Immer mehr Menschen in der Schweiz melden sich für ein Hyrox-Rennen an und suchen eine Person, die sie dorthin begleitet. Für Personal Trainer, Gruppentrainerinnen und Fitnesscenter ist das eine Chance. Gleichzeitig steigt die Erwartung: Kundschaft möchte nicht irgendein Training, sondern einen Plan, der zum Rennen passt, zum Alltag und zur eigenen Ausgangslage.
Dieser Beitrag erklärt, was hinter einer guten Wettkampfvorbereitung steckt. Wir schauen auf das, was Studien über die Rennbelastung zeigen, und übersetzen es in die Arbeit mit Kundinnen und Kunden. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du im Beitrag Kunden auf Hyrox vorbereiten: Grundlagen Schritt für Schritt, eine Einordnung gängiger Annahmen im Beitrag Hyrox-Vorbereitung: Mythen, Irrtümer und was die Forschung sagt.
Der Beitrag stammt von Birol Isik, dem Gründer der SNF Academy. Die SNF Academy bildet seit 2005 aus und ist unabhängig; sie ist kein offizieller Partner der HYROX World GmbH. Gemeinsam mit Daniela Isik, Dozentin der SNF Academy, haben Birol Isik und das Team in Coaching, Beratungen, Kursen und Ausbildungen bereits über 10’000 Menschen begleitet.
Kurzantwort: Was gehört zu einer guten Hyrox-Vorbereitung?
Eine gute Vorbereitung besteht aus fünf Bausteinen, die du auf jede Person einzeln abstimmst:
| Baustein | Was dahintersteckt |
|---|---|
| Ausgangslage klären | Trainingserfahrung, Beschwerden, Zeitbudget, Ziel und Wunschtermin |
| Laufbasis aufbauen | Laufen macht rund die Hälfte der Rennzeit aus |
| Kraftausdauer an den Stationen | Sled, Carry, Lunges und Wall Balls mit steigender Belastung |
| Tempo und Übergänge üben | Gleichmässig laufen, Stationen sauber und ohne Hektik beginnen |
| Erholung und Verlauf steuern | Schlaf, lockere Tage, Rückmeldungen und Anpassungen |
Die folgenden Abschnitte erklären jeden Baustein und zeigen, worauf die Aussagen beruhen.
Was verlangt ein Hyrox-Rennen von Körper und Kopf?
Hyrox besteht aus acht Mal einem Kilometer Laufen, jeweils gefolgt von einer Station: SkiErg, Sled Push, Sled Pull, Burpee Broad Jumps, Rudern, Farmers Carry, Sandbag Lunges und Wall Balls. Die Abfolge ist immer gleich, deshalb lässt sich die Vorbereitung gut planen.
Die erste wissenschaftliche Untersuchung simulierte ein Rennen mit elf Freizeitsportlerinnen und Freizeitsportlern. Die mittlere Zeit lag bei 86,5 Minuten, davon entfielen 51,2 Minuten auf das Laufen und 32,8 Minuten auf die Stationen. Den grössten Teil des Rennens verbrachten die Teilnehmenden im sehr harten und harten Herzfrequenzbereich. Die höchsten Werte bei Herzfrequenz, Laktat und Anstrengungsempfinden traten bei den Wall Balls am Schluss auf. Schnellere Zeiten gingen mit einer höheren maximalen Sauerstoffaufnahme, mehr Ausdauertraining und weniger Körperfett einher. Die Autoren ordnen Hyrox als Format mit Schwerpunkt auf der Ausdauer ein, mit eher moderaten Anforderungen an Maximalkraft, Koordination und Beweglichkeit (Quelle 1). Wichtig für die Einordnung: Die Gruppe war klein, die Ergebnisse gelten für diese Stichprobe.
Für dich als Coach heisst das: Ausdauer ist der Hebel, der bei den meisten Kundinnen und Kunden am meisten bewegt. Kraft bleibt wichtig, aber sie dient dem Durchhalten über viele Wiederholungen und Meter.
Du willst Training fachlich fundiert planen und Menschen professionell begleiten?
Welche Rolle spielt das Laufen in der Vorbereitung?
Eine Auswertung der Ergebnisse von rund 39 700 Einzelstarts in den Kategorien PRO und ELITE über die ersten sieben Saisons zeigt, dass das Laufen konstant etwa die Hälfte der Gesamtzeit ausmacht. Die Verbesserungen der besten 100 pro Saison gingen weitgehend auf schnelleres Laufen zurück. Die Autoren kommen zum Schluss, dass die Gesamtleistung am stärksten mit der Laufleistung zusammenhängt, ergänzt durch spürbare Beiträge der Kraftstationen (Quelle 3). Das Material stammt von Spitzenkategorien, für Einsteigende gilt es nur als Orientierung.
