Als Elektriker liest du Pläne, suchst Fehler und arbeitest nach Normen. Du bist bei Kunden zu Hause, auf dem Neubau oder im Betrieb und musst oft erklären, was du tust. Dabei sitzt du auf der Leiter, kniest im Keller oder arbeitest über dem Kopf. Wer das jahrelang macht, denkt manchmal über etwas Neues nach.
Dieser Artikel richtet sich an Elektrikerinnen und Elektriker, die sich für die Personal Trainer Ausbildung interessieren. Er zeigt, welche Fähigkeiten du mitbringst, was du neu lernst und wie du nebenberuflich anfängst. Wir geben keine medizinischen Ratschläge und stellen keine Diagnosen. Zahlen zur Anzahl der Berufswechsler nennen wir nicht. Ob immer mehr Handwerker wechseln, bleibt eine offene Frage.
Warum passt die Personal Trainer Ausbildung zum Elektrikerberuf?
Elektriker arbeiten systematisch. Sie prüfen, messen und dokumentieren. Im Personal Training zählen dieselben Fähigkeiten, nur geht es um den menschlichen Körper statt um Leitungen.
- Systematik: Du gehst Schritt für Schritt vor und lässt nichts aus. Das hilft beim Aufbau eines Trainingsplans.
- Fehlersuche: Wer einen Defekt aufspürt, erkennt auch die Ursache einer unsauberen Übungsausführung.
- Sicherheitsbewusstsein: Du weisst, was bei Strom passieren kann, und achtest deshalb auf Regeln. Das überträgt sich auf Gewicht und Technik.
- Kundenkontakt: Du erklärst Laien technische Dinge verständlich. Das ist im Erstgespräch mit Kunden Gold wert.
- Dokumentieren: Prüfprotokolle sind dir vertraut. Ein Trainingstagebuch ist eine ähnliche Aufgabe.
Diese Stärken ersetzen kein Fachwissen. Wer aber gern genau arbeitet, findet in der Trainingslehre viel Struktur, auf die er sich verlassen kann.
Welche körperlichen Belastungen kennt der Elektrikerberuf?
Eine Befragung unter 308 Lehrlingen und Gesellen fand, dass 82 Prozent mindestens ein Symptom des Bewegungsapparats berichteten und 57 Prozent zwei oder mehr. Rücken- und Hand-Handgelenk-Beschwerden waren am häufigsten und betrafen etwa die Hälfte der Gruppe (Hunting et al. 1994). Die Daten sind alt. Sie betreffen Beschwerden, keine Diagnosen.
Eine Befragung verglich Elektriker im Innenausbau im Winter (74 Personen) und im Sommer (83 Personen). Beschwerden wie Steifigkeit, Taubheit und Kältegefühl in den Fingern waren im Winter häufiger als im Sommer (Inaba et al. 2010). Die Studie zeigt einen Zusammenhang, keine Ursache.
Diese Ergebnisse beschreiben Gruppen. Sie sagen nicht, wie es dir geht. Wer Beschwerden hat, spricht mit der Hausärztin oder dem Hausarzt. Für künftige Trainer zeigen sie, dass Kunden aus Handwerksberufen oft Schultern, Rücken, Hände und Knie als Themen nennen.
Welche Rolle spielen Leiter und Arbeit über dem Kopf?
Eine Feldstudie mit 19 erfahrenen Elektrikern fand, dass sie etwa 28 Prozent ihrer Arbeitszeit auf Leitern und 6 Prozent auf fahrbaren Arbeitsbühnen verbrachten. Die höchsten Beschwerdewerte bei der Selbsteinschätzung betrafen Schultern, Nacken und untere Körperregionen (Phelan et al. 2014). Die Stichprobe war klein, die Aussage bezieht sich auf die untersuchte Baustelle.
Eine Längsschnittstudie mit 41 jungen Erwachsenen, darunter 15 Elektriker, verfolgte Schulterschmerzen über zweieinhalb Jahre. Bei Frauen waren Arbeitsphasen mit Armen über 60 und 90 Grad mit Schulterschmerzen verbunden. Die Autoren betonen, dass das Schmerzniveau insgesamt niedrig war (Hanvold et al. 2015). Aus so wenigen Teilnehmenden lässt sich kein allgemeiner Schluss ziehen.
Wer häufig über dem Kopf arbeitet, kennt das Gefühl. Trainer lernen, wie Schulter, Schulterblatt und Rumpf zusammenarbeiten und wie man Ausgleichsübungen sinnvoll einsetzt. Eine Einführung bieten die Ratgeber zu Fitnessübungen für die Schultern und zur Schultermuskulatur.
Was fehlt dir noch auf dem Weg vom Elektriker zum Personal Trainer?
