Du stehst stundenlang auf dem Platz, eine Lektion folgt der nächsten, und zwischendurch bleibt kaum Zeit für ein richtiges Essen. Gleichzeitig fragen dich Schülerinnen, Schüler und Eltern, was vor dem Turnier gegessen werden soll, wie viel zu trinken ist und ob Magnesium hilft.
Dieser Beitrag richtet sich an Tennislehrerinnen und Tennislehrer in der Schweiz. Er zeigt, wie sich Ernährung im Fernstudium zwischen Unterrichtsblöcken, Hallensaison und Sommerturnieren lernen lässt, was die Forschung zu Tennis sagt und wie du das Workbook der SNF Academy sinnvoll einplanst.
Warum passt ein Fernstudium zum Alltag als Tennislehrer?
Dein Kalender besteht aus Blöcken. Am Vormittag ist oft wenig los, am Nachmittag und Abend häufen sich Kinder- und Erwachsenenlektionen. Dazu kommen Wochenenden mit Turnieren, Camps in den Ferien und der Wechsel zwischen Halle und Aussenplatz. Ein Kurs an festen Abenden wäre da kaum machbar.
Die Ausbildung zum dipl. Ernährungscoach SNFA im Fernstudium ist zu 100 % online. Du wählst das Startdatum, hast danach 365 Tage Zugang und bestimmst das Tempo. Daniela Isik erklärt die Lektionen per Video, dazu kommen Skripte, Vorlagen und eine Online-Prüfung mit Diplom. Die Ausbildungsinhalte wurden durch QualiCert geprüft und anerkannt.
Wer die freien Vormittage nutzt, lernt in ruhiger Umgebung und hat abends Kopf und Beine frei für den Unterricht. Wer lieber abends lernt, kann das an Tagen ohne Spätlektionen tun. Beides ist möglich, weil die Ausbildung keine festen Termine kennt.
Wie sieht ein Tag mit Unterrichtsblöcken aus, und wo liegt die Lernzeit?
Die Übersicht zeigt einen Beispieltag in der Hochsaison. Sie ist ein Denkmodell, das du mit deinem Stundenplan abgleichst.
| Tageszeit | Typische Aufgabe | Mögliche Lernhandlung |
|---|---|---|
| Früher Vormittag | Platzvorbereitung, Material | Frühstück in Ruhe, keine Lernzeit |
| Später Vormittag | Frei oder Privatstunde | Eine Videolektion mit Notizen |
| Mittag | Pause zwischen Blöcken | Essen, Trinken, kurze Erholung |
| Nachmittag | Juniorentraining | Kein Lernen |
| Abend | Erwachsenengruppen | Kein Lernen |
| Später Abend | Nachbereitung | Fünf Minuten Rückblick im Arbeitsbereich |
Auffällig ist die Mittagspause. Viele Tennislehrer essen sie schnell oder gar nicht, weil der nächste Block wartet. Wer Ernährung lernt, schaut dort zuerst auf den eigenen Alltag.
Welche Ernährungsfragen stellen Schülerinnen, Schüler und Eltern?
Im Tennis gibt es viele Situationen, in denen Essen und Trinken eine Rolle spielen. Die Fragen unterscheiden sich je nach Alter und Niveau.
| Situation | Typische Frage | Passende Stelle im Workbook |
|---|---|---|
| Sommerturnier bei Hitze | Wie viel muss ich trinken? | Modul 3, Wasser ab Seite 33 |
| Lange Matches | Was esse ich zwischen den Spielen? | Modul 5, Nutrition Timing ab Seite 58 |
| Krämpfe im Spiel | Fehlt mir Salz oder Magnesium? | Modul 6, Mikronährstoffe ab Seite 62, und Modul 8 |
| Junioren | Dürfen Kinder Energy-Drinks trinken? | Modul 7 ab Seite 67 |
| Erwachsene Hobbyspieler | Wie esse ich abends nach der Lektion? | Modul 2 ab Seite 26 |
| Gespräch mit Eltern | Wie sage ich, was ich nicht beurteilen kann? | Modul 9 ab Seite 81 |
Du siehst, dass sich die Antworten oft aus Grundlagen ableiten lassen. Gleichzeitig tauchen Fragen auf, die nur eine Ärztin oder ein Arzt beantworten kann, zum Beispiel zu Krämpfen oder zu Medikamenten.
