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Grundumsatz-Formeln: Wie genau sind sie? Ergebnisse aus Validierungsstudien

Grundumsatz-Formeln und ihre Genauigkeit: Was Validierungsstudien zu Mifflin-St Jeor und Harris-Benedict bei Athleten, Adipositas und Älteren zeigen.

  • 14 Min. Lesezeit
Küchenwaage, Notizbuch mit handschriftlicher Rechnung und eine Schale mit Frühstück auf einem Holztisch, Sinnbild für das Nachrechnen und Prüfen von Formeln zum Grundumsatz
Kernaussage

Keine Grundumsatz-Formel ist für alle genau.

Die Genauigkeit der Grundumsatz-Formeln ist besser untersucht, als die meisten Online-Rechner vermuten lassen. Dieser Artikel fasst zusammen, was zehn Meta-Analysen und systematische Übersichtsarbeiten aus der Datenbank PubMed sowie die Originalarbeit der Mifflin-St-Jeor-Formel zur Frage zeigen: Wie nah liegen Formeln am gemessenen Wert, und für wen? Wie Du Deinen Bedarf praktisch berechnest, erklärt unser Kalorien Rechner mit Anleitung. Wie sich der Bedarf bei Training und Sportart einschätzen lässt, steht im Ratgeber zum Kalorienbedarf im Sport, und die Schritte zum Abnehmen findest Du im Ratgeber Kaloriendefizit berechnen.

Jede Zahl im Text stammt aus gelesenen Zusammenfassungen. Wir nennen nur Koeffizienten, die in einer gelesenen Zusammenfassung stehen. Die Wissenschaft misst den Grundumsatz mit indirekter Kalorimetrie und vergleicht damit die Formeln. Genau diese Vergleiche, die sogenannten Validierungsstudien, stehen hier im Mittelpunkt.

Grundumsatz-Formeln: Wie genau sind sie nach Gruppe?

Die Tabelle fasst die Kernergebnisse der gelesenen Arbeiten zusammen. Sie zeigt, dass die Antwort von der untersuchten Gruppe abhängt.

Gruppe (Arbeit)Was die Übersichtsarbeit fand
Athleten, 29 Studien mit 1430 Personen5 von 11 Formeln lagen im Mittel nahe am Messwert, darunter Harris-Benedict. Mifflin-St-Jeor wich signifikant ab. Die Ten-Haaf-Formel sagte bei 80.2 Prozent der Personen innerhalb von plus/minus 10 Prozent voraus (Quelle 1)
Übergewicht und Adipositas, 61 StudienHarris-Benedict mit höchster Präzision (60.65 und 62.54 Prozent), alle Analysen mit hoher Heterogenität (Quelle 2)
Adipositas, 21 Studien zum RuheumsatzMifflin am präzisesten, rund 75 Prozent der Schätzungen im 10-Prozent-Bereich, bei 25 Prozent grösserer Fehler (Quelle 3)
Schwere Adipositas, 40 StudienHarris-Benedict und WHO am genauesten (Quelle 5)
Ältere Erwachsene, 14 StudienMifflin und Harris-Benedict mit der geringsten Abweichung, keine Formel mit hoher Genauigkeit und Präzision (Quelle 4)
Übergewichtige Kinder und Jugendliche, 13 StudienSchofield am genauesten für Gruppen, Mifflin am präzisesten (62 Prozent bei 11 bis 18 Jahren), keine Formel mit beidem (Quelle 9)
Pflegeheimbewohner, 4 Studien mit 332 Personen79 Prozent der Formeln überschätzten, individuelle Genauigkeit höchstens 41 Prozent (Quelle 10)

Zwei Beobachtungen stechen heraus. Erstens liegt die Treffsicherheit meist bei 40 bis 80 Prozent. Zweitens widersprechen sich die Arbeiten beim «Sieger». Beides erklären die folgenden Abschnitte.

Wie wird die Genauigkeit einer Formel überhaupt gemessen?

Als Referenz gilt in den gelesenen Übersichtsarbeiten die indirekte Kalorimetrie. Dabei wird der Sauerstoffverbrauch gemessen und daraus der Energieverbrauch berechnet (Quelle 1). Die Untersuchung ist aufwendig, deshalb greift man im Alltag zu Vorhersageformeln. Allein die Meta-Analyse zu Athleten fand 100 verschiedene Formeln, die mit der gemessenen Referenz verglichen wurden. Elf davon erfüllten die Kriterien für eine Meta-Analyse zur Genauigkeit (Quelle 1).

