Was diese wachsende Lücke zwischen Gefühl und Realität bedeutet, und warum sie ausgebildete Personal Trainer wichtiger macht denn je.
Wer heute junge Erwachsene in der Schweiz nach ihrer Fitness fragt, bekommt meistens eine positive Antwort. Viele fühlen sich fit, aktiv, trainiert. Das Problem: Wenn man nicht fragt, sondern misst, zeigt sich ein anderes Bild. Über beinahe zwei Jahrzehnte hinweg wurde bei jungen Erwachsenen im Rekrutierungsalter systematisch erhoben, wie es tatsächlich um Rumpfkraft, Ausdauer, Gleichgewicht und Körpergewicht steht – unabhängig davon, was die Betroffenen selbst darüber dachten.
Das Ergebnis ist eine der deutlichsten Diskrepanzen, die in der Schweizer Bewegungsstatistik der letzten Jahre dokumentiert wurden: Die objektiv gemessene Fitness ist gesunken. Die subjektive Einschätzung der eigenen Fitness ist im gleichen Zeitraum gestiegen. Zwei Kurven, die sich in entgegengesetzte Richtungen bewegen – und die zusammen eine wichtige Frage aufwerfen: Worauf verlassen wir uns eigentlich, wenn wir über unsere eigene Leistungsfähigkeit urteilen?
Themenbereich Fitness & Bewegung Schweiz: Dieser Beitrag gehört zur Wissensbasis der SNF Academy über Bewegung, körperliche Fitness, Training und den Schweizer Fitnessmarkt. Die gesamte Übersicht findest du unter Fitness & Bewegung Schweiz.
Was zeigt die grosse Schweizer Langzeituntersuchung genau?
Seit 2006 werden junge Erwachsene im Rekrutierungsalter – also mit rund 19 bis 20 Jahren – im Rahmen einer grossen Schweizer Langzeituntersuchung auf ihre körperliche Leistungsfähigkeit getestet. Erhoben werden dabei keine Selbstauskünfte, sondern konkrete, standardisierte Testverfahren: Wie viele Rumpfaufrichter schafft jemand in einer Minute? Wie weit reicht die Ausdauer bei einem Stufentest? Wie stabil ist das Gleichgewicht? Wie sieht das Verhältnis von Gewicht zu Grösse aus? Über beinahe 20 Jahre hinweg sind daraus rund 700'000 Datensätze entstanden – eine der grössten fortlaufenden Erhebungen zur Fitness junger Menschen in der Schweiz überhaupt.
Aus diesen Einzelwerten wird ein Gesamt-Testwert berechnet, der die verschiedenen Fähigkeiten zusammenfasst. Bei jungen Männern lag dieser Wert 2006 im Schnitt bei 74.2 Punkten. 2024 waren es noch 70.4 Punkte. Das klingt zunächst nach einer kleinen Verschiebung. In der Praxis bedeutet es: Ein relevanter Teil einer ganzen Generation ist im direkten Vergleich schwächer, weniger ausdauernd und weniger stabil unterwegs als die Generation, die 18 Jahre zuvor getestet wurde – bei gleichem Testverfahren, gleichem Alter, gleicher Methode.
Was diese Zahl besonders macht, ist nicht ihre Höhe, sondern ihr Kontext. Parallel zur Erhebung der Testwerte wurde in denselben Jahrgängen auch erfasst, wie die jungen Erwachsenen sich selbst einschätzen. Und genau hier beginnt die eigentliche Geschichte dieses Beitrags.
Warum ist gerade diese Erhebung so aussagekräftig? Weil sie nicht auf einer freiwilligen, selbst ausgewählten Gruppe beruht, sondern nahezu einen ganzen Jahrgang erfasst – über beinahe zwei Jahrzehnte hinweg, mit denselben Testverfahren. Das macht Verzerrungen durch freiwillige Teilnahme, wie sie bei klassischen Befragungen häufig vorkommen, deutlich unwahrscheinlicher. Wenn ein Wert über einen so langen Zeitraum und bei einer so grossen Zahl an Personen konsistent sinkt, handelt es sich kaum um statistisches Rauschen, sondern um eine reale Entwicklung.