Was sagt die Forschung zu Flüssigkeit, Energie und Krämpfen im Tennis?
Zum Tennis gibt es mehrere Übersichtsarbeiten. Ein Artikel zu praktischen Ernährungsempfehlungen beschreibt Tennisspieler mit hohem Trainingsumfang und nennt für sie eine kohlenhydratreiche Ernährung von 6 bis 10 g pro Kilogramm und Tag. Bei Matches von mehr als zwei Stunden werden 30 bis 60 g Kohlenhydrate pro Stunde genannt. Bei Wärme sollen Spieler laut den Autoren pro Seitenwechsel bis zu 400 ml Flüssigkeit mit Elektrolyten trinken (Ranchordas et al., 2013).
Eine Untersuchung an 16 Männern bei Hallenmatches in gemässigter Temperatur ergab eine Schweissrate von durchschnittlich 1,1 Litern pro Stunde. Die Spannweite war gross, von 0,3 bis 2,0 Litern. Die Autoren schliessen daraus, dass eine individuelle Beratung zu Flüssigkeit nötig ist (Lott und Galloway, 2011).
Auch ein Übersichtsartikel zum Thema Flüssigkeit betont, dass Spieler bei Wärme mehr als 2,5 Liter pro Stunde schwitzen können und dass Trinkpläne individuell gestaltet werden sollten (Kovacs, 2008).
Zu Muskelkrämpfen im Tennis sagt eine Übersicht, dass neuromuskuläre Ermüdung vermutlich eine grössere Rolle spielt als Elektrolytmangel oder Austrocknung. Bei wiederkehrenden Krämpfen könnte der Elektrolytmangel mehr Gewicht haben. Die Ursachen sind nicht abschliessend geklärt (Troyer et al., 2020).
Das sind Fachangaben, vor allem für Wettkampfspieler. Sie ersetzen keine individuelle Beratung. Für Hobbyspieler oder Kinder gelten sie nicht automatisch. Wer sie erklärt, sollte immer auf die Grenzen hinweisen.
Was bedeutet das für deinen eigenen Unterrichtsalltag?
Auch du bist stundenlang auf dem Platz. Wer viele Lektionen gibt, bewegt sich zwar weniger intensiv als im Match, aber lange und oft in der Sonne. Ernährungswissen ist deshalb auch Eigenwissen: Wie verteile ich Mahlzeiten über den Tag, was trinke ich zwischen den Stunden, wie plane ich lange Blöcke?
Im Workbook findest du dazu die Grundlagen in den Modulen 2, 3 und 5. Einen konkreten Plan für dich gibt es dort nicht. Du bekommst das Verständnis, um selbst zu entscheiden oder bei Bedarf eine Fachperson zu fragen.
Der Beitrag zu den Elektrolyten beim Sport bietet eine Einstiegslektüre. Als Hintergrund für Mineralstoffe passt auch der Abschnitt Mikronährstoffe in der Ernährungscoach-Ausbildung.
Wo liegen die Grenzen deiner Beratung?
Als Tennislehrer bist du Pädagoge und Techniker, nicht Therapeut. Die Ausbildung zum dipl. Ernährungscoach SNFA vermittelt Prävention und Coaching für gesunde Menschen. Sie umfasst keine Therapie und keine Diagnose. Das Workbook ersetzt weder Lektionen noch eigenes Studium noch ärztliche oder sportmedizinische Beratung.
- Bei Krämpfen, Schwindel, Herzklopfen oder anhaltender Müdigkeit empfiehlst du ärztliche Abklärung.
- Bei Kindern sprichst du Ernährung mit den Eltern ab.
