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Trainingspläne im Arbeitsalltag eines Personal Trainers

Trainingsplan erstellen im Alltag als Personal Trainer: Vom Erstgespräch über Anatomie und Übungsausführung bis zur Anpassung, Regeneration und Auswertung.

  • 10 Min. Lesezeit
Hände mit Stift über einem leeren Trainingsplan auf einem Klemmbrett vor einer Langhantel, Sinnbild für Trainingspläne im Arbeitsalltag
Kernaussage

Ein Personal Trainer erstellt im Alltag einen Trainingsplan in vier Schritten: Erstgespräch, Planung mit Anatomie und Übungsauswahl, Anleitung der Ausführung, Anpassung und Regeneration.

Wer den Beruf kennenlernen will, fragt oft: Was macht ein Personal Trainer eigentlich den ganzen Tag? Ein grosser Teil der Antwort heisst Trainingspläne. Sie sind das Produkt, das hinter den Stunden steht. Eine gute Stunde ohne Plan ist Zufall, ein guter Plan ohne Stunde bleibt Papier.

Dieser Artikel zeigt, wie ein Trainingsplan im Arbeitsalltag entsteht: vom Erstgespräch über Anatomie und Übungsausführung bis zur Anpassung und Regeneration. Er beschreibt den Ablauf an einem Beispiel und nennt keine Zahlen zu Einkommen. Wer zuerst das ganze Berufsbild sehen will, findet es im Beitrag Personal Trainer Beruf.

Wie entsteht ein Trainingsplan im Arbeitsalltag?

Ein Plan entsteht in vier Schritten. Zuerst klärst du im Erstgespräch Ziel, Alltag und Voraussetzungen. Danach planst du anhand von Anatomie, Belastung und Übungsauswahl. Dann erklärst du die Ausführung, damit der Plan sicher umgesetzt wird. Zuletzt passt du an, wenn sich Leistung, Alltag oder Befinden ändern.

Im Arbeitsalltag läuft das nicht immer in dieser Reihenfolge. Du schreibst Pläne am Vormittag, testest sie in der Stunde und passt sie am nächsten Tag an. Wichtig ist, dass der Plan immer ein Arbeitsstand bleibt und nie ein fertiges Dokument.

Ein Trainingsplan ist auch ein Kommunikationsmittel. Er zeigt der Person, dass du ihr Ziel ernst nimmst und eine Reihenfolge hast. Das schafft Vertrauen, bevor die erste Wiederholung gezählt wird.

Erstgespräch: Ziel, Alltag und Einschränkungen

Alles beginnt mit Fragen. Was will die Person erreichen? Wie sieht ihre Woche aus? Wie viel Zeit hat sie für Training, und welche Vorerfahrungen bringt sie mit? Gibt es Beschwerden oder Einschränkungen, die geklärt werden sollten? Du hörst zu und hältst die Antworten fest.

Bei Beschwerden oder Vorerkrankungen verweist du auf ärztliche Abklärung, bevor du trainierst. Ein Personal Trainer stellt keine Diagnosen und gibt keine Therapie. Das schützt die Person und dich.

Das Ziel gehört in einfache, überprüfbare Worte. Eine Meta-Analyse mit 45 Artikeln zu Zielsetzung fand einen mittleren positiven Effekt auf körperliche Aktivität (d = .552) (McEwan et al. 2016). Konkrete Ziele sind also mehr als Motivation. Sie geben dem Plan eine Richtung.

Ein Beispiel: Aus dem Wunsch «fitter werden» wird ein Ziel wie «in zwölf Wochen zweimal pro Woche trainieren und Kniebeugen mit sauberer Technik ausführen». Du beschreibst das Ziel in der Sprache der Person und legst Zwischenschritte fest.

Anatomie und Physiologie: das Fundament des Plans

Ohne Wissen über Muskeln, Gelenke und Energiesysteme bleibt ein Plan Raten. Du musst wissen, welche Muskeln bei einer Übung arbeiten, wie Gelenke belastet werden und wie sich der Körper an Reize anpasst. Dieses Wissen entscheidet, welche Übungen zur Person passen.

Ein Beispiel: Eine Person mit sitzendem Beruf hat oft verkürzte Hüftbeuger und eine wenig aktive Gesässmuskulatur. Du wählst Übungen, die Mobilisation und Kräftigung verbinden. Eine andere Person mit Rückenerfahrung braucht eine andere Auswahl und mehr Aufmerksamkeit bei der Technik.

