit. Du planst nicht nach Lehrplan, sondern nach Ausgangslage, Zielen und Gründen der Kundschaft. Genau das beschreibt Modul 12 des Workbooks im Bereich Personaltraining.
Für Sportlehrpersonen kommt etwas hinzu: Du kennst Bewegungen aus dem Schulalltag, planst aber selten Kraftzyklen über mehrere Monate. Das Workbook liefert dafür die Grundlagen von Anatomie bis Trainingsplanerstellung.
Die Personal-Trainer-Ausbildung der SNF Academy mit allen Modulen und dem Abschluss dipl. Personal Trainer SNFA ist 100 % online aufgebaut. Du hast 365 Tage Zugang und bestimmst das Tempo selbst. Die Lektionen laufen im Campus auf snfa-campus.ch. Für Lehrpersonen gibt es zudem Angebote im Bereich Ernährung, die die Seite Weiterbildung als Lehrer beschreibt. Das ist ein anderes Thema als dieser Artikel.
Wie plane ich ein Fernstudium im Schuljahr?
Ein Schuljahr lässt sich gut in Phasen denken. Es gibt Wochen mit viel Unterricht, Wochen mit Prüfungen und Zeugnissen und Wochen mit mehr Luft. Der Zugang zur Ausbildung gilt 365 Tage. Du musst also nicht in den dichtesten Wochen lernen und kannst Ferien und ruhigere Phasen stärker nutzen.
Verteiltes Lernen ist dem Büffeln überlegen, wie Forschung zur Ausbildung von Gesundheitsberufen zeigt. Eine Übersichtsarbeit wertete 56 Studien aus. In 43 davon brachte verteiltes Lernen oder aktives Abrufen signifikante Vorteile gegenüber den Vergleichsgruppen (Trumble et al., 2024). Die Studien waren sehr unterschiedlich, das nennen die Autoren selbst als Grenze.
Ein Beispiel für eine Schulwoche, keine Vorgabe:
- Mittwochnachmittag: Ein Modulteil lesen und die zugehörige Lektion im Campus ansehen.
- Wochenende: Den Arbeitsbereich im Workbook ausfüllen, also Schlüsselbegriffe, Reflexionsfragen und nächste Schritte.
- Schulfreie Wochen: Einen Block für das Lernen reservieren, zum Beispiel ein ganzes Modul am Stück samt Wiederholung.
Wer jedes Modul in einer Woche bearbeitet, kommt bei zwölf Modulen rechnerisch auf zwölf Wochen. Das ist ein Rechenbeispiel. Weil die SNF Academy kein Tempo vorgibt, kannst du die Ausbildung über das ganze Jahr verteilen. Ein Fahrplan hilft dabei, er steht im Beitrag Personal-Trainer-Ausbildung: Lernplan.
Welche Module helfen dir als Sportlehrperson zuerst?
Du kannst mit dem Modul beginnen, das deine Unterrichtsfragen am besten abdeckt. Die zwölf Module bauen aufeinander auf, einzelne Teile greifen aber direkt in den Alltag.
| Situation im Unterricht oder Training | Passendes Modul im Workbook | Was du daraus mitnimmst |
|---|---|---|
| Du erklärst, wie ein Muskel arbeitet | Modul 1 (Anatomie und Physiologie) | Bewegungsapparat, Muskelgruppen, Aufbau und Kontraktion |
| Du gestaltest eine Lektion mit Aufwärmen und Auslaufen | Modul 4 (Trainingsablauf) | Aufbau einer Einheit, Häufigkeit, Dauer, Pausen, Reihenfolge |
| Schülerinnen und Schüler fragen nach Kraft und Ausdauer | Modul 2 und 3 (Motorische Fähigkeiten, Kraftsport) | Konditionelle Fähigkeiten und Koordination, Prinzipien im Krafttraining |
| Du planst über mehrere Wochen | Modul 8 (Trainingsplanerstellung) | Ganzkörper- und Split-Pläne, Periodisierung |
| Du erklärst eine Übung verständlich | Modul 6 und 12 (Übungen, Personaltraining) | Übungskatalog mit 60 Übungen, Übungen erklären, Beziehung pflegen |
Das Workbook hat 164 Seiten und gehört zur Ausbildung. Du erhältst es als Teilnehmende oder Teilnehmer nach der Anmeldung im Campus als Download. Es wird nicht einzeln verkauft und nicht öffentlich angeboten.
Wie erklärst du Übungen so, dass sie hängen bleiben?
Lehrpersonen kennen die Frage: Wie formuliere ich eine Anweisung, damit sie verstanden wird? In der Bewegungslehre gibt es dazu eine gut untersuchte Unterscheidung. Man kann die Aufmerksamkeit auf die Wirkung der Bewegung lenken (externer Fokus) oder auf die Körperteile selbst (interner Fokus).
Eine Meta-Analyse wertete 73 Studien mit 1824 Teilnehmenden zur Leistung und 40 Studien zum Lernen aus. Der externe Fokus schnitt bei Leistung und Lernen besser ab, unabhängig von Alter, Gesundheitszustand und Können. Auch die muskuläre Aktivität war effizienter (Chua et al., 2021). Für die Praxis heisst das nicht, dass jede interne Anweisung falsch ist. Die Studie zeigt Durchschnitte, und im Einzelfall entscheidest du.
Ein Beispiel für dein Training: Statt «Spann den Po an und schieb die Hüfte vor» kannst du «Drück den Boden weg» sagen. Das Workbook bietet im Modul 12 den Rahmen, Übungen verständlich zu erklären, und der Übungskatalog liefert dazu die fachliche Grundlage. Wie du Übungen aufbaust, zeigt auch der Beitrag Trainingsplan erstellen als Personal Trainer.
Was hilft beim Ziele setzen mit Kundschaft?
Im Schulalltag arbeitest du mit Lernzielen. Im Personal Training wird daraus das Gespräch über Ziele und Gründe der Kundschaft. Eine Meta-Analyse zu Zielsetzungs-Interventionen bei körperlicher Aktivität schloss 45 Artikel mit 5912 Teilnehmenden ein. Sie fand einen mittleren positiven Effekt von Zielsetzung auf das Aktivitätsverhalten (McEwan et al., 2016). Die Autoren sehen Zielsetzung als wirksame Methode über viele Gruppen und Settings hinweg.
Das ist kein Freibrief für Standardziele. Die Studie sagt nichts darüber, welche Ziele für wen passen, und sie sagt nichts über die Ausbildung der SNF Academy. Im Workbook übst du die Klärung von Ist-Zustand und Soll-Zustand. Im Erstgespräch fragst du, was jemand erreichen will und warum. Das Gespräch ist Teil der Arbeit, nicht nur Vorbereitung. Mehr dazu im Beitrag Erstgespräch als Personal Trainer.
Wie realistisch ist ein zweites Standbein neben dem Lehrberuf?
Die Arbeit in der Schule ist anspruchsvoll. Eine Meta-Analyse zu Burnout bei Sportlehrpersonen wertete 56 Studien aus. Bei insgesamt 1101 Sportlehrpersonen in 7 Studien lag die berechnete Häufigkeit von Burnout insgesamt bei 23,9 %. Die Autoren verweisen auf Einschränkungen der Studien und fordern weitere Forschung (Alsalhe et al., 2021). Die Daten stammen nicht aus der Schweiz.
Wir ziehen daraus keine Schlüsse über dich. Wir leiten daraus nur ab, dass Zeitbudget und Energie ehrlich geplant werden sollten. Das Fernstudium ist so gebaut, dass du es in deinem Tempo gehst: 365 Tage Zugang, keine festen Kurstage. Wenn eine Phase im Schuljahr zu voll ist, pausierst du das Lernen und machst später weiter. Bei gesundheitlichen Fragen sprichst du mit einer Fachperson.
Dein Alltag mit grossen Gruppen ist ein Vorteil, wenn du später Kleingruppen anleitest. Du kennst Dynamik, Lautstärke, unterschiedliche Tagesformen und das Gefühl, wenn eine Erklärung nicht ankommt. Wie Gruppentraining im Fitnessbereich aufgebaut sein kann, beschreibt die Seite Gruppenfitness. Im Personal Training erklärst du dasselbe Prinzip noch genauer, weil du die Person kennst und ihre Antworten sofort siehst. Diese Nähe ist der grösste Unterschied zum Klassenzimmer, und sie verlangt, dass du zuhörst, statt nur zu führen.
Wer sich fragt, wie Personal Training neben einer Festanstellung aussehen kann, findet Hinweise im Beitrag Personal-Trainer-Ausbildung ohne Fixtermin.
Wie nutzt du das Workbook als Arbeitsbuch?
Das Workbook ist eine Lernbegleitung, ein Arbeitsbuch und ein Nachschlagewerk. Es ersetzt weder die Lektionen noch das eigene Studium. Jedes Modul beginnt mit Lernzielen und verweist auf die passende Lektion.
- Lernziele lesen, damit du weisst, worauf das Modul hinausläuft.
- Lektion im Campus ansehen, danach den Modultext lesen.
- Evidenz-Check lesen: Er zeigt, welche Studien hinter einer Aussage stehen.
- Arbeitsbereich ausfüllen: Schlüsselbegriffe, Reflexionsfragen, eigene Erkenntnisse, nächste Schritte.
Der Übungskatalog (Seiten 60 bis 121) beschreibt 60 Übungen mit je zwei Bildern, Ausgangs- und Endposition, dazu Ausführung und beanspruchte Muskeln. Die Bewegungsvideos liegen in der Mediathek auf dem Campus. Du kannst sie für den eigenen Unterricht lesen und ausprobieren.
Ob Lernen am Bildschirm genauso wirkt, fragen viele Berufstätige. Eine Meta-Analyse zu internetbasiertem Lernen in Gesundheitsberufen wertete 201 Studien aus. Verglichen mit klassischen Formaten waren die Effekte klein und uneinheitlich, was die Autoren als ähnliche Wirksamkeit deuten (Cook et al., 2008). Die Studie betrifft Gesundheitsberufe und nicht die Ausbildung der SNF Academy.
Was bringt dir der Abschluss, und was solltest du wissen?
Die Ausbildung schliesst mit dem Titel dipl. Personal Trainer SNFA ab. Die SNF Academy besteht seit 2005 in der Schweiz. Birol Isik hat sie in Zürich gegründet, und Daniela Isik wirkt als Dozentin mit. Die Anerkennung ist klar geregelt:
Die Personal-Trainer-Ausbildung ist durch QualiCert geprüft und anerkannt. Absolventinnen und Absolventen verfügen über vertieftes Wissen und können Kunden im Fitnessstudio, im Outdoor-Training oder in Sportvereinen professionell beraten und betreuen. Wir empfehlen unseren Teilnehmenden, erste praktische Erfahrungen im Fitnessstudio zu sammeln und sich laufend weiterzuentwickeln. Nach der Ausbildung kannst du dich durch QualiCert zertifizieren lassen. Bei Fragen nimm unverbindlich Kontakt mit unseren Expertinnen und Experten auf.
Für dich als Lehrperson ist das eine Möglichkeit, fachliches Wissen zu Bewegung und Training zu vertiefen. Aussagen zu Verdienst, Anstellung oder Nebentätigkeit machen wir nicht. Sie hängen von Anstellung, Kanton und Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber ab. Klär das für deinen Fall selbst ab.
Wie startest du konkret?
Drei Schritte reichen für den Anfang. Erstens: Leg im Jahreskalender zwei ruhigere Wochen fest und plane dort einen Lernblock. Zweitens: Lies im Beitrag Personal-Trainer-Ausbildung im Fernstudium: Ablauf, was die ersten Tage bringen. Drittens: Beginne mit dem Modul, das deinem Unterricht am nächsten ist.
Die Menschen hinter der Ausbildung findest du auf birolisik.ch und danielalovric.ch. Wer nebenberuflich selbstständig arbeiten will und Sichtbarkeit aufbauen möchte, findet bei Onspire Unterstützung.
Weiterlesen
- Personal Trainer im Fernstudium: Das Workbook zur Ausbildung
- Workbook Personal Trainer: Übungskatalog, Module und Aufbau
- Ernährung online im Fernstudium lernen als Lehrperson
- Personal Training im Fernstudium lernen als Quereinsteiger
- Personal Training online im Fernstudium lernen ab 50
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Er ersetzt weder die Lektionen noch das eigene Studium und keine ärztliche oder sportmedizinische Beratung. Bei Beschwerden oder Vorerkrankungen beziehst du eine Ärztin, einen Arzt oder die Sportmedizin ein.