- Du empfiehlst keine Nahrungsergänzungsmittel für Einzelne und versprichst keine Leistungssteigerung.
- Du nennst keine Zahlen für Einzelne, auch wenn sie in Studien vorkommen.
Mit dieser Linie bleibst du glaubwürdig. Eltern und Spieler schätzen es, wenn ein Trainer sagt, wo seine Zuständigkeit endet.
Wie unterscheiden sich Hobbyspieler, Junioren und Turnierspieler?
Der Begriff «Tennisspieler» deckt sehr verschiedene Menschen ab. Für die Ernährung macht das einen grossen Unterschied, und genau hier hilft Systematik.
- Hobbyspieler spielen in der Freizeit und fragen eher nach Gewicht, Alltag und Energie am Abend.
- Junioren brauchen vor allem regelmässige Mahlzeiten und ausreichend Flüssigkeit. Der Rest gehört ins Gespräch mit den Eltern.
- Turnierspieler haben lange Tage mit mehreren Matches und wechselnden Bedingungen. Hier lohnt der Blick auf Timing und Flüssigkeit.
- Seniorinnen und Senioren fragen oft nach Muskelerhalt und Verträglichkeit. Hier ist die Grenze zur ärztlichen Beratung besonders eng.
Im Workbook zeigen Alltagskarten mit Beispielen wie Kundin ab 50 oder Kunde über 60, wie unterschiedlich Ernährung im Alltag aussehen kann. Sie sind Beispiele und keine Empfehlungen. Du übst damit, Menschen nach ihrem Alltag zu fragen, statt allen dasselbe zu sagen.
Wie hilft dir das Workbook beim Lernen?
Das Workbook gehört zur Ausbildung und wird nicht einzeln verkauft. Teilnehmende finden es im Campus auf snfa-campus.ch nach der Anmeldung als Download. Es umfasst 124 Seiten und 9 Module: von Grundlagen Biologie über Makronährstoffe, Hormone und Nutrition Timing bis zu Nahrungsergänzung, Krankheiten und Allergien sowie Ernährungscoaching.
Jedes Modul beginnt mit Lernzielen und enthält Erklärtexte, Originalfolien der Lektion, einen Kasten «Studien und Forschung» und einen Arbeitsbereich. Am Ende folgt eine Lernkontrolle, deren Lösungen im Anhang stehen. Wer zwischendurch nur wenige Minuten hat, kann eine Seite lesen und im Arbeitsbereich einen Satz notieren.
Der Anhang bündelt Lernplan, Wochenplan, Praxis-Vorlagen und ein Glossar mit Erklärungen der wichtigsten Begriffe. Das Glossar hilft, wenn Eltern Begriffe aus Zeitschriften oder Social Media mitbringen. Für gute Gespräche mit Eltern und Schülern setzt das Workbook auf einen klaren Einstieg: Vertrauen aufbauen, Anliegen und Gründe verstehen und den Rahmen klären, bevor die erste Empfehlung fällt. Individuell statt pauschal heisst dabei: beobachten, die Sorgfaltspflicht beachten, die Rückmeldung der Ärztin oder des Arztes einbeziehen und keine pauschalen Empfehlungen geben. Mehr zum Aufbau der Module erfährst du im Beitrag zu den 9 Modulen der Ausbildung.
Wie legst du einen Lernplan um Hallensaison und Sommerturniere?
Das Workbook enthält einen Lernplan über 12 Wochen als Beispiel, keine Vorgabe. Als Tennislehrer verteilst du den Stoff besser auf die Saison. Wichtig ist nur, dass die Module nacheinander kommen.
| Saisonphase | Möglicher Schwerpunkt | Anwendung im Unterricht |
|---|---|---|
| Hallensaison, Herbst | Module 1 und 2: Biologie und Grundlagen | Begriffe im Gespräch sicher verwenden |
| Hallensaison, Winter | Module 3 und 4: Makronährstoffe, Hormone | Fragen zu Energie einordnen |
| Frühling | Module 5 und 6: Nutrition Timing, Mikronährstoffe | Turnierwochenenden besprechen |
| Sommer, Aussenplatz | Modul 7 und 8: Supplemente, Krankheiten | Grenzen und Verweise klären |
| Camps und Ferien | Modul 9: Ernährungscoaching | Gespräche mit Eltern üben |
Wenn der Sommer eng wird, pausierst du. Der Zugang von 365 Tagen schafft Reserven. Wer die Ausbildung neben einem anderen Beruf macht, findet Anregungen im Beitrag zur berufsbegleitenden Ernährungscoach-Ausbildung.