In der Praxis übersetzt du das in eine Laufbasis, die schrittweise wächst. Wer neu beginnt, läuft zuerst ruhig und regelmässig, danach kommen kurze, schnellere Abschnitte dazu. Wer schon läuft, bekommt mehr Tempogefühl und lernt, nach den Stationen wieder in den Rhythmus zu finden. Die Reihenfolge ist wichtig: Erst Umfang, dann Tempo, dann Koppeln mit den Stationen.
Wie schnell sollten Kundinnen und Kunden im Rennen laufen?
Eine Untersuchung mit 24 Athleten der Kategorie PRO MEN verband Labortests mit einem offiziellen Rennen. Die Laufgeschwindigkeit sank von 16,13 km/h im ersten Lauf auf 13,58 km/h im achten Lauf. Im Mittel lag die Intensität bei etwa 84 Prozent der Geschwindigkeit an der zweiten ventilatorischen Schwelle und bei etwa 76 Prozent der maximalen aeroben Geschwindigkeit. Die Autoren schreiben, dass das Laufen bei submaximaler Intensität stattfindet und im Verlauf schrittweise langsamer wird. Eine höhere relative Intensität erscheine zentral für eine kürzere Gesamtlaufzeit (Quelle 2).
Das zeigt: Selbst sehr gute Athleten laufen nicht am Limit, sondern kontrolliert. Für Kundschaft heisst das, dass ein verhaltener Start meist besser trägt als ein zu schneller. Es gibt aber keine Formel für alle. Die Studie betrifft eine kleine, sehr leistungsstarke Männergruppe; für Einsteigende, Frauen und ältere Teilnehmende gelten die genauen Prozentwerte nicht automatisch. Als Coach arbeitest du darum mit Gefühl und Testläufen: Wie fühlt sich das Tempo nach drei Kilometern an, und wie nach sechs?
Wie nutzt du Vergleichswerte aus dem Rennen?
Eine Auswertung von 186 411 Rennergebnissen aus der offiziellen Datenbank, die bis zur Saison 2023/2024 reicht, stellt Normwerte für Einzel-, Doppel- und Staffelkategorien bereit. Die Tabellen zeigen Durchschnitt und Perzentile von der zehnten bis zur neunzigsten und sollen helfen, Stärken und Schwächen je Abschnitt zu erkennen und das Training sowie die Wettkampfplanung zu unterstützen (Quelle 4).
Du kannst solche Werte als Gesprächsgrundlage nutzen. Zeigt eine Kundin bei den Wall Balls deutlich mehr Zeitverlust als beim Laufen, setzt du dort einen Schwerpunkt. Zeigt ein Kunde starke Stationen, aber ein schwaches letztes Drittel, geht es um Ausdauer und Tempo. Die Vergleichswerte ersetzen keine Beobachtung, sie machen sie anschaulicher. Wichtig ist, sie als Orientierung und nie als Urteil zu präsentieren.
Wie erkennst du, ob die Belastung passt?
Wer Menschen auf ein Rennen vorbereitet, braucht Rückmeldungen aus dem Training. Eine Übersichtsarbeit zur Belastungssteuerung im funktionellen Fitnesstraining nennt dafür Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Sprungtests zur Erfassung der neuromuskulären Ermüdung und das Anstrengungsempfinden nach der Einheit. Sie plädiert ausdrücklich für einfache, kostengünstige Mittel im Alltag des Coachings, um Fehlanpassungen früh zu erkennen und das Training individuell anzupassen (Quelle 5).
Für die Praxis genügt oft wenig:
- Nach jeder Einheit eine Zahl für die Anstrengung abfragen und notieren.
- Herzfrequenz bei Dauerläufen und Intervallen beobachten, falls ein Gerät vorhanden ist.
- Wochenrückblick: Wie war der Schlaf, wie die Laune, wie schwer waren die Beine?
- Bei Auffälligkeiten die Woche leichter gestalten und ein Gespräch führen.
So entsteht ein Verlauf, den ihr gemeinsam lesen könnt. Du musst dafür keine teuren Geräte besitzen, sondern konsequent nachfragen.
Was zeigen Studien zu Gesundheitsproblemen und Verletzungen?
Eine zwölfwöchige Beobachtung mit 89 Athletinnen und Athleten, 56 davon Frauen, erfasste wöchentlich Gesundheitsprobleme. Im Schnitt gaben 30 Prozent der Befragten in einer Woche irgendein Problem an, bei 18 Prozent war es erheblich. Überlastungen machten 73 Prozent der Verletzungen aus, das Knie war mit 22 Prozent der Fälle am häufigsten betroffen. Eine frühere Verletzung war der stärkste Hinweis auf eine höhere Gesamtbelastung, der Zusammenhang war statistisch aber nicht gesichert. Die Autoren betonen, dass einzelne Aussagen auf wenigen Fällen beruhen (Quelle 6).
Für dich heisst das, früh nach Vorgeschichte und Beschwerden zu fragen, Läufe und Stationen schrittweise zu steigern und Warnzeichen ernst zu nehmen. Du diagnostizierst nichts und behandelst nichts. Bei anhaltenden Beschwerden empfiehlst du eine ärztliche Abklärung und passt das Training an, solange die Situation offen ist.
Warum gehört Erholung zur Vorbereitung?
Hybride Athleten trainieren Kraft und Ausdauer, und beides beeinflusst die Nacht. In einer kleinen Untersuchung mit acht Hyrox-Athleten zwischen 23 und 32 Jahren lag die Schlafdauer bei etwa 6,6 Stunden und der Anteil an REM-Schlaf rund 5 Prozent unter dem von Nicht-Athleten, obwohl die Teilnehmenden ihren Schlaf als gut bezeichneten. Nach Krafttraining dauerte das Einschlafen länger (29 gegenüber 10 Minuten) und die Wachzeit in der Nacht war kürzer als nach Ausdauertraining (Quelle 7). Die Stichprobe war klein und rein männlich, die Befunde sind deshalb erste Hinweise.
Praktisch bedeutet das: Frage nach dem Schlaf, plane harte Einheiten nicht spät am Abend, wenn jemand ohnehin schlecht einschläft, und halte genügend leichte Tage frei. Erholung ist nicht Faulheit, sondern Teil des Trainings. Zur Ernährung rund um das Training findest du Ideen im Beitrag Ernährungscoaching für Hyrox.
Was bringt hochintensives Funktionstraining für Hybrid-Wettkämpfe?
Eine Übersichtsarbeit mit 39 Studien aus den Jahren 2015 bis 2025 kam zum Schluss, dass hochintensives Funktionstraining zentrale körperliche Eigenschaften verbessert, darunter aerobe Kapazität, Muskelkraft, anaerobe Leistung und Ermüdungstoleranz. Berichtet wurden Zunahmen der maximalen Sauerstoffaufnahme von 8 bis 15 Prozent und Kraftgewinne von 10 bis 20 Prozent bei grossen Übungen. Die Effekte waren bei Trainierten stärker, und erfahrene Athleten zeigten eine höhere Ermüdungstoleranz. Die Autoren betonen, dass sich die Vorteile nicht einem einzelnen Wettkampfformat zuschreiben lassen (Quelle 8).
Das ist eine gute Nachricht für dein Angebot: Das Training, das du für Hyrox einsetzt, hat auch ausserhalb des Rennens Nutzen. Es verbindet Ausdauer und Kraft, was den Bewegungsempfehlungen für Erwachsene entspricht. Gleichzeitig zeigen die Zahlen, dass Fortschritt Zeit braucht und individuell verläuft. Versprich deshalb keine bestimmte Verbesserung, sondern beschreibe den Weg.
Wie wird aus Wissen ein Coaching-Angebot?
Ein Angebot entsteht, wenn du die Erkenntnisse in einen klaren Ablauf bringst, den Kundschaft versteht:
- Erstgespräch: Ziel, Termin, Vorgeschichte, verfügbare Zeit und Ausrüstung klären.
- Aufbauphase: Laufumfang, Grundkraft und Technik an den Stationen.
- Spezifische Phase: Koppeleinheiten, Tempoübungen und Teilsimulationen.
- Rennwoche: Umfang reduzieren, Ablauf, Ernährung und Mentales besprechen.
- Nachbesprechung: Zeiten auswerten, Stärken und Schwächen festhalten, neue Ziele setzen.
Dazu passt ein kurzes Rückmeldesystem, etwa ein wöchentlicher Check-in per Nachricht. Wie du die Fläche für Gruppen einrichtest, zeigt der Beitrag Hyrox im Fitnessstudio aufbauen, regionale Beispiele findest du bei Hyrox Training Luzern und Zentralschweiz. Typische Fehler beim Tempo und beim Aufbau bespricht der Beitrag Hyrox Fehler: Pacing, Aufbau und Erholung.
Welche Ausbildung unterstützt dich dabei?
Eine gute Betreuung braucht Wissen zu Anatomie, Trainingsplanung, Regeneration und Beratung. Das vermittelt die Fitness-Ausbildung der SNF Academy. Sie verbindet die Personal-Trainer-Ausbildung mit der Ernährungscoach-Ausbildung. Die Inhalte beruhen auf den Erfahrungen von Birol Isik und Daniela Isik, die in Coaching, Beratungen, Kursen und Ausbildungen bereits über 10’000 Menschen begleitet haben. Die SNF Academy ist seit 2005 aktiv. Du lernst 100 % online, ohne Präsenzpflicht, mit 365 Tagen Zugang und einer Online-Abschlussprüfung im Multiple-Choice-Format von 90 Minuten.
Die Personal-Trainer-Ausbildung ist durch QualiCert geprüft und anerkannt. Absolventinnen und Absolventen verfügen über vertieftes Wissen und können Kunden im Fitnessstudio, im Outdoor-Training oder in Sportvereinen professionell beