Musik gehört in vielen Fitnessstudios und im Outdoor-Training zum Standard, aber selten wird sie geplant. Dabei lässt sich Trainingsmusik einsetzen wie ein Werkzeug: für den Einstieg, für die Belastung und für das Ausklingen.
Dieser Beitrag ist für Trainerinnen, Trainer und Coaches geschrieben, die ihre Einheiten bewusst gestalten wollen. Wie die Personal-Trainer-Ausbildung der SNF Academy Planung, Betreuung und Kommunikation vermittelt, zeigt der Abschnitt zur Ausbildung weiter unten. Wie du kurze Einheiten klug füllst, zeigt der Beitrag Mini-Workouts in zehn Minuten. Hier geht es um die Musik und die Praxis.
Wie planst du Musik für den Aufbau einer Einheit?
Eine Einheit hat drei Phasen. Jede braucht etwas anderes von der Musik.
- Aufwärmen: mittleres bis schnelles Tempo, vertraute Titel, die Lust auf Bewegung machen.
- Hauptteil: Tempo und Lautstärke passend zur Aufgabe. Bei Ausdauer darf es treibender sein, bei Technikübungen ruhiger.
- Abkühlen: ruhiges Tempo, tiefere Lautstärke, damit sich Atmung und Puls beruhigen können.
Die Meta-Analyse zu 139 Studien stützt die Idee mit dem Tempo. Die Leistungseffekte waren bei schneller Musik grösser als bei langsamer bis mittlerer (Terry et al. 2020). Das gilt für Übungen, bei denen Rhythmus hilft, etwa Laufen, Rudern oder Zirkeltraining. Für Kraftübungen mit schwerer Last ist es keine Pflicht.
Ein einfaches Vorgehen: Notiere für jede Einheit die Phasen und ordne jeder einen Tempobereich zu. Mehr als eine Seite braucht es nicht.
Welche Rolle spielt der Musikgeschmack deiner Kundschaft?
Die vielleicht wichtigste Erkenntnis lautet: Es kommt darauf an, ob die Musik gefällt. Ein Überblick zur Musikpräferenz hält fest, dass die Vorliebe stark beeinflusst, wie gut Musik Leistung und Empfinden beim Training verbessert (Ballmann 2021).
Eine weitere Meta-Analyse mit 30 Studien zu Musik vor der Belastung fand Hinweise, dass selbst gewählte Musik stärkere Effekte hatte als vorgegebene (Delleli et al. 2023). Das heisst für dich: Frage nach dem Lieblingsgenre, bevor du etwas auflegst. Sammle zwei bis drei Titel, die für die jeweilige Person funktionieren.
In der Gruppe ist das schwieriger. Dort hilft eine Mischung aus bekannten Titeln und wechselnden Genres. Wer die Gruppe kennt, trifft eher den Geschmack.
Wie verhält es sich mit Einzel- und Gruppentraining?
Im Einzeltraining hörst du dein Gegenüber direkt und kannst die Musik jederzeit anpassen. Frage nach jeder Übung kurz nach, ob die Lautstärke passt. Das kostet Sekunden und zeigt, dass du zuhörst.
Im Gruppentraining und im Fitnessclub läuft Musik meist gemeinsam über Lautsprecher. Die Autoren der Übersicht weisen darauf hin, dass Musik im Alltag oft über Lautsprecher in Garderoben, Fitnessanlagen und Clubs läuft und das Folgen für Leistung und Training haben kann (Ballmann 2021). Ein Mensch, der seine Musik nicht mag, erlebt dann einen Nachteil.
Eine Lösung ist das Wechselspiel: Die Aufwärmphase mit bekannter Popmusik, der Hauptteil nach Programm, das Abkühlen ruhig. So kommen viele auf ihre Kosten.
Wie viel Lautstärke ist sinnvoll?
Musik soll unterstützen, nicht übertönen. Deine Anweisungen müssen verständlich bleiben, vor allem bei Technikkorrekturen. Als Faustregel gilt: Du sprichst in normaler Stimme und wirst verstanden.
Dauerhaft sehr laute Musik kann das Gehör belasten. Das gilt für Kopfhörer und für Lautsprecher. Achte auf dich und deine Kundschaft. Bei Ohrgeräuschen oder Hörproblemen ist die ärztliche Abklärung zuständig. Konkrete Dezibelwerte nennen wir hier nicht.
Wie sieht ein Beispiel für eine Einheit aus?
Das folgende Beispiel ist erfunden und beschreibt keine Einzelperson. Eine Kundin trainiert zweimal pro Woche und mag Pop aus den Neunzigern. Der Coach beginnt mit vertrauten Titeln im mittleren Tempo für zehn Minuten Aufwärmen.
Im Hauptteil läuft ein schnellerer Mix, während die Kundin Zirkelübungen macht. Bei der Kniebeuge mit Gewicht dreht er die Musik leiser, damit er die Ausführung korrigieren kann. Zum Schluss folgt ein ruhiger Titel für die Dehnung.
Nach drei Einheiten fragt der Coach, was gefallen hat. Er notiert die Antworten und passt die Playlist an. So entsteht Schritt für Schritt eine Auswahl, die zur Person passt.
Du siehst: Das Vorgehen ist einfach und kostet kaum Zeit. Es wirkt professionell, weil es zeigt, dass du dich an der Person orientierst.
Welche Fehler passieren bei Trainingsmusik häufig?
- Eine Playlist für alle, ohne nachzufragen.
- Zu hohe Lautstärke, sodass Anweisungen untergehen.
- Durchgehend schnelles Tempo, auch beim Dehnen.
- Texte, die für einzelne Personen unangenehm sind.
- Keine Pausen von Musik, obwohl jemand sich konzentrieren möchte.
Alle fünf Fehler lassen sich vermeiden, wenn du nach jeder Einheit zwei kurze Fragen stellst. Gefällt dir die Musik? War sie zu laut? Mehr braucht es nicht. Wie du solche Rückmeldungen in dein Betreuungsgespräch einbaust, hilft auch beim langfristigen Dranbleiben, wie der Beitrag Sportmotivation für Personal Trainer zeigt.
Das lernst du in der Ausbildung
Wer Einheiten professionell gestalten will, lernt in der Ausbildung mehr als Musikwahl. Teilnehmende der Ausbildung zum Dipl. Personal Trainer SNFA und zum Dipl. Ernährungscoach SNFA erfahren dazu mehr:
- Trainingsplan: Wie du Einheiten in Phasen gliederst und über Wochen aufbaust.
- Korrekte Übungsausführung: Wie du Technik erklärst und korrigierst, auch wenn Musik läuft.
- Krafttraining, Muskelaufbau und Fitness: Wie Belastung und Pausen zusammenspielen.
- Regeneration: Wie du das Abkühlen und die Erholung nach dem Training gestaltest.
- Ernährung und Nahrungsergänzung: Wie du Kundschaft rund um das Training begleitest, ohne Heilversprechen.
Du lernst 100 Prozent online mit 365 Tagen Zugang. Die Personal-Trainer-Ausbildung ist durch QualiCert geprüft und anerkannt. Absolventinnen und Absolventen verfügen über vertieftes Wissen und können Kunden im Fitnessstudio, im Outdoor-Training oder in Sportvereinen professionell beraten und betreuen. Wir empfehlen unseren Teilnehmenden, erste praktische Erfahrungen im Fitnessstudio zu sammeln und sich laufend weiterzuentwickeln. Nach der Ausbildung kannst du dich durch QualiCert zertifizieren lassen. Bei Fragen nimm unverbindlich Kontakt mit unseren Expertinnen und Experten auf. Das Diplom ist auf NQR Level 4 eingestuft.
Die Ernährungscoach-Ausbildung ergänzt die Ernährungsseite, das Fitness Kombi Paket kombiniert beide Wege zu zwei Diplomen.
Wie wird aus deiner Leidenschaft ein Beruf?
Viele Teilnehmende trainieren selbst gern mit Musik und möchten dieses Wissen weitergeben. Sie starten nebenberuflich und bauen ihr Angebot Schritt für Schritt auf. In der Personal-Trainer-Ausbildung mit Business Masterclass lernst du, wie du dich selbständig aufstellst und Kunden findest.
Birol Isik, Gründer der SNF Academy, leitet die Business Masterclass und begleitet dich auf Wunsch im individuellen Coaching, auch bei Fragen zur Zertifizierung. Für Trainingsvideos mit passender Musik hilft dir die YouTube Masterclass von Daniela Isik.
Evidenz und Grenzen
Die Meta-Analysen zeigen kleine bis mittlere Effekte und stammen aus Studien mit unterschiedlichen Methoden. Aussagen zu bestimmten Tempi gelten im Durchschnitt, nicht für jede Person. Die Studie zu Musik vor der Belastung hat breite Vorhersagebereiche, die Ergebnisse können im Einzelfall anders ausfallen.
Musik verbessert das Training nicht von allein. Gute Planung, Technik und Erholung bleiben entscheidend. Heilversprechen gibt es nicht. Bei Beschwerden oder Vorerkrankungen gehört die Abklärung in ärztliche Hände. Die Studien stammen nur zum Teil aus Europa, die Praxis in Schweizer Fitnessstudios lässt sich aber gut darauf übertragen.
So gehst du jetzt vor
Plane die nächste Einheit mit drei Musikphasen und frage danach deine Kundschaft nach ihrer Rückmeldung. Wiederhole das zwei Wochen lang und passe an.
Wenn du Training beruflich begleiten möchtest, vereinbare das Strategiegespräch zur Ausbildung. Wir klären, welcher Weg zu dir passt. Beratung zu Auftritt, Content und Ausstattung bekommst du bei onspire.ch: Wir beraten und unterstützen dich dabei. Mehr zum Gründer steht auf birolisik.ch, Daniela Isik als Dozentin findest du auf danielalovric.ch. Die Ausbildungen laufen auf dem SNFA Campus.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine rechtliche, steuerliche oder ärztliche Beratung. Angaben zum Programm findest du auf der verlinkten Seite.