Wie setzt du das Wissen in Club und Camp ein?
Du musst kein Beratungsangebot aufbauen, damit sich das Lernen lohnt. Im Unterricht und im Club ergeben sich viele kleine Gelegenheiten.
- Trinkpausen im Training und Hinweise zu Wetter und Hitze einbauen.
- Bei Camps mit den Verantwortlichen klären, was es zu essen gibt und wie die Pausen liegen.
- Eltern allgemeine Fragen beantworten und für Einzelfälle auf Fachpersonen verweisen.
- Das eigene Verhalten vorleben: regelmässig essen, trinken und Pausen ernst nehmen.
- Mit anderen Trainern im Club Erfahrungen austauschen, damit nicht jeder das Gleiche neu lernt.
Wenn du später zusätzlich selbstständig coachen möchtest, sind weitere Schritte nötig. Davon spricht die Ausbildung nur am Rand. Die fachliche Perspektive im Spitzenbereich beschreibt der Beitrag Fitness- und Ernährungsberatung im Tennis. Für das Training der Kraft hilft Krafttraining für Tennisspieler als Ergänzung.
Welche Rolle spielt die Personal-Trainer-Ausbildung?
Ernährung ist ein Baustein. Wer das Training im Tennis vertiefen will, schaut auf die Personal-Trainer-Ausbildung für Tennislehrer. Sie ist ein eigener Weg mit Fokus auf Training und Betreuung. Die Ernährungscoach-Ausbildung ersetzt sie nicht und umgekehrt.
Beide Wege lassen sich nacheinander gehen. Nimm dir erst die Frage vor, welche Lücke du aktuell im Alltag spürst. Danach wählst du, wo du beginnst.
Wer begleitet dich?
Birol Isik gründete die SNF Academy 2005 in Zürich. Seine Arbeit als Coach findest du auf birolisik.ch. Daniela Isik leitet als Dozentin die fachliche Seite der Ausbildung, ihre Inhalte stehen auf danielalovric.ch. Für Sichtbarkeit als Trainer oder Trainerin im Netz bietet Onspire Unterstützung.
Die Ausbildung richtet sich auch an Quereinsteigende. Als Tennislehrer bringst du die Praxis aus dem Alltag mit, die Ausbildung liefert die Systematik zur Ernährung dazu.
Wie startest du konkret?
Schau zuerst, wann dein Unterricht ruhiger wird. Danach liest du die Seite zur Ausbildung zum dipl. Ernährungscoach SNFA im Fernstudium mit Workbook und wählst dein Startdatum. Bei Fragen hilft das Team über Kontakt kostenlos und unverbindlich weiter.
Notiere vorher drei Fragen aus dem Platz-Alltag, auf die du selbst bessere Antworten haben möchtest. Sie bilden deinen persönlichen Prüfstein für das Fernstudium.
Weiterlesen
- Ernährungsberatung im Fernstudium mit Workbook: Überblick
- Workbook Ernährungscoach: Inhalt, Aufbau und Lernplan
- Personal Training im Fernstudium lernen als Tennislehrer
- Ernährung online im Fernstudium lernen als Golftrainer
- Ernährung online im Fernstudium lernen als Tanzlehrer
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Er ersetzt weder ärztliche oder sportmedizinische Beratung noch die Lektionen und das eigene Studium. Angaben zur Ausbildung findest du auf der verlinkten Seite.