In der Ausbildung der SNF Academy ist das Modul Anatomie und Physiologie die Grundlage. Danach folgen Trainingsplanung, Übungsausführung und Regeneration. Wer die Reihenfolge einhält, versteht, warum ein Plan so aussieht, wie er aussieht.

Wie baust du den Plan auf?

Ein Plan legt fest, welche Übungen, wie viele Sätze und Wiederholungen und wie oft pro Woche trainiert wird. Beim Aufbau helfen drei Fragen: Welche Bewegungen braucht die Person? Wie viel Belastung verträgt sie? Wie viel Zeit hat sie?

Zum Umfang gibt es Forschung. Eine Meta-Regression mit 15 Studien und 34 Behandlungsgruppen fand eine abgestufte Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen wöchentlichem Trainingsvolumen und Muskelzuwachs: Mehr Sätze pro Woche brachten grössere Zuwächse (Schoenfeld et al. 2017). Das heisst nicht, dass mehr immer besser ist. Es bedeutet, dass Volumen ein Hebel ist, den du bewusst einsetzt.

Für die Frequenz fand eine andere Meta-Analyse mit 25 Studien bei gleichem Volumen keinen bedeutsamen Unterschied zwischen niedriger und hoher Häufigkeit. Die Autorinnen und Autoren sehen die Wahl der Frequenz als Frage der persönlichen Vorliebe (Schoenfeld et al. 2019). In der Praxis bedeutet das: Ein Plan mit zwei Terminen pro Woche kann genauso funktionieren wie einer mit drei, wenn das Volumen stimmt und die Person ihn einhält.

Du planst deshalb zuerst, was in die Woche der Person passt, und verteilst dann die Übungen. Ein Plan, der im Kalender keinen Platz findet, bleibt Theorie.

Übungsausführung: Wie erklärst du den Plan so, dass er sicher wirkt?

Ein Plan hilft nur, wenn die Übungen sauber ausgeführt werden. Dazu zeigst du die Bewegung, erklärst sie in einfachen Worten und korrigierst. Du achtest auf Haltung, Gelenkstellung, Tempo und Atmung. Und du erkennst typische Fehler, bevor sie sich einschleifen.

Im Alltag arbeitest du mit drei Schritten: Vormachen, Mitmachen, Rückmelden. Zuerst zeigst du die Übung. Dann führt die Person sie mit leichter Last aus. Danach gibst du eine kurze Rückmeldung, die sie umsetzen kann. Lange Erklärungen helfen selten, kurze Hinweise wirken besser.

Ein weiterer Punkt ist die Dokumentation. Wer Pläne, Gewichte und Rückmeldungen festhält, erkennt Fortschritte und kann Entscheide begründen. Das kann ein einfaches Heft, eine Tabelle oder eine App sein. Wichtig ist, dass du die Daten schnell eintragen kannst, auch zwischen zwei Terminen.

Dazu gehört auch, Varianten zu kennen. Nicht jede Person kann jede Übung. Eine Variante mit anderer Auflage, anderem Gerät oder kleinerem Bewegungsumfang erlaubt es, das Ziel zu erreichen. Das ist Handwerk, und es entsteht aus Praxis und Wissen.

Wie passt du den Plan an, wenn sich der Alltag ändert?

Pläne leben nicht im Vakuum. Menschen schlafen schlecht, haben Stress, reisen oder werden krank. Ein starrer Plan ignoriert das. Ein anpassbarer Plan hält stand. Dazu gibt es Verfahren, bei denen Belastung nach Tagesform angepasst wird, zum Beispiel über die subjektive Anstrengung oder über Wiederholungen in Reserve.

Eine Meta-Analyse mit 15 Studien verglich selbstregulierte Lastvorgaben mit festen Prozentvorgaben. Beide führten zu ähnlichen Kraftverbesserungen. Bei der Volumensteuerung zeigten sich bei Geschwindigkeitsverlust von höchstens 25 Prozent Vorteile für die Kraft, bei höheren Schwellen mehr Muskelgrösse (Hickmott et al. 2022).

Für deinen Alltag ist die Botschaft: Du darfst Pläne flexibel steuern, ohne Wirkung zu verlieren. Eine einfache Frage nach der Anstrengung am Ende der Übung hilft schon, die Last anzupassen. Du brauchst dafür kein Messgerät.