Die Arbeiten unterscheiden zwei Dinge. Genauigkeit (Bias) beschreibt, ob eine Formel im Mittel über- oder unterschätzt. Präzision beschreibt, wie viele Einzelpersonen innerhalb von plus/minus 10 Prozent des Messwerts liegen. Eine Formel kann im Gruppenmittel stimmen und bei vielen Einzelnen trotzdem weit danebenliegen. Das ist genau das, was die Arbeiten zu Jugendlichen (Quelle 9) und zu älteren Menschen (Quelle 4) zeigen.

Ein Beispiel für die Wirkung der 10-Prozent-Marke: Die Mifflin-St-Jeor-Formel in der vereinfachten Fassung lautet für Männer 10 x Gewicht (kg) + 6.25 x Grösse (cm) - 5 x Alter + 5 und für Frauen dieselbe Rechnung mit - 161 am Ende (Quelle 8). Für drei fiktive Personen ergibt das folgende Werte und Spielräume. Es sind eigene Rechenbeispiele und keine Messwerte.

BeispielRuheumsatz nach MifflinSpielraum (plus/minus 10 Prozent)Unterschied
Frau, 35 Jahre, 65 kg, 168 cm1364 kcal1228 bis 1500 kcalrund 136 kcal
Mann, 40 Jahre, 85 kg, 180 cm1780 kcal1602 bis 1958 kcalrund 178 kcal
Frau, 60 Jahre, 70 kg, 160 cm1239 kcal1115 bis 1363 kcalrund 124 kcal

Selbst wenn eine Formel «gut» abschneidet, kann der wahre Wert also um mehr als 100 kcal pro Tag abweichen. Die Schätzungen der gelesenen Arbeiten (10-Prozent-Marke) beziehen sich auf den Ruheumsatz (Quelle 1, Quelle 3).

Wie wurde die Mifflin-St-Jeor-Formel geprüft?

Die Mifflin-St-Jeor-Formel wurde 1990 im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht. Die Autoren leiteten sie aus Daten von 498 gesunden Personen im Alter von 19 bis 78 Jahren ab, darunter 247 Frauen und 251 Männer, normalgewichtig und fettleibig. Der Ruheumsatz wurde mit indirekter Kalorimetrie gemessen. Aus Gewicht, Grösse und Alter lässt sich der Ruheumsatz damit zu einem Erklärungsanteil (R2) von 0.71 schätzen. Die vereinfachte, nach Geschlecht getrennte Fassung beeinträchtigte den Vorhersagewert nicht (Quelle 8).

Zum Vergleich nannten die Autoren zwei einfachere Gleichungen: Mit der fettfreien Masse als Grundlage erreichte die Vorhersage R2 = 0.64, mit dem Körpergewicht allein R2 = 0.56 (Quelle 8). Die Harris-Benedict-Gleichung von 1919 überschätzte in ihrer Stichprobe den gemessenen Ruheumsatz um 5 Prozent (Quelle 8). Das war der Ausgangspunkt der späteren Vergleiche, die sich auf bestimmte Gruppen konzentrieren.

Welche Formel ist bei Athleten am genauesten?

Die Meta-Analyse zu Athleten umfasst 29 Studien mit 1430 Personen. Fünf von elf Formeln lagen im Mittel nahe am Messwert, darunter Harris-Benedict. Mifflin-St-Jeor wich signifikant ab. Bei der Präzision lagen die neun auswertbaren Formeln zwischen 40.7 und 63.7 Prozent, nur die Ten-Haaf-Formel mit Alter, Gewicht und Grösse erreichte 80.2 Prozent (Quelle 1).

Die Autoren halten ausserdem fest: Die Wahl der Formel nach einer Population mit ähnlichen Eigenschaften (Körperbau, Geschlecht, Sportart, Leistungsniveau) ist vorzuziehen, und einige Formeln seien durchgehend schwach und sollten vermieden werden (Quelle 1). Für die praktische Einschätzung im Training gibt der Ratgeber zum Kalorienbedarf im Sport (siehe oben) die Ergänzung.

Wie genau sind die Formeln bei Übergewicht und Adipositas?