Genauigkeit ist da, Fachwissen fehlt. Ein Personal Trainer plant Belastung über Wochen, passt Übungen an Menschen an und begründet Entscheidungen. Dafür braucht es Anatomie, Physiologie, Trainingslehre und Ernährung.
Dazu kommt die Praxis der Betreuung. Wie führst du ein Erstgespräch? Wie hältst du Ziele fest? Was tust du, wenn Fortschritte ausbleiben? Auch die Kommunikation mit Menschen, die unsicher oder frustriert sind, will geübt sein.
Daniela Isik, Dozentin der SNF Academy, begleitet die Videolektionen. Sie erklärt Zusammenhänge verständlich und mit Praxisbezug, auch für Lernende ohne sportwissenschaftlichen Hintergrund. Mehr zu ihrer Arbeit findest du auf danielalovric.ch.
Das lernst du in der Ausbildung zum Dipl. Personal Trainer SNFA und Dipl. Ernährungscoach SNFA
Teilnehmende der Ausbildung zum Dipl. Personal Trainer SNFA und zum Dipl. Ernährungscoach SNFA erfahren zu den Themen dieses Artikels mehr. Das sind die Inhalte:
- Krafttraining und Muskelaufbau: Wie Belastung, Wiederholungen und Pausen zusammenwirken.
- Korrekte Übungsausführung: Grundübungen, typische Fehler und Varianten, auch für Menschen mit viel Arbeit über dem Kopf.
- Trainingsplan: Aufbau, Steuerung und Anpassung. Erste Anregungen liefert der Beitrag Trainingsplan erstellen als Personal Trainer.
- Regeneration: Erholung planen, Belastung dosieren, Überlastung früh erkennen. Mehr dazu im Ratgeber zur Superkompensation im Krafttraining.
- Fitness und Anatomie: Muskeln, Gelenke und Bewegungsabläufe.
- Ernährung und Nahrungsergänzung: Grundlagen zu Makro- und Mikronährstoffen und eine fachliche Einordnung gängiger Produkte.
Die Inhalte stehen im Detail auf den Seiten der Personal-Trainer-Ausbildung und der Ernährungscoach-Ausbildung. Wer beides will, findet im Fitness Kombi Paket beide Diplome in einem Programm. Die Personal-Trainer-Ausbildung ist durch QualiCert geprüft und anerkannt. Absolventinnen und Absolventen verfügen über vertieftes Wissen und können Kunden im Fitnessstudio, im Outdoor-Training oder in Sportvereinen professionell beraten und betreuen. Wir empfehlen unseren Teilnehmenden, erste praktische Erfahrungen im Fitnessstudio zu sammeln und sich laufend weiterzuentwickeln. Nach der Ausbildung kannst du dich durch QualiCert zertifizieren lassen. Bei Fragen nimm unverbindlich Kontakt mit unseren Expertinnen und Experten auf.
Wie wirst du als Elektriker nebenberuflich oder selbstständig aktiv?
Das Diplom ist der erste Schritt, die Kundschaft der zweite. Viele Teilnehmende ergänzen die Ausbildung mit der Business Masterclass von Birol Isik. Sie umfasst Positionierung, Marketing, Branding, Kundengewinnung und Verkauf. Die Seite zur Personal Trainer Ausbildung mit Business Masterclass beschreibt das Programm.
Du kannst deinen Beruf behalten und nebenberuflich starten. Viele Elektriker kennen den Umgang mit Offerten, Terminen und Kundenerwartungen. Das hilft, wenn du ein Angebot aufbaust. Wächst die Nachfrage, kannst du das Hobby zum Beruf machen. Der Artikel zum selbstständigen Personal Trainer zeigt, wie der Anfang gelingt.
Birol Isik, Gründer der SNF Academy, begleitet dich im individuellen Coaching und hilft bei Zertifizierungsfragen. Mehr zu ihm findest du auf birolisik.ch. Für Webauftritt, Technik und Ausstattung beraten und unterstützen wir dich über Onspire. Als Elektriker bist du technisch versiert, das hilft bei Content Creation für Personal Trainer.
Was zeigt eine Coaching-Studie bei Menschen in körperlicher Arbeit?
Eine niederländische Studie untersuchte individuelles Coaching bei Arbeitern eines Bauunternehmens. In der Interventionsgruppe waren 162 Personen, in der Kontrollgruppe 152. Nach sechs Monaten zeigte sich ein statistisch signifikanter Effekt auf Körpergewicht, Body-Mass-Index und Taillenumfang (Viester et al. 2018).
Die Aussage hat Grenzen. Es handelt sich um ein einzelnes Unternehmen in den Niederlanden. Die Studie sagt nichts über Elektriker allein und nichts über Gesundheit im Einzelfall. Sie zeigt aber, dass individuelles Coaching auch bei Menschen mit körperlicher Arbeit untersucht wird. Das ist ein Hinweis, dass Handwerker als Zielgruppe für Trainer relevant sind.