Evidenz und Grenzen: Die Studien zur Selbstregulation betrafen trainierte Personen. Für Anfänger oder Menschen mit Beschwerden gibt es weniger Daten. Auch die Studien zu Volumen und Frequenz bildeten meist gesunde Erwachsene ab. Sie geben Orientierung, ersetzen aber nicht dein Urteil im Einzelfall.

Regeneration und Auswertung: Wann ist der Plan fertig?

Ein Plan ist nie fertig. Nach einigen Wochen schaust du zurück: Wurden die Einheiten eingehalten? Wie fühlte sich die Belastung an? Gibt es Fortschritte, Stagnation oder Beschwerden? Daraus entsteht die nächste Version.

Regeneration gehört in jeden Plan. Ruhetage, Schlaf und ausreichende Ernährung entscheiden, ob Training wirkt. Wer zu viel plant, riskiert Überlastung. Wer zu wenig plant, bleibt unter seinen Möglichkeiten. Du lernst, Zeichen von Erschöpfung zu erkennen und den Plan danach anzupassen.

Ein Beispiel für eine Auswertung nach einigen Wochen: Die Person hat die geplanten Einheiten eingehalten, fühlt sich aber nach dem Beintraining stark erschöpft. Du reduzierst das Volumen für eine Woche, prüfst Schlaf und Essverhalten im Gespräch und steigerst danach vorsichtig. So lernst du aus jeder Rückmeldung, und die Person erlebt, dass ihr Plan lebt.

Halte Auswertungen einfach: ein Blick auf Trainingstagebuch, Rückmeldungen und Fortschritte. Notiere, was du ändern willst, und erkläre der Person den Grund. Das schafft Transparenz und Vertrauen.

Das lernst du in der Ausbildung, um Pläne zu erstellen

Alle diese Schritte lernst du Schritt für Schritt. Teilnehmende der Ausbildung zum Dipl. Personal Trainer SNFA und zum Dipl. Ernährungscoach SNFA erfahren mehr zu diesen Themen:

  • Krafttraining und Muskelaufbau: Prinzipien, Belastungsparameter und Trainingsmethoden.
  • Korrekte Übungsausführung: Grund- und Isolationsübungen mit häufigen Fehlern und Varianten.
  • Trainingsplan: Aufbau, Anpassung und Steuerung über Wochen, bis hin zum Plan für das erste Training.
  • Regeneration: Erholung planen und Überlastung erkennen.
  • Fitness: Beweglichkeit, Ausdauer und Alltagsbewegung im Gesamtbild.
  • Nahrungsergänzung: Einordnung gängiger Produkte, ohne eigene Dosierungsempfehlungen.

Die Ausbildung umfasst zwölf Module, darunter Anatomie und Physiologie, Trainingsplanung, Regeneration, Ernährung und Supplemente sowie Personal Training. Du lernst zu 100 Prozent online im SNFA Campus mit 365 Tagen Zugang. Wer Ernährung dazu lernen will, findet sie in der Ernährungscoach-Ausbildung, und das Fitness Kombi Paket verbindet beide Diplome. Die Personal-Trainer-Ausbildung ist durch QualiCert geprüft und anerkannt. Absolventinnen und Absolventen verfügen über vertieftes Wissen und können Kunden im Fitnessstudio, im Outdoor-Training oder in Sportvereinen professionell beraten und betreuen. Wir empfehlen unseren Teilnehmenden, erste praktische Erfahrungen im Fitnessstudio zu sammeln und sich laufend weiterzuentwickeln. Nach der Ausbildung kannst du dich durch QualiCert zertifizieren lassen. Bei Fragen nimm unverbindlich Kontakt mit unseren Expertinnen und Experten auf.

Vom Plan zum Beruf: Wie geht es danach weiter?

Wer Trainingspläne sicher erstellen kann, hat eine Grundlage für mehrere Wege. Du kannst im Fitnessstudio arbeiten, im Outdoor-Training oder mit eigener Kundschaft. Viele beginnen nebenberuflich und machen aus dem Hobby Schritt für Schritt einen Beruf. Wie sich Laufbahnen entwickeln können, beschreibt der Beitrag Personal Trainer Karriere mit Diplom.

Wer selbstständig arbeiten möchte, braucht mehr als Pläne: Positionierung, Kundengewinnung und Sichtbarkeit. Dafür gibt es die Personal Trainer Ausbildung mit Business Masterclass von Birol Isik. Sie verbindet die fachlichen Module mit Marketing, Branding und Verkauf.

