Immer mehr Menschen stellen Fragen an ChatGPT und andere KI-Assistenten, die früher in eine Suchmaschine getippt worden wären: «Welcher Ernährungscoach in Bern passt zu mir?» oder «Wie finde ich eine Personal Trainerin?» Für Coaches stellt sich die Frage, ob und wie sie dort auftauchen. Im Netz kursieren dazu viele Versprechen und wenig Belege.
Dieser Artikel stützt sich bewusst auf das, was die Anbieter selbst dokumentieren, nämlich OpenAI zu seinen Crawlern und Google zu KI-Funktionen in der Suche, sowie auf eine Befragung zur Nutzung von KI-Chatbots für Gesundheitsinformationen. Wie ein einzelner Assistent seine Empfehlungen im Detail zusammenstellt, ist nicht öffentlich dokumentiert, und wir versprechen deshalb keine Nennungen. Die Befragung ist nicht repräsentativ. Einkommen und Preise nennen wir nicht. Die Entwicklung in diesem Feld verläuft schnell, und Anbieter ändern ihre Dokumentation. Wir haben die Seiten am Tag der Erstellung dieses Artikels gelesen. Prüfe bei wichtigen Entscheidungen den aktuellen Stand direkt bei den Anbietern.
Der Text richtet sich an selbstständige und angehende Coaches in Fitness, Ernährung und Gesundheit in der Schweiz. Er ersetzt keine technische Beratung.
Was sagt OpenAI dazu, wie Seiten in ChatGPT erscheinen?
OpenAI beschreibt in seiner Dokumentation zu Crawlern mehrere Bots mit unterschiedlichen Aufgaben. OAI-SearchBot wird laut OpenAI verwendet, um Websites in den Suchfunktionen von ChatGPT anzuzeigen. Wer nicht möchte, dass Inhalte in ChatGPT-Suchantworten erscheinen, kann den Bot sperren, und solche Seiten können dann höchstens noch als Navigationslinks auftauchen. Damit eine Seite in der Suche erscheinen kann, sollte OAI-SearchBot in der robots.txt zugelassen sein, ebenso die veröffentlichten IP-Bereiche.
GPTBot sammelt dagegen Inhalte, die zum Training generativer KI-Modelle verwendet werden können. Wer GPTBot sperrt, signalisiert, dass Inhalte nicht für das Training verwendet werden sollen. Die Einstellungen sind unabhängig voneinander: Man kann OAI-SearchBot zulassen und GPTBot sperren. ChatGPT-User führt bestimmte, von Nutzern ausgelöste Aktionen aus, etwa den Besuch einer Seite, wenn jemand eine Frage stellt, und wird laut OpenAI nicht verwendet, um das Internet automatisch zu durchsuchen oder darüber zu entscheiden, ob Inhalte in der Suche erscheinen. Änderungen an der robots.txt brauchen für die Suche laut OpenAI etwa 24 Stunden, bis die Systeme sich anpassen.
Wichtig ist, was die Dokumentation nicht sagt: Sie nennt keine Kriterien, nach denen Anbieter in Antworten empfohlen werden. Zugelassen zu sein ist eine Voraussetzung, keine Garantie. Wer das weiss, plant nüchtern: Er sorgt für Zugang und Qualität und überlässt den Rest den Systemen.
Was sagt Google zu KI-Übersichten und KI-Modus?
Google schreibt in seiner Dokumentation zu KI-Funktionen, dass Seiten als unterstützende Links in KI-Übersichten und im KI-Modus erscheinen können, wenn sie indexiert und mit Textauszug in der Google-Suche zulässig sind. Zusätzliche technische Anforderungen gibt es laut Google nicht. Ausdrücklich steht dort, dass keine zusätzlichen Anforderungen und keine besonderen Optimierungen nötig sind. Google empfiehlt, hilfreiche, verlässliche, auf Menschen ausgerichtete Inhalte zu erstellen, das Crawling zuzulassen, wichtige Inhalte als Text bereitzustellen und Seiten über interne Links auffindbar zu machen. Strukturierte Daten sollten mit dem sichtbaren Text übereinstimmen, und man brauche keine neuen maschinenlesbaren Dateien oder KI-Textdateien.
Zu hilfreichen Inhalten sagt Google, Vertrauen sei der wichtigste Aspekt von E-E-A-T, bei Gesundheitsthemen werde er stärker gewichtet. Es solle klar sein, wer den Inhalt verfasst hat, wie er entstanden ist und warum er veröffentlicht wurde. Als Warnzeichen nennt Google unter anderem massenhaft automatisch erzeugte Inhalte ohne Mehrwert.
Beide Anbieter betonen also dasselbe: Zugänglichkeit und Qualität. Spezielle Tricks gibt es nach ihren eigenen Aussagen nicht.
Wie nutzen Menschen KI-Chatbots für Gesundheitsfragen?