Hier widersprechen sich die Arbeiten. In einer Meta-Analyse mit 61 Studien erreichte die Harris-Benedict-Formel (1919) die höchste Präzision, bei Übergewicht 60.65 Prozent und bei Adipositas 62.54 Prozent der Schätzungen. Die geringste Abweichung beim Ruheumsatz hatte die FAO/WHO/UNU-Gleichung von 1985, die nur das Körpergewicht verwendet. Die Heterogenität war in den meisten Analysen sehr hoch (I2 über 90 Prozent) (Quelle 2).

Die systematische Übersicht zu Adipositas mit 21 Studien zum Ruheumsatz empfiehlt dagegen Mifflin: Rund 75 Prozent der Schätzungen lagen innerhalb von 10 Prozent des Messwerts, bei 25 Prozent der Untersuchten war der Fehler grösser (Quelle 3). Bei schwerer Adipositas (Body-Mass-Index 40.0 bis 62.4, 40 Studien) waren Harris-Benedict (Abweichung minus 18.9 kcal pro Tag) und die WHO-Gleichung (minus 12.44 kcal pro Tag) am genauesten. Alle anderen Gleichungen, darunter Mifflin, unterschätzten den Grundumsatz tendenziell. Die meisten Studien hatten ein hohes Verzerrungsrisiko (Quelle 5).

Wie genau sind die Formeln bei älteren Erwachsenen?

In 14 Studien mit gesunden älteren Erwachsenen zeigte sich die geringste Abweichung bei Mifflin (minus 0.3 Prozent) und Harris-Benedict (plus 2.6 Prozent), die höchste Präzision erreichte Harris-Benedict mit rund 70 Prozent. Es bestand eine Tendenz zur Überschätzung des Ruheumsatzes, und keine Formel lieferte genaue und präzise Schätzungen. Die Autoren wünschen sich Studien mit besserem Design (Quelle 4). Eine weitere Untersuchung mit 68 Studien und 210 verschiedenen Gleichungen fand eine grosse Streuung der Schätzungen. Die Übereinstimmung war höher bei Gleichungen mit weniger Parametern, besonders solchen mit Körpergewicht (ICC 0.75) (Quelle 6).

Bei Pflegeheimbewohnern zeigt eine neue systematische Übersicht mit vier Studien und 332 Personen ein noch schlechteres Bild: 79 Prozent der Formeln überschätzten den Ruheumsatz im Gruppenmittel, die individuelle Genauigkeit lag bei höchstens 41 Prozent. Die Lührmann-Gleichung schnitt akzeptabel ab, klassische Formeln wie Harris-Benedict und FAO/WHO/UNU zeigten geringe Genauigkeit. Die Autoren raten, wenn möglich die indirekte Kalorimetrie zu bevorzugen (Quelle 10).

Und bei Kindern, Jugendlichen und beim Abnehmen?

Bei Kindern und Jugendlichen mit Übergewicht ergab sich aus 13 Studien: Die Schofield-Gleichungen waren mit einer Abweichung von plus 0.8 Prozent (3 bis 18 Jahre) die genauesten und eignen sich für Gruppen. Die präziseste Schätzung für Einzelne lieferten bei 11 bis 18 Jahren die Mifflin-Gleichungen (62 Prozent), sie tendierten aber zur Unterschätzung. Die Schofield-Präzision lag bei 43 Prozent. Es gab keine einzelne Gleichung mit hoher Genauigkeit und Präzision (Quelle 9).

Beim Abnehmen gilt: In acht Studien mit Abnehmenden hatte die Harris-Benedict-Formel die geringsten Abweichungen. Die Autoren warnen aber, die breiten Vorhersageintervalle könnten zeigen, dass Formeln für Menschen, die abnehmen und wieder zunehmen, keine handlichen Werkzeuge sind (Quelle 7). Die Planung eines Defizits beschreibt der oben verlinkte Ratgeber.

Warum widersprechen sich die Studien beim «Sieger»?