Dass ausgerechnet das Rekrutierungsalter im Zentrum steht, ist kein Zufall, sondern ein methodischer Vorteil: In diesem Alter durchlaufen nahezu alle jungen Männer denselben standardisierten Ablauf, zur gleichen Zeit im Leben, mit denselben Testgeräten und denselben Massstäben. Das macht die Zahlen über Jahrgänge hinweg direkt vergleichbar – ein Vorteil, den klassische, freiwillige Fitnessstudien in dieser Grössenordnung kaum bieten können. Genau diese Konsistenz ist der Grund, warum die Entwicklung von 74.2 auf 70.4 Punkte in Fachkreisen ernst genommen wird, statt als vorübergehende Schwankung abgetan zu werden.
Warum sinkt die gemessene Fitness, während sich immer mehr Menschen als "fit" einschätzen?
2006 bezeichneten sich rund 40% der befragten jungen Erwachsenen selbst als "trainiert" oder "sportlich". 2024 waren es 56%. Mehr Menschen fühlen sich also fitter als je zuvor – während die gemessenen Werte in die entgegengesetzte Richtung zeigen. Diese Kombination aus sinkender Leistungsfähigkeit und steigendem Fitness-Gefühl ist der eigentliche Befund der Langzeituntersuchung, und er lässt sich nicht mit einer einzelnen Ursache erklären.
Ein Teil der Erklärung liegt vermutlich darin, wie sich der Alltag verändert hat. Bildschirmzeit, sitzende Tätigkeiten und ein Alltag, der viele Wege automatisch abnimmt, wirken sich schleichend auf Grundfähigkeiten wie Rumpfkraft und Ausdauer aus – ohne dass sich das im täglichen Empfinden sofort bemerkbar macht. Ein anderer Teil dürfte damit zusammenhängen, wie sich der Begriff "aktiv sein" selbst gewandelt hat: Ein Spaziergang, ein gelegentliches Fitnessstudio-Abo oder ein aktives Wochenende reichen im eigenen Empfinden oft schon aus, um sich als "sportlich" einzuordnen – unabhängig davon, ob Rumpfkraft, Ausdauer oder Koordination tatsächlich regelmässig und gezielt trainiert werden.
Bemerkenswert ist zudem, dass sich diese Entwicklung nicht auf eine einzelne Ursache reduzieren lässt. Weder lässt sie sich allein mit zu viel Bildschirmzeit erklären, noch allein mit veränderten Freizeitgewohnheiten. Wahrscheinlicher ist ein Zusammenspiel mehrerer kleiner Verschiebungen im Alltag – von der Art, wie zur Ausbildung oder Arbeit gependelt wird, bis hin dazu, wie Pausen und Freizeit heute gestaltet werden. Für die einzelne Person ist entscheidend, dass sich all diese kleinen Verschiebungen nicht von selbst im eigenen Fitness-Gefühl bemerkbar machen – sie zeigen sich erst im Test.
Genau diese Lücke lässt sich mit einem einfachen Gegenüberstellen greifbar machen.
Gefühl
"Ich mache regelmässig etwas, also bin ich sicher fit genug." Aktivität wird nach Häufigkeit und Empfinden beurteilt.
Messung
Rumpfkraft, Ausdauer und Gleichgewicht sagen oft etwas anderes – unabhängig davon, wie aktiv sich jemand fühlt.
Beide Seiten sind für sich genommen nachvollziehbar – aber sie widersprechen sich. Und solange Trainingsentscheidungen allein auf dem Gefühl beruhen, bleibt die eigentliche Ausgangslage unsichtbar. Das ist der Punkt, an dem ein ehrlicher Test mehr wert ist als jede Selbsteinschätzung.
Welche körperlichen Basisfähigkeiten werden in diesen Tests eigentlich geprüft?
Die Langzeituntersuchung stützt sich nicht auf einen einzelnen Wert, sondern auf vier Basisfähigkeiten, die zusammen ein Bild der allgemeinen körperlichen Leistungsfähigkeit ergeben. Diese vier Bereiche sind nicht zufällig gewählt: Sie decken ab, was für nahezu jede Alltagsbewegung und jede sportliche Belastung relevant ist – unabhängig von Sportart, Alter oder Trainingsziel.
Rumpfkraft
Die Fähigkeit, den Oberkörper stabil zu halten – Grundlage für Haltung, Rückengesundheit und praktisch jede andere Bewegung.
Ausdauer
Wie lange und wie ökonomisch das Herz-Kreislauf-System Belastung durchhält – ein zentraler Baustein der allgemeinen Leistungsfähigkeit.
