Viele Coaches haben einen Account, posten unregelmässig und fragen sich, ob es sich lohnt. Die Antwort hängt vom Ziel ab. Soziale Netzwerke bringen selten sofort Kundschaft. Sie schaffen Bekanntheit, Vertrauen und Gelegenheiten, mit den richtigen Menschen ins Gespräch zu kommen. Wer das akzeptiert und einen Plan hat, nutzt sie wirkungsvoll.
Dieser Artikel zeigt dir einen Plan für Instagram und LinkedIn. Als Grundlage dienen das KMU-Portal des Bundes zu Marketing und Online-Kanälen sowie die Hinweise der Plattformen LinkedIn und Instagram zu Profilen und Formaten. Wo wir Zahlen der Plattformen nennen, sind es Angaben der Anbieter selbst, nicht unabhängige Messungen. Zahlen zu Verdienst oder garantierter Reichweite nennen wir nicht.
Was kann Social Media für Coaches leisten und was nicht?
Das KMU-Portal beschreibt Marketing als alle Massnahmen, mit denen Produkte oder Dienstleistungen bekannt gemacht und bei einer Zielgruppe sichtbarer werden, und nennt soziale Netzwerke als einen von mehreren Online-Kanälen. Digitales Marketing ist laut KMU-Portal für alle zugänglich und mit überschaubarem Budget umsetzbar. Gleichzeitig soll jede Massnahme unmittelbare Ergebnisse bringen und die Kosten decken.
Für Coaches bedeutet das:
- Social Media macht dich bekannt und zeigt, wie du arbeitest.
- Es ersetzt keine Website, auf der Angebote, Ablauf und Qualifikation stehen.
- Es ersetzt keinen Newsletter, über den du direkt in Postfächer kommst.
- Es braucht Zeit. Plane ein bis drei Stunden pro Woche, nicht mehr, wenn du nebenher Kundschaft betreust.
Wenn der Aufwand nicht zum Nutzen passt, lohnt es sich, Kanäle zu streichen. Besser ein Kanal mit Regelmässigkeit als vier mit Lücken. Eine allgemeine Übersicht zu Social-Media-Marketing in der Fitness- und Gesundheitsbranche findest du auf der Seite Social Media Marketing.
Welcher Kanal passt zu welchem Ziel?
Instagram und LinkedIn sprechen unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Erwartungen an. Wähle nach deiner Zielgruppe.
| Kanal | Stärke | Typische Zielgruppe | Geeignete Inhalte |
|---|---|---|---|
| Nähe, Bild und Video, Alltag | Privatpersonen, die Training oder Ernährung umsetzen möchten | Übungen, Alltagstipps, Einblicke, Kurzvideos | |
| Fachkompetenz, Netzwerk, Zusammenarbeit | Berufstätige, Firmen, Partner wie Ärzte oder Studios | Fachbeiträge, Erfahrungen, Kooperationen, Betriebliches Gesundheitsmanagement | |
| Beides | Breite Sichtbarkeit | Gemischte Zielgruppen | Gleiche Themen in zwei Formen |
Starte mit einem Kanal. Wenn dein Rhythmus nach drei Monaten stabil ist, kannst du den zweiten ergänzen. Wer Personen im Alter zwischen zwanzig und fünfzig erreichen möchte, die selbst trainieren wollen, beginnt meist bei Instagram. Wer mit Unternehmen zusammenarbeiten möchte, etwa bei Gesundheitsangeboten für Teams, beginnt bei LinkedIn.
Wie richtest du dein Profil ein?
Das Profil ist deine Visitenkarte. Menschen entscheiden in Sekunden, ob sie dir folgen. Bei Instagram empfiehlt die Plattform Kreativen, auf ein professionelles Konto zu wechseln, um Analysen zu erhalten. Bei LinkedIn beschreibt das Unternehmen, dass Seiten mit vollständigen Angaben laut LinkedIn 30 Prozent mehr wöchentliche Aufrufe erhalten, und empfiehlt Logo, Titelbild, eine Übersicht mit passenden Begriffen, Website, Standort und einen Call-to-Action-Button.