Aus den Zusammenfassungen lassen sich drei Gründe ableiten. Erstens unterscheiden sich die untersuchten Gruppen: Athleten, Ältere, Kinder und Menschen mit starker Adipositas haben eine andere Körperzusammensetzung, und eine Formel passt nur so gut wie die Gruppe, an der sie entwickelt wurde. Zweitens messen die Arbeiten Verschiedenes: Die einen bewerten den Gruppenmittelwert (Bias), die anderen den Anteil der Einzelpersonen im 10-Prozent-Bereich (Präzision), und diese Rangfolgen müssen nicht übereinstimmen (Quelle 1, Quelle 9). Drittens war die Heterogenität gross, in einer Auswertung über 90 Prozent (Quelle 2), und viele Studien hatten ein hohes Verzerrungsrisiko (Quelle 5).

Der Unterschied zwischen den Formeln ist damit oft kleiner als die Streuung zwischen den Personen. Das erklärt, warum zwei Rechner mit unterschiedlichen Formeln bei Dir um mehr als 100 kcal auseinanderliegen können, ohne dass einer «falsch» ist.

Wie genau sind Formeln für den Gesamtverbrauch?

Nach dem Ruheumsatz kommt in der Praxis ein Aktivitätsfaktor. Konkrete Faktorwerte nennen wir nicht, weil wir dazu keine Studie ausgewertet haben. Zur Genauigkeit der Gesamtverbrauchsformeln sind die Arbeiten ernüchternd: Bei Erwachsenen mit Übergewicht zeigte die Gleichung des Institute of Medicine (2005) die geringste Abweichung, die Autoren betonen aber, dass weitere Studien nötig sind (Quelle 2). Die Übersicht zu Adipositas schliesst, dass keine Belege den Einsatz von Vorhersagegleichungen für den Gesamtverbrauch bei Adipositas stützen (Quelle 3). Wie Fitness-Tracker Bewegung messen, ordnet der Artikel Wearables im Fitnesstraining: Was Tracker wirklich bringen ein.

Was folgt aus den Studien für die Praxis?

  • Ergebnis als Startwert sehen. Fehler von mehr als 10 Prozent kommen bei einem Teil der Menschen vor (Quelle 3). Eine Formel ersetzt keine Messung.
  • Formel passend zur Gruppe wählen. Bei Athleten, Älteren und starker Adipositas liegen unterschiedliche Formeln vorn (Quelle 1, Quelle 4, Quelle 5). Wie Du die Formel im Rechner anwendest, zeigt der Kalorien Rechner oben, die ausführliche Anleitung zur Berechnung bietet unsere Seite zum Grundumsatz berechnen.
  • Nicht auf die letzte Stelle rechnen. Die Streuung zwischen Personen ist grösser als der Unterschied zwischen den Formeln.
  • Über mehrere Wochen beobachten. Bleibt das Gewicht bei gleichbleibender Ernährung stabil, trifft der Wert den Bedarf ungefähr. Dieser Praxisgedanke stammt nicht aus einer gelesenen Studie, er ist eine übliche Beratungsmethode.
  • Veränderung einplanen. Beim Gewichtsverlust sind die Formeln besonders unsicher (Quelle 7).

Wie belastbar ist das alles? Die Grenzen der Evidenz

  • Schätzung statt Messung. Selbst die besten Formeln treffen nur bei einem Teil der Personen innerhalb von 10 Prozent (Quelle 1, Quelle 3).
  • Hohe Heterogenität. In der Auswertung bei Übergewicht war die Heterogenität in den meisten Analysen sehr hoch (Quelle 2).
  • Verzerrungsrisiko. Bei schwerer Adipositas hatte die Mehrzahl der Studien ein hohes Verzerrungsrisiko (Quelle 5), bei älteren Menschen wünschen sich die Autoren Studien mit besserem Design (Quelle 4).
  • Kleine Datenbasis. Bei Pflegeheimbewohnern gab es nur vier Studien (Quelle 10).
  • Verschiedene Gruppen. Ergebnisse für Athleten, Ältere, Kinder und Menschen mit Adipositas lassen sich nicht einfach auf Dich übertragen.
  • Gesamtverbrauch kaum belegt. Für den Gesamtverbrauch gibt es bei Adipositas keine Belege für Vorhersageformeln (Quelle 3).
  • Nur Zusammenfassungen gelesen. Einzelheiten in den Volltexten können vom hier Beschriebenen abweichen.

Was heisst das für Ernährungscoaches?