Eine Befragung unter 297 Personen aus dem Jahr 2025 untersuchte, wie Menschen online Gesundheitsinformationen suchen. 98 Prozent nutzten Suchmaschinen, 68,4 Prozent Gesundheitswebsites und 21,2 Prozent Chatbots auf Basis grosser Sprachmodelle, vor allem ChatGPT und Microsoft Copilot. Die meisten suchten Informationen zu Gesundheitszuständen (90,2 Prozent), weniger zu Medikamenten (60,3 Prozent), Behandlungen (46,1 Prozent) und Selbstdiagnose. Die Autoren verweisen darauf, dass solche Chatbots ungenaue Inhalte erzeugen können, was Sicherheitsrisiken birgt. Die Stichprobe stammt von einer Online-Plattform für Crowdworker und ist nicht repräsentativ.
Für Coaches heisst das: Suchmaschinen bleiben der wichtigste Zugang, KI-Chatbots kommen für einen Teil der Menschen dazu. Beides bedient man mit denselben Grundlagen: gute, zugängliche Inhalte, die sich eindeutig lesen und zitieren lassen. Weil Chatbots ungenau sein können, haben Anbieter mit sauber belegten Quellen einen Vorteil, wenn Menschen nachprüfen.
Welche Grundlagen schaffst du als Coach?
| Grundlage | Was heisst das konkret | Quelle der Aussage |
|---|---|---|
| Crawler zulassen | robots.txt und Hosting sperren weder Googlebot noch OAI-SearchBot | Google, OpenAI |
| Indexierbar und mit Textauszug | Seiten nicht per noindex oder nosnippet ausschliessen, ausser gewollt | |
| Inhalte als Text | Wichtige Aussagen stehen im Text, nicht nur im Bild oder Video | |
| Interne Links | Seiten sind über Links erreichbar, keine Sackgassen | |
| Hilfreiche Inhalte | Antworten auf echte Fragen, mit Belegen und Grenzen | |
| Klare Autorschaft | Name, Qualifikation, Kontakt, Datum der Überarbeitung | |
| Strukturierte Daten passend | Markup stimmt mit sichtbarem Text überein |
Diese Liste ist technisch unspektakulär. Sie deckt aber ab, was die Anbieter selbst nennen. Wer sie umsetzt, hat die Voraussetzungen geschaffen, ohne etwas zu versprechen. Wie du Inhalte für KI-Antworten aufbaust, beschreibt auch der Artikel GEO und LLMO für Coaches: Inhalte für KI-Antworten aufbauen. Und wie du deine Website als Coach richtig aufbaust, steht im Artikel Website als Coach aufbauen: SEO-Grundlagen.
Was bedeutet das für deine Inhalte?
Menschen stellen Fragen in ganzen Sätzen. Deine Seiten sollten deshalb Fragen beantworten, die deine Zielgruppe wirklich stellt. Ein bewährter Aufbau ist eine kurze Antwort am Anfang, Zwischenüberschriften als Fragen, Tabellen und Listen, wo sie helfen, eine FAQ, Quellen am Ende und eine Autorenzeile. Dieser Aufbau ist für Menschen verständlich und für Maschinen gut lesbar. Google empfiehlt Text, interne Links und Konsistenz, mehr nicht.
Schreibe konkret: Wo arbeitest du, für wen, wie läuft eine Zusammenarbeit ab, was bietest du nicht an? Je klarer deine Angaben, desto leichter lassen sie sich zusammenfassen und richtig wiedergeben. Vermeide Übertreibungen und Heilversprechen. Gesundheitsaussagen gehören mit Quellen belegt, am Ende des Beitrags, mit Hinweis auf Art und Grenzen der Studie.
Zu bestehenden Ratgebern findest du Ergänzungen in den Artikeln zur KI-Sichtbarkeit für einzelne Berufe, zum Beispiel für Ernährungscoaches, Fitnesscoaches und Health Coaches.
Welche Rolle spielen Bewertungen und Erwähnungen?
Anbieter, über die andere sprechen, sind bekannter. Google nennt für das lokale Ranking ausdrücklich die Bekanntheit, die von Links anderer Websites und von Zahl und Bewertung der Rezensionen abhängt. Ob und wie KI-Assistenten Bewertungen gewichten, ist nicht öffentlich dokumentiert. Plausibel ist aber, dass eindeutige, konsistente Angaben und eine nachvollziehbare Präsenz an mehreren Orten helfen, das ist jedoch eine Annahme und kein Beleg.
Praktisch: Pflege dein Google-Profil, bitte zufriedene Kundinnen und Kunden um Bewertungen, halte Angaben auf Website, Profilen und Verzeichnissen einheitlich und sorge für nachvollziehbare Erwähnungen, etwa durch Gastbeiträge, Interviews oder Zusammenarbeit mit Betrieben. Kaufe keine Bewertungen und erfinde keine Referenzen.
Wie prüfst du, ob du gefunden wirst?
Teste regelmässig, wie dein Angebot bei Fragen erscheint, die deine Zielgruppe stellt. Stelle dieselben Fragen in verschiedenen Diensten, zu verschiedenen Zeiten und mit verschiedenen Formulierungen, und notiere, was du siehst. Antworten können je nach Frage, Ort und Zeitpunkt verschieden ausfallen. Eine einzelne Beobachtung sagt wenig, eine Reihe über mehrere Monate zeigt eher Entwicklungen.