Wie könnte der Einstieg aussehen?
Ein exemplarischer Ablauf, als Beispiel und nicht als Vorgabe:
- Du klärst, wie viel Zeit neben Montage, Service und Pikett möglich ist.
- Du startest die Ausbildung und planst zwei bis drei feste Lerneinheiten pro Woche.
- Du übst Technik und Gespräche mit Kollegen, Lernenden und Familie.
- Du sammelst erste Erfahrungen im Fitnessstudio oder im Outdoor-Training.
- Du entwickelst ein einfaches Angebot, etwa Kurzprogramme für Berufsleute mit unregelmässigen Arbeitszeiten.
Die Lernplattform ist der SNFA Campus. Du lernst dort 100 Prozent online, mit 365 Tagen Zugang. Allgemeine Hinweise zum Wechsel aus einem anderen Beruf findest du im Beitrag zum Quereinstieg in Fitness und Ernährung. Die Etappen nach dem Diplom beschreibt der Artikel Karriere als Personal Trainer mit Diplom.
Wie übersetzt du Systematik in einen Trainingsplan?
Als Elektriker kennst du den Ablauf: Anforderung klären, Plan zeichnen, installieren, prüfen, dokumentieren. Der Ablauf im Personal Training ist verwandt. Er beginnt mit dem Ziel des Kunden, geht über Bestandsaufnahme und Plan zur Umsetzung und endet mit Kontrolle und Anpassung.
- Anforderung klären: Was will der Kunde erreichen und bis wann? Welche Einschränkungen gibt es?
- Bestandsaufnahme: Wie sieht der Alltag aus? Was hat der Kunde bisher gemacht? Wie bewegt er sich in Grundübungen?
- Plan erstellen: Übungen, Umfang, Pausen und Steigerung werden festgelegt und begründet.
- Umsetzung begleiten: Du zeigst, korrigierst und motivierst.
- Prüfen und anpassen: Fortschritte werden notiert, der Plan wird nachgesteuert.
Diese Struktur ist nicht neu für dich. Sie gibt dir Sicherheit in einem Feld, das zunächst fremd wirkt. Eine Einführung in den Aufbau bietet der Beitrag zum Trainingsplan erstellen mit Vorlage. Die Fachlichkeit dahinter lernst du in den Modulen der Ausbildung.
Welche Kunden passen zu dir als Elektriker?
Du bist technisch versiert und gewohnt, Fachbegriffe in Alltagssprache zu übersetzen. Das macht dich glaubwürdig für Menschen, die Training als schwierig oder unübersichtlich empfinden. Auch Berufsleute mit unregelmässigen Arbeitszeiten, etwa im Pikettdienst, verstehst du aus eigener Erfahrung.
Mögliche Zielgruppen sind Berufskollegen und Menschen, die viel stehen, knien oder über Kopf arbeiten und einen Ausgleich suchen. Ebenso gehören Menschen dazu, die nach längerer Pause wieder in Bewegung kommen wollen. Dabei gilt: Du arbeitest mit gesunden Personen, und bei Beschwerden schickst du sie zur Hausärztin oder zum Hausarzt.
Für den Start genügt ein klares Angebot. Es kann ein kleines Paket sein, das auf wenigen Grundübungen aufbaut, mit festen Terminen und einer einfachen Dokumentation. Wie du dein Angebot sichtbar machst, lernst du in der Business Masterclass und im Coaching mit Birol Isik.
Evidenz und Grenzen: Was dieser Artikel nicht beantworten kann
Die zitierten Arbeiten stammen aus internationalen Untersuchungen. Mehrere sind älter, die Stichproben sind klein oder beruhen auf Selbstangaben. Sie zeigen Zusammenhänge und Häufigkeiten, aber keine Ursachen und keine persönliche Prognose. Keine der Arbeiten untersucht Elektriker in der Schweiz.
Wir machen keine Aussagen über Einkommen, Auslastung oder Erfolg nach dem Wechsel und nennen keine Zahl zu Berufswechslern. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder physiotherapeutische Beratung und enthält weder Diagnosen noch Therapieanleitungen. Bei Schmerzen oder Vorerkrankungen sprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
So gehst du jetzt vor
Schreibe auf, was du als Elektriker mitbringst und wen du später begleiten willst. Lies danach die Inhalte der Personal-Trainer-Ausbildung. Willst du wissen, wie sich das mit deinen Arbeitszeiten vereinbaren lässt, buche das Strategiegespräch zur Ausbildung. Wir besprechen Ablauf, Lernzeit und, wenn gewünscht, die Business Masterclass.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine rechtliche, steuerliche oder ärztliche Beratung. Angaben zum Programm findest du auf der verlinkten Seite.