Die SNF Academy bildet seit vielen Jahren Ernährungscoaches aus. Aus dieser Praxis wissen wir: Klientinnen und Klienten kommen oft mit einer Zahl aus einem Online-Rechner und fragen, ob sie stimmt. Mit dem Wissen aus diesem Artikel kannst Du als Ernährungscoach erklären, warum jede Formel nur eine Schätzung ist, welche Gruppe welche Formel stützt und warum der Verlauf über mehrere Wochen mehr aussagt als die Startzahl. Das schafft Vertrauen, weil Du Zahlen einordnest, statt sie vorzugeben. Wichtig ist auch die Grenze Deiner Rolle: Bei Krankheiten, starkem Über- oder Untergewicht, Schwangerschaft oder Essstörungen gehört die Energiebedarfsplanung in ärztliche oder therapeutische Hände. Die Ausbildung zum Ernährungscoach zeigt Dir, wie Du Studien liest und Formeln sachlich einordnest.

So ist dieser Artikel entstanden

Für diesen Artikel haben wir am 30. Oktober 2026 in der Datenbank PubMed nach Meta-Analysen und systematischen Übersichtsarbeiten gesucht (Suchbegriffe im Titel: «resting metabolic rate, prediction equations, accuracy, athletes, obesity, older adults, children, weight loss, Mifflin»). Aus den Treffern haben wir 10 Arbeiten ausgewählt, die Fragen zur Gesundheit beim Menschen beantworten, und ihre Zusammenfassungen vollständig gelesen. Jede Zahl im Text stammt aus diesen Zusammenfassungen. Die Volltexte der Arbeiten haben wir nicht ausgewertet. Einzelheiten, die nur dort stehen, können deshalb vom hier Beschriebenen abweichen. Die Studien untersuchen Wirkstoffe, nicht die genannten Produkte. Falls Dir ein Fehler auffällt oder Du eine neuere Studie kennst, melde Dich gern über unsere Kontaktseite. Wir prüfen den Hinweis und passen den Artikel an.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Birol Isik, Gründer der SNF Academy
Über den Autor

Birol Isik

Birol Isik ist Schweizer Unternehmer, Mentor, Mindset Coach und Gründer der SNF Academy. Seine Schwerpunkte liegen unter anderem auf Coaching, Kommunikation, Selbstführung und beruflicher Entwicklung. Als Berater und Coach begleitet er Menschen seit 2005.

Zum Profil birolisik.ch

Häufige Fragen.

Die wichtigsten Antworten zum Beitrag, kurz und verständlich.

Wie genau sind Grundumsatz-Formeln?

Das hängt von der Gruppe ab. Bei Adipositas lagen etwa 75 Prozent der Mifflin-Schätzungen innerhalb von 10 Prozent des Messwerts, bei 25 Prozent war der Fehler grösser Quelle 3. Bei Athleten lagen die Formeln zwischen 40.7 und 63.7 Prozent Quelle 1.

Welche Grundumsatz-Formel ist die genaueste?

Eine allgemeingültig beste Formel gibt es nicht. Bei Adipositas wird Mifflin empfohlen Quelle 3, bei schwerer Adipositas lagen Harris-Benedict und WHO vorn Quelle 5, bei Athleten die Ten-Haaf-Formel Quelle 1.

Ist die Harris-Benedict-Formel veraltet?

Nicht pauschal. In mehreren Übersichtsarbeiten schnitt die Gleichung bei Übergewicht, schwerer Adipositas und älteren Menschen gut ab Quelle 2 Quelle 4 Quelle 5. In der Mifflin-Originalarbeit überschätzte sie den Ruheumsatz um 5 Prozent Quelle 8.

Wie wird die Genauigkeit einer Formel gemessen?

Man vergleicht die Schätzung mit der indirekten Kalorimetrie Quelle 1. Bewertet werden der mittlere Fehler (Bias) und der Anteil der Personen innerhalb von plus/minus 10 Prozent des Messwerts (Präzision) Quelle 9.

Wie gut sind Formeln für ältere Menschen?

Keine der geprüften Formeln lieferte bei gesunden Älteren genaue und präzise Schätzungen Quelle 4. Bei Pflegeheimbewohnern lag die individuelle Genauigkeit bei höchstens 41 Prozent Quelle 10.

Reicht eine Formel oder brauche ich eine Messung?

Die Formel liefert einen Startwert, den Du im Verlauf prüfst. Bei Gewichtsveränderung sind die Formeln besonders unsicher Quelle 7, und für den Gesamtverbrauch bei Adipositas fehlen Belege Quelle 3.