- Foto: Gesicht gut erkennbar, ruhiger Hintergrund, kein Gruppenbild.
- Name: Dein richtiger Name, gegebenenfalls mit Berufsbezeichnung.
- Kurzbeschreibung: Für wen arbeitest du, wobei hilfst du, mit welcher Ausbildung?
- Link: Auf deine Website oder Angebotsseite, nicht auf die Startseite einer Plattform.
- Kontakt: Ein klarer Weg, dich anzusprechen.
- Hervorgehobene Beiträge: Drei Beiträge, die dein Angebot erklären.
Nenne deine Qualifikation wahrheitsgemäss, zum Beispiel «dipl. Ernährungscoach SNFA». Erfundene oder übertriebene Angaben schaden dem Vertrauen und sind, wie Google es für Autorenangaben beschreibt, eine Form der Täuschung.
Welche Inhalte funktionieren bei Coaches?
Ein Plan mit vier Inhaltstypen hilft, nicht ständig neu zu überlegen:
| Typ | Anteil | Beispiel |
|---|---|---|
| Nutzen | Etwa die Hälfte | Eine Übung erklärt, ein Tipp für den Alltag, eine Antwort auf eine häufige Frage |
| Einblick | Etwa ein Viertel | Wie ein Trainingstag aussieht, was du lernst, was dich bewegt |
| Beleg | Etwa ein Achtel | Kundenstimme mit Einwilligung, Ergebnis einer Studie mit Quelle |
| Angebot | Etwa ein Achtel | Neuer Kurs, freie Termine, Einladung zum Erstgespräch |
Das Verhältnis ist ein Richtwert aus der Praxis, keine wissenschaftliche Vorgabe. Wichtig ist, dass der Nutzen überwiegt. Für Aussagen zu Training und Gesundheit gilt dieselbe Sorgfalt wie in Artikeln: Nenne Quellen, benenne Grenzen und vermeide Versprechen. In Beiträgen genügt ein Hinweis wie «Quelle in der Bildbeschreibung oder im verlinkten Artikel».
Ideen findest du in den Fragen deiner Kundschaft. Wie du sie sammelst und in Formate umsetzt, zeigt der Beitrag Fitness-Content erstellen lernen.
Welche Formate passen zu Instagram und LinkedIn?
Instagram nennt auf der Seite für Kreative unter anderem Reels, Stories, Live und Broadcast Channels und betont, dass es keinen «richtigen» Weg gibt, Instagram zu nutzen. Zu Beitragsfrequenz und einzelnen Formaten macht die gelesene Seite keine Angaben, du kannst also frei testen.
LinkedIn nennt für Seiten Bilder, Videos, Dokumente, Artikel und Einblicke hinter die Kulissen und gibt an, dass Unternehmen, die wöchentlich posten, einen doppelten Anstieg der Interaktion verzeichnen, und dass Videos fünfmal mehr Interaktion erhalten. Es sind Angaben von LinkedIn selbst zu Unternehmensseiten. Sie gelten nicht automatisch für persönliche Profile von Coaches, geben aber eine Richtung.
- Instagram: Kurzvideos mit einer Übung, Karussell mit Checkliste, Story mit Frage an die Community
- LinkedIn: Text mit Erfahrung oder Fachfrage, Dokument mit Leitfaden, kurzes Video
- Beide: Ein Beitrag zu einem neuen Artikel, mit Link in Profil oder Beschreibung
Wie sieht ein Wochenplan aus?
Ein einfacher Plan mit rund zwei Stunden Aufwand pro Woche:
| Tag | Aufgabe | Dauer |
|---|---|---|
| Montag | Eine Kundenfrage wählen und als Thema festlegen | 15 Minuten |
| Dienstag | Beitrag schreiben oder Kurzvideo aufnehmen | 45 Minuten |
| Mittwoch | Zweiten Beitrag (Einblick) vorbereiten, Bilder auswählen | 30 Minuten |
| Donnerstag | Beiträge planen und veröffentlichen | 15 Minuten |
| Freitag | Kommentare beantworten, mit zehn Profilen der Zielgruppe austauschen | 15 Minuten |
Mit zwei Beiträgen pro Woche kommst du weit. Mehr zählt nicht, wenn die Qualität sinkt. Wichtiger als die Anzahl ist, dass du auf Kommentare und Nachrichten antwortest. Soziale Netzwerke leben vom Gespräch. LinkedIn empfiehlt für Seiten ausserdem, als Seite auf Beiträge anderer zu reagieren und zu kommentieren, wenn es passt.
Wie baust du Reichweite auf?
Reichweite entsteht durch Relevanz und Beziehung. Einige Hebel:
- Hashtags: LinkedIn empfiehlt drei bis fünf passende Hashtags. Verwende nur solche, die zum Inhalt gehören.
- Zielgruppe ansprechen: Verwende Begriffe und Situationen deiner Leserschaft.
- Austausch: Kommentiere Beiträge von Menschen aus deiner Zielgruppe mit eigenen Gedanken statt Floskeln.
- Zusammenarbeit: Lade Fachpersonen zu einem gemeinsamen Beitrag oder Video ein.
- Weiterleiten: Weise in Beiträgen auf deinen Newsletter und Artikel hin.
Verzichte auf gekaufte Follower und Austauschgruppen. Sie bringen Zahlen, aber keine Kundschaft, und können dem Ruf schaden. Wenn du bezahlte Anzeigen einsetzen möchtest, plane ein kleines Budget, setze klare Ziele und werte nach vier Wochen aus.
Wie bringst du Social Media mit deinem Angebot zusammen?
Jeder Kanal braucht einen nächsten Schritt. Ohne ihn bleiben Beiträge folgenlos. Mögliche Schritte sind der Eintrag in deinen Newsletter, ein Erstgespräch, ein Download oder eine Angebotsseite. Wie du den Newsletter aufbaust, beschreibt der Beitrag Newsletter für Coaches.
Verlinke aus dem Profil auf eine Seite, die zum Beitrag passt, und sorge dafür, dass die Seite auf dem Smartphone gut funktioniert. Die meisten Zugriffe aus Netzwerken erfolgen mobil. Zeige auf der Zielseite wieder Name, Ausbildung und Kontaktweg, damit Besucher wissen, wer du bist. Wer ein Business aufbauen und sein Angebot schärfen möchte, findet Begleitung bei Birol Isik.
Wie gehst du mit Datenschutz und Persönlichkeitsrechten um?
Im Coaching entstehen leicht Bilder und Geschichten von Kundinnen. Zeige sie nur mit schriftlicher Einwilligung, und verzichte auf Details, die Personen erkennbar machen. Das gilt besonders für Gesundheitsthemen. Antworte nicht öffentlich auf persönliche Fragen, sondern verweise auf ein Gespräch.
Achte ausserdem auf Urheberrechte: Verwende nur Bilder, Musik und Texte, die du verwenden darfst. Bei Wettbewerben und Kooperationen mit Marken beachte Kennzeichnungspflichten. Wenn du unsicher bist, hole Rat ein.
Wie arbeitest du mit Video?
Kurzvideos eignen sich besonders für Training und Ernährung, weil sie Bewegung und Zubereitung zeigen. Beginne einfach: Smartphone, gutes Licht, klarer Ton. Fasse dich kurz und beginne mit dem Ergebnis. Wer Videos systematisch aufbauen möchte, findet in der Masterclass von Daniela Isik einen Leitfaden für YouTube, der sich auf andere Kanäle übertragen lässt.
Sorge dafür, dass Videos Untertitel haben. Viele schauen ohne Ton. Und achte darauf, dass die Übungen sicher und für die Zielgruppe geeignet sind. Fachliche Fehler in Videos schaden mehr als in Texten, weil sie sich schnell verbreiten.