Gleichgewicht & Koordination
Die Fähigkeit, Bewegungen kontrolliert und stabil auszuführen – oft unterschätzt, aber entscheidend für die Verletzungsvorbeugung.
BMI
Das Verhältnis von Körpergewicht zu Grösse als grober, aber breit erhobener Anhaltspunkt für die körperliche Ausgangslage.
Für sich betrachtet sagt keine dieser vier Grössen alles über die Leistungsfähigkeit eines Menschen aus. Zusammen ergeben sie aber ein deutlich ehrlicheres Bild als jede Selbsteinschätzung – und genau diese Kombination aus mehreren Messgrössen ist es, die auch professionelles Personal Training von reinem Nach-Gefühl-Trainieren unterscheidet.
Was bedeutet die Diskrepanz für die Gesundheit junger Erwachsener in der Schweiz?
Eine sinkende Grundfitness bei gleichzeitig steigendem Fitness-Gefühl ist mehr als eine statistische Kuriosität. Rumpfkraft, Ausdauer und Gleichgewicht hängen eng mit alltäglichen Beschwerden zusammen: Rückenproblemen, Haltungsschäden, geringerer Belastbarkeit im Alltag und einem höheren Verletzungsrisiko bei sportlicher Aktivität. Wenn diese Grundfähigkeiten über Jahre sinken, während sich das eigene Gefühl in die andere Richtung entwickelt, entsteht ein blinder Fleck: Wer sich für ausreichend fit hält, sucht seltener aktiv nach Verbesserung – selbst wenn objektiv Handlungsbedarf bestünde.
Besonders relevant ist das im jungen Erwachsenenalter, weil hier die Weichen für die folgenden Jahrzehnte gestellt werden. Wer mit Anfang 20 bereits unterdurchschnittliche Werte bei Rumpfkraft oder Ausdauer aufweist – sich aber für "trainiert genug" hält –, trägt dieses Missverhältnis oft unverändert in die Dreissiger und Vierziger. Genau an diesem Punkt zeigt sich, wie wichtig eine ehrliche Rückmeldung ist, bevor sich Gewohnheiten über Jahrzehnte festigen.
«"Die grösste Gefahr ist nicht mangelnde Motivation – es ist die Überzeugung, bereits fit genug zu sein, obwohl niemand das je gemessen hat. Ein ehrlicher Test ist unbequemer als ein gutes Gefühl, aber er ist der einzige Ausgangspunkt für echtes Training."»
Auch aus Sicht der allgemeinen Gesundheit ist die Entwicklung relevant. Rückenschmerzen, Haltungsprobleme und eine geringere Belastbarkeit im Alltag zählen zu den häufigsten Beschwerden überhaupt – und sie hängen eng mit genau jenen Basisfähigkeiten zusammen, die in der Langzeituntersuchung erfasst werden. Eine Generation, die sich subjektiv fitter fühlt, aber objektiv schwächer testet, trägt dieses Risiko möglicherweise unbemerkt über Jahre mit sich, bevor sich erste Beschwerden zeigen.
Diese Haltung – lieber unbequem messen als bequem vermuten – ist auch der Grund, warum professionelle Standortbestimmungen im Training zunehmend gefragt sind, gerade bei jüngeren Erwachsenen, die ihre eigene Ausgangslage bislang nie objektiv überprüft haben.
Hinzu kommt ein Aspekt, der oft übersehen wird: Selbstüberschätzung bei der eigenen Fitness wirkt sich nicht nur langfristig aus, sondern auch ganz konkret im Alltag. Wer sich für belastbarer hält, als die eigenen Basisfähigkeiten es hergeben, geht Belastungen im Beruf, im Vereinssport oder im Freizeitsport eher mit einer Sicherheit an, die durch nichts belegt ist. Genau in diesem Zwischenraum zwischen gefühlter und tatsächlicher Belastbarkeit entstehen viele der Überlastungen, die sich erst im Nachhinein als vermeidbar herausstellen.
Was heisst das für Eltern und Familien?
Für Eltern ist die Zahl aus der Langzeituntersuchung eine Einladung, genauer hinzuschauen – nicht, um Kinder oder junge Erwachsene zu verunsichern, sondern um realistisch einzuordnen, was "aktiv sein" im Alltag tatsächlich bedeutet. Ein Kind, das mehrmals wöchentlich einen Vereinssport besucht, wirkt auf den ersten Blick bewegungsaktiv. Ob dabei aber tatsächlich Rumpfkraft, Ausdauer und Koordination gezielt gefördert werden, hängt stark davon ab, wie dieser Sport gestaltet ist.