Prüfe ausserdem technisch: Sind deine Seiten in der Google Search Console indexiert? Lässt deine robots.txt die gewünschten Crawler zu? Stimmen Titel, Beschreibungen und Angaben? Solche Prüfungen dauern wenige Stunden und zeigen oft, wo es hakt. Beratung zu SEO, KI-Sichtbarkeit und Marketing bieten onspire.ch und ki-beratung-schweiz.ch an.
Willst du, dass deine Inhalte für das KI-Training genutzt werden?
Hier musst du eine bewusste Entscheidung treffen. Laut OpenAI sind die Einstellungen für die Suche und für das Training unabhängig voneinander. Wer in ChatGPT-Suchantworten erscheinen, aber nicht zum Training beitragen möchte, kann OAI-SearchBot zulassen und GPTBot sperren. Wer beides zulässt, erlaubt unter Umständen, dass die Ergebnisse eines Besuchs für beide Zwecke genutzt werden. Wie andere Anbieter ihre Crawler steuern, ist in deren eigener Dokumentation nachzulesen. Prüfe diese Einstellungen in der robots.txt gelegentlich, damit sie dem entsprechen, was du willst, und nicht auf einer Voreinstellung deines Website-Baukastens beruhen.
Es gibt keine allgemeingültige Antwort. Manche Coaches möchten möglichst breit gefunden werden und sehen im Training keinen Nachteil, andere möchten ihre Inhalte schützen, etwa Kursunterlagen oder Bezahlinhalte. Überlege, welche Inhalte öffentlich sein sollen und welche nicht. Öffentliche Ratgeber dürfen gefunden werden, geschützte Kursmaterialien gehören hinter einen Login. Lass dich bei technischen und rechtlichen Fragen beraten.
Wie gehst du in den nächsten 30 Tagen vor?
| Woche | Aufgabe | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1 | robots.txt und Indexierung prüfen, Crawler bewusst zulassen oder sperren | Klare technische Grundlage |
| 2 | Wichtigste Seiten überarbeiten: kurze Antwort am Anfang, klare Angaben, Autorenzeile | Verständliche Inhalte |
| 3 | FAQ ergänzen, Quellen am Ende, Datum der Überarbeitung | Belegte, aktuelle Seiten |
| 4 | Google-Profil, Bewertungen und Angaben auf Profilen vereinheitlichen | Konsistente Präsenz |
Danach beginnt die laufende Arbeit: neue Fragen beantworten, Seiten aktuell halten und Beobachtungen festhalten. KI-Sichtbarkeit ist kein einmaliges Projekt, sondern eine Folge guter, gepflegter Inhalte.
Welche Fachbasis macht dich glaubwürdig?
Technik allein macht keine gute Empfehlung. Menschen wollen wissen, dass du weisst, was du tust. Die SNF Academy bildet seit 2005 Fachpersonen für Fitness, Ernährung und Coaching aus. Die Abschlüsse tragen den Titel «dipl. … SNFA» und sind QualiCert geprüft. Die Ernährungscoach-Ausbildung führt in neun Modulen von den Grundlagen der Biologie über Makronährstoffe bis zum Ernährungscoaching und wird komplett online absolviert. Die Personal-Trainer-Ausbildung ist als Online-Ausbildung mit Videolektionen, Skripten und Diplom nach der Online-Prüfung aufgebaut. Beide sind keine Ausbildungen zur Behandlung von Krankheiten.
Die Lernplattform heisst snfa-campus.ch. Birol Isik, Gründer der SNF Academy, begleitet Coaches im Business-Coaching bei Positionierung und Sichtbarkeit, mehr dazu auf birolisik.ch. Daniela Isik, Co-Leiterin und Dozentin der Academy, vermittelt Fachwissen auch in Videos auf danielalovric.ch.
Welche Fehler vermeidest du?
Typische Fehler sind: Crawler unbeabsichtigt sperren, Inhalte nur als Bild bereitstellen, dünne Seiten in grosser Zahl veröffentlichen, Heilversprechen machen und Beratungsangeboten glauben, die Nennungen garantieren. Auch das Kopieren von Texten fremder Anbieter schadet: Google nennt Zusammenfassungen fremder Arbeiten ohne Mehrwert ausdrücklich als Warnzeichen.
Ein weiterer Fehler ist, KI-Sichtbarkeit als eigenes Projekt neben dem normalen Marketing zu betrachten. Die Grundlagen sind dieselben: gute Inhalte, klare Angaben, Vertrauen. Wer diese pflegt, ist für Suchmaschinen und Assistenten gleichermassen gerüstet. Plane dafür feste Zeiten ein, etwa einmal im Quartal, um Angaben, Bewertungen und die wichtigsten Seiten durchzusehen und zu aktualisieren. Veraltete Öffnungszeiten, tote Links oder widersprüchliche Angaben auf verschiedenen Plattformen schaden mehr als eine fehlende Optimierung, weil sie Menschen und Suchsysteme gleichermassen verunsichern.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.