Beispiel: Eine Beitragsserie über vier Wochen
Stell dir eine Personal Trainerin vor, die Berufstätige beim Einstieg in Krafttraining begleitet. Sie plant für vier Wochen eine Serie mit dem Titel «Kraft im Alltag», jede Woche ein Schwerpunkt:
- Woche 1: Warum Kraft im Alltag zählt, ein Beitrag mit einer einfachen Erklärung und einer Übung
- Woche 2: Fehler bei Kniebeugen, ein Kurzvideo mit Korrektur
- Woche 3: Wie ein Trainingstag mit wenig Zeit aussieht, ein Einblick mit Foto
- Woche 4: Fragen und Antworten aus Nachrichten, ein Beitrag mit Hinweis auf das Erstgespräch
Jeder Beitrag nennt die Serie im Titel, hat eine klare Aussage und einen Hinweis, wo es mehr gibt. Am Ende der vier Wochen wertet sie aus, welche Beiträge am meisten Fragen ausgelöst haben, und macht daraus einen Artikel auf ihrer Website. Serien geben Struktur, erleichtern die Planung und machen es Leserinnen leicht, dir zu folgen.
Was tust du, wenn du dich vor der Kamera unwohl fühlst?
Viele Coaches zögern, sich zu zeigen. Das ist verständlich und kein Grund aufzugeben. Du musst nicht ständig im Bild sein. Starte mit Formaten, die dir leichter fallen: Texte, Bilder von Übungen, Zitate aus deiner Arbeit, Screenshots einer Checkliste. Nach und nach kannst du Stimme und Gesicht ergänzen.
Übe mit kurzen Aufnahmen, die du nur für dich machst. Beginne mit zehn Sekunden und steigere dich. Schreibe vorher drei Stichworte auf, nicht ganzen Text. Und denke daran: Deine Zielgruppe sucht keine Perfektion, sondern Verlässlichkeit und Echtheit.
Wie wertest du aus?
Beide Plattformen bieten Analysen. LinkedIn nennt Besucher- und Follower-Daten und die Leistung von Beiträgen, bei Instagram erhältst du sie mit dem professionellen Konto. Schaue einmal im Monat auf drei Dinge:
- Welche Beiträge haben die meisten Reaktionen und Gespräche ausgelöst?
- Welche haben Besucher auf die Website oder in den Newsletter geführt?
- Welche Anfragen sind entstanden und woher kamen die Menschen?
Streiche Formate, die nichts bewirken, und verstärke jene, die Gespräche auslösen. Und trage Anfragen in eine einfache Liste ein, mit der Frage «Wie bist du auf mich aufmerksam geworden?». So erkennst du, ob Social Media sich lohnt.
Welche Fehler vermeidest du besser?
- Alle Kanäle gleichzeitig bespielen
- Nur Angebote posten
- Aussagen zu Gesundheit ohne Quelle
- Kundenbilder ohne Einwilligung
- Unregelmässigkeit: ein Monat täglich, dann drei Monate nichts
- Kommentare und Nachrichten ignorieren
Wenn du die Technik und Strategie für deinen Auftritt professionell aufsetzen möchtest, unterstützt dich Onspire bei Sichtbarkeit und Marketing. Und wer sich fachlich qualifizieren will, findet bei der SNF Academy die Ernährungscoach-Ausbildung. Studierende bearbeiten die Inhalte über snfa-campus.ch.
Dein 30-Tage-Plan
| Woche | Aufgabe |
|---|---|
| 1 | Ziel und Zielgruppe festlegen, einen Kanal wählen, Profil überarbeiten |
| 2 | Zehn Themen aus Kundenfragen sammeln, zwei Beiträge produzieren und veröffentlichen |
| 3 | Zwei weitere Beiträge, zehn Kommentare bei Profilen der Zielgruppe |
| 4 | Auswertung: Was hat funktioniert? Plan für den nächsten Monat, Link zum Newsletter prüfen |
Wiederhole diesen Rhythmus drei Monate lang, bevor du entscheidest, ob du den Kanal behältst, ausbaust oder wechselst.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.