Genauso wichtig ist der Umgang mit dem eigenen Vorbild. Junge Erwachsene übernehmen Bewegungsgewohnheiten häufig aus dem eigenen Elternhaus – inklusive der Tendenz, sich selbst als "eigentlich schon aktiv genug" einzuschätzen, ohne das je überprüft zu haben. Eltern, die selbst regelmässig eine ehrliche Standortbestimmung machen, etwa im Rahmen eines begleiteten Trainings, setzen hier ein anderes Signal als Eltern, die Bewegung rein über das Gefühl definieren.
Ein einfacher, alltagstauglicher Ansatz für Familien ist, Bewegung nicht nach Häufigkeit, sondern nach Wirkung zu beurteilen: Wird tatsächlich Kraft aufgebaut, Ausdauer verbessert, Gleichgewicht trainiert – oder bleibt es bei Aktivität, die sich gut anfühlt, ohne diese Grundfähigkeiten gezielt zu fördern? Diese Unterscheidung lässt sich am einfachsten mit einer neutralen, externen Einschätzung treffen, etwa im Rahmen einer punktuellen Trainingsberatung.
Wer als Elternteil unsicher ist, wie die eigene Familie im Vergleich zu diesen Zahlen dasteht, findet in einer Auseinandersetzung mit den vier Basisfähigkeiten – Rumpfkraft, Ausdauer, Gleichgewicht, Körpergewicht – einen guten, nüchternen Einstiegspunkt, der ohne Vermutungen auskommt.
Was heisst das für die Schweizer Fitnessbranche?
Für Fitnessstudios, Vereine und Coaches ist die Diskrepanz zwischen Gefühl und Realität gleichzeitig Herausforderung und Chance. Herausforderung, weil ein Teil der potenziellen Kundschaft sich selbst bereits für ausreichend aktiv hält und deshalb gar nicht erst nach professioneller Unterstützung sucht. Chance, weil genau diese Fehleinschätzung mit einem einzigen, einfachen Mittel sichtbar gemacht werden kann: einem ehrlichen, professionellen Test.
Angebote, die nur auf Motivation und Gefühl setzen – "Komm vorbei, du wirst dich gut fühlen" –, greifen an dieser Stelle zu kurz. Was zunehmend gefragt ist, sind Anbieter und Fachpersonen, die zuerst eine nüchterne Standortbestimmung liefern und erst danach ein Training darauf aufbauen. Das verschiebt die Anforderungen an die Branche: weg von reiner Betreuung, hin zu echter fachlicher Diagnostik und individueller Trainingssteuerung.
Diese Verschiebung betrifft auch die Ausbildung von Fachpersonal selbst. Wer heute in die Branche einsteigt, sollte nicht nur wissen, wie man motiviert und begleitet, sondern auch, wie man eine saubere Standortbestimmung durchführt und daraus einen belastbaren Plan ableitet. Genau dieses Rüstzeug unterscheidet langfristig erfolgreiche Fachpersonen von kurzfristigen Trends.
Für die Branche insgesamt bedeutet das: Wer als Fachperson nicht nur motivieren, sondern auch messen und einordnen kann, deckt einen Bedarf ab, der mit den aktuellen Zahlen weiter wächst – nicht kleiner wird.
Auch für Betriebe, die ihren Mitarbeitenden Bewegungsangebote zur Verfügung stellen, ist die Zahl relevant. Wer als Unternehmen Fitnessangebote am Arbeitsplatz plant, tut gut daran, sich nicht allein auf die Rückmeldung "die Belegschaft ist zufrieden" zu verlassen, sondern punktuelle, ehrliche Standortbestimmungen einzubauen. So lässt sich nachvollziehen, ob ein Angebot tatsächlich etwas bewirkt – oder ob es vor allem das gute Gefühl bedient, ohne die Basisfähigkeiten der Teilnehmenden wirklich zu verbessern.
Wie erkennt ein Personal Trainer die tatsächliche Leistungsfähigkeit statt nur das Gefühl?