Persönliche Begleitung bietet das Angebot Coaching für Personal Trainer. Dort besprichst du mit Birol Isik, Gründer der SNF Academy, deinen nächsten Schritt, auch zu Zertifizierungsfragen. Mehr zu ihm auf birolisik.ch. Die fachlichen Lektionen begleitet Daniela Isik als Dozentin. Beim Aufbau deines Auftritts beraten und unterstützen wir dich bei Onspire.

So gehst du jetzt vor

Wenn du lernen willst, wie ein Trainingsplan entsteht, beginne mit einem Gespräch. Im Strategiegespräch zur Ausbildung klärst du, welche Ausbildung zu deinem Ziel passt, wie du neben dem Alltag lernst und wie du danach startest.

Weiterlesen: Passende Artikel

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine rechtliche, steuerliche oder ärztliche Beratung. Angaben zum Programm findest du auf der verlinkten Seite.

Birol Isik, Gründer der SNF Academy
Über den Autor

Birol Isik

Birol Isik ist Schweizer Unternehmer, Mentor, Mindset Coach und Gründer der SNF Academy. Seine Schwerpunkte liegen unter anderem auf Coaching, Kommunikation, Selbstführung und beruflicher Entwicklung. Als Berater und Coach begleitet er Menschen seit 2005.

Zum Profil birolisik.ch

Häufige Fragen.

Die wichtigsten Antworten zum Beitrag, kurz und verständlich.

Wie erstellt ein Personal Trainer einen Trainingsplan?

Er klärt im Erstgespräch Ziel, Alltag und Einschränkungen, plant Übungen, Sätze und Frequenz, erklärt die Ausführung und passt den Plan an. Ein Plan ist ein Arbeitsstand, der mit Rückmeldungen und Fortschritten weiterentwickelt wird.

Wie viele Trainingseinheiten pro Woche braucht ein Plan?

Das hängt von Ziel, Zeit und Erholung ab. Eine Meta-Analyse fand bei gleichem Volumen keinen bedeutsamen Einfluss der Häufigkeit auf den Muskelaufbau. Du wählst mit der Person einen Rhythmus, den sie einhalten kann.

Was lerne ich in der Ausbildung zur Trainingsplanung?

Du lernst Aufbau, Anpassung und Steuerung von Plänen, dazu Anatomie, Übungsausführung und Regeneration. Die Personal-Trainer-Ausbildung der SNF Academy umfasst zwölf Module, läuft zu 100 Prozent online und gibt dir 365 Tage Zugang.

Muss ich Pläne selbst entwickeln oder gibt es Vorlagen?

Beides. Das Modul Personaltraining der Ausbildung enthält Vorlagen, zum Beispiel für das erste Training. Du passt sie mit deinem Wissen an die Person an. Ein Plan wirkt nur, wenn er zu Ziel und Alltag passt.

Wie gehe ich mit Beschwerden im Plan um?

Du stellst keine Diagnosen und gibst keine Therapie. Bei Beschwerden oder Vorerkrankungen empfiehlst du ärztliche Abklärung, bevor das Training beginnt. Danach passt du den Plan an die freigegebenen Möglichkeiten an.

Quellen

  1. 1

    SNF Academy: Personal Trainer Ausbildung Schweiz, Module und Personaltraining, Stand November 2026, snfa.ch/personal-trainer-ausbildung-schweiz

  2. 2

    Hickmott LM, Chilibeck PD et al.: The Effect of Load and Volume Autoregulation on Muscular Strength and Hypertrophy: A Systematic Review and Meta-Analysis. Sports Med Open 2022 (PMID 35038063)

  3. 3

    Schoenfeld BJ, Ogborn D et al.: Dose-response relationship between weekly resistance training volume and increases in muscle mass: A systematic review and meta-analysis. J Sports Sci 2017 (PMID 27433992)

  4. 4

    Schoenfeld BJ, Grgic J et al.: How many times per week should a muscle be trained to maximize muscle hypertrophy? A systematic review and meta-analysis of studies examining the effects of resistance training frequency. J Sports Sci 2019 (PMID 30558493)

  5. 5

    McEwan D, Harden SM et al.: The effectiveness of multi-component goal setting interventions for changing physical activity behaviour: a systematic review and meta-analysis. Health Psychol Rev 2016 (PMID 26445201)