Genau an diesem Punkt setzt professionelles Personal Training an. Statt sich auf die Aussage "ich fühle mich fit" zu verlassen, beginnt eine seriöse Zusammenarbeit mit einer strukturierten Standortbestimmung: Rumpfkraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination werden mit nachvollziehbaren, wiederholbaren Verfahren erhoben – nicht anders als in der grossen Langzeituntersuchung, nur individuell auf eine Person zugeschnitten. Wie ein solcher Test konkret abläuft, welche Übungen dabei zum Einsatz kommen und wie die Resultate eingeordnet werden, ist im Beitrag zum Fitnesstest als Personal Trainer ausführlich beschrieben.
Der Ablauf einer solchen Zusammenarbeit folgt in der Praxis meist denselben Grundschritten – unabhängig davon, ob es sich um eine junge erwachsene Person handelt, die ihre erste ehrliche Standortbestimmung macht, oder um jemanden, der nach Jahren wieder einsteigt.
Anamnese und Zielklärung
Vor dem ersten Test steht das Gespräch: Vorgeschichte, Beschwerden, Ziele. Mehr dazu im Beitrag zur Anamnese im Personal Training.
Standortbestimmung mit Tests
Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination werden mit klaren Verfahren erhoben – nachzulesen im Beitrag zum Fitnesstest als Personal Trainer.
Individueller Trainingsplan
Aus den Resultaten entsteht ein Plan, der auf die tatsächliche Ausgangslage abgestimmt ist statt auf ein Gefühl – mehr dazu, wie ein Trainingsplan als Personal Trainer entsteht.
Begleitung und Anpassung
Regelmässige Kontrollen zeigen, ob sich die Werte wirklich verbessern – nicht nur das Gefühl dabei.
Diese vier Schritte machen den Unterschied zwischen einem Training, das nur auf Gefühl beruht, und einem Training, das auf tatsächlichen Werten aufbaut – und genau das ist der Kern dessen, was ein ausgebildeter Personal Trainer leisten kann und ein reines Bauchgefühl nicht leisten kann.
Gerade für junge Erwachsene, die zum ersten Mal in ihrem Leben eine solche Standortbestimmung durchlaufen, ist der Effekt oft überraschend gross. Wer bislang nie objektiv erfahren hat, wie es tatsächlich um die eigene Rumpfkraft oder Ausdauer steht, bekommt mit dem ersten Test häufig ein deutlich klareres Bild der eigenen Ausgangslage als durch Jahre des reinen Gefühls. Das ist auch der Grund, warum sich viele junge Erwachsene erst nach einem ersten professionellen Test bewusst für ein gezieltes, begleitetes Training entscheiden – nicht davor.
Wie wird aus den Testresultaten ein individueller Trainingsplan?
Ein Test allein verändert noch nichts. Erst wenn aus den gemessenen Werten – etwa einer unterdurchschnittlichen Rumpfkraft oder einer schwachen Ausdauer – konkrete Trainingsentscheidungen abgeleitet werden, entsteht ein echter Nutzen. Genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen einem generischen Trainingsplan aus dem Internet und einem Plan, der auf die tatsächliche, gemessene Ausgangslage einer Person zugeschnitten ist.
Wie ein Personal Trainer aus Testresultaten Schritt für Schritt einen passenden Trainingsplan entwickelt – inklusive Belastungssteuerung, Übungsauswahl und Anpassung über die Zeit –, wird im Beitrag Trainingsplan erstellen als Personal Trainer im Detail erklärt. Wer sich speziell für den Aufbau von Kraft interessiert, findet ergänzend Hintergrund im Beitrag zum Krafttraining in der Schweiz.
Wichtig dabei: Ein guter Trainingsplan ist kein starres Dokument, sondern wird anhand wiederholter Tests laufend angepasst. Nur so lässt sich nachvollziehen, ob sich die tatsächliche Leistungsfähigkeit verbessert – und nicht nur das Gefühl dabei. Das gilt für junge Erwachsene genauso wie für ältere Zielgruppen, etwa im Beitrag zu Personal Training ab 40 beschrieben.
Ein Beispiel macht das greifbar: Zeigt ein Test bei einer jungen erwachsenen Person eine unterdurchschnittliche Rumpfkraft bei gleichzeitig solider Ausdauer, wird ein Trainingsplan diesen Schwerpunkt zuerst gezielt angehen – statt pauschal "mehr Sport" zu empfehlen. Nach einigen Wochen zeigt ein erneuter Test, ob sich die Rumpfkraft tatsächlich verbessert hat. Erst dieser Vergleich – nicht das Gefühl zwischendurch – entscheidet, ob der Plan angepasst werden muss oder beibehalten werden kann.
Warum wächst gerade jetzt der Bedarf an ausgebildeten Personal Trainern in der Schweiz?
Die Zahlen aus der Langzeituntersuchung sind kein isoliertes Phänomen, sondern Teil eines grösseren Musters: Eine wachsende Zahl an Menschen empfindet sich als aktiv, ohne dass sich das in messbarer Leistungsfähigkeit niederschlägt. Für jede Person, die ihre eigene Ausgangslage einmal ehrlich überprüfen möchte, braucht es jemanden, der diese Überprüfung fachlich korrekt durchführen und die Ergebnisse sinnvoll in ein Training übersetzen kann.
Das erklärt, warum die Nachfrage nach fundiert ausgebildeten Personal Trainern in der Schweiz spürbar zunimmt – nicht nur im klassischen Fitnessstudio-Umfeld, sondern auch bei Vereinen, in Betrieben und im Eins-zu-eins-Coaching. Wer diesen Bedarf fachlich abdecken kann, unterscheidet sich klar von Angeboten, die ausschliesslich auf Motivation statt auf Messung setzen.
Hinzu kommt ein Effekt über Generationen hinweg: Junge Erwachsene, die heute erstmals eine ehrliche Standortbestimmung erleben, werden diese Erfahrung mit hoher Wahrscheinlichkeit in den kommenden Jahrzehnten wiederholen wollen – und dabei auf Fachpersonen zurückgreifen, die sie bereits kennen oder die ihnen empfohlen wurden. Wer heute in eine fundierte Ausbildung investiert, baut damit eine Grundlage auf, die über eine einzelne Zielgruppe oder einen einzelnen Moment hinausreicht.
Das betrifft nicht nur Personen, die selbst beruflich in die Fitnessbranche einsteigen möchten. Auch Eltern, die ihre eigenen Kinder auf dem Weg in ein aktives Erwachsenenleben begleiten wollen, und Coaches aus angrenzenden Bereichen – etwa Vereinstrainerinnen und -trainer oder Ernährungscoaches – profitieren davon, die hier beschriebene Lücke zwischen Gefühl und Realität zu kennen und im eigenen Umfeld ernst zu nehmen.
Ein guter Einstiegspunkt für alle, die sich fundiert mit dem Berufsbild auseinandersetzen möchten – von Ausbildungsinhalten bis zu den unterschiedlichen Wegen in die Selbstständigkeit –, ist der Personal Trainer Ratgeber der SNF Academy.
Wie wirst du selbst zum Personal Trainer, der Gefühl von Realität unterscheidet?
Wer die hier beschriebene Lücke zwischen Selbsteinschätzung und tatsächlicher Fitness schliessen möchte – bei sich selbst oder bei anderen –, braucht dafür kein Bauchgefühl, sondern eine fundierte Ausbildung. Die Personal Trainer Ausbildung der SNF Academy vermittelt genau das Rüstzeug, das in diesem Beitrag beschrieben wurde: von der strukturierten Standortbestimmung über die Ableitung eines individuellen Trainingsplans bis zur laufenden Erfolgskontrolle.
Die Ausbildung ist als Starter-Variante ab CHF 2'799.– (regulär CHF 4'998.–) buchbar, komplett remote und mit einem Zugang von 365 Tagen ab Aktivierung. Sie ist QualiCert-geprüft und -anerkannt, was nach dem Diplom als separaten Schritt die Abrechnung über Krankenkassen-Zusatzversicherungen ermöglicht.
Coaching und Beratungen für angehende Personal Trainer und Ernährungscoaches sind auf Anfrage in Zürich, Bern, Basel, Luzern, Zug, Chur, St. Gallen, Wallis und Thun möglich – Kontaktaufnahme jeweils über die Kontaktseite.
Wer sich vor der Anmeldung noch offene Fragen zur Struktur, zum Ablauf oder zu den Inhalten der Ausbildung klären möchte, findet ergänzende Antworten im Frage-und-Antwort-Teil weiter unten in diesem Beitrag.
Werde der Personal Trainer, der ehrlich misst statt zu vermuten
Die Lücke zwischen Gefühl und Leistungsfähigkeit schliesst sich nicht von allein. Mit einer fundierten Ausbildung lernst du, wie du Fitness objektiv erfasst und daraus wirksames Training baust.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.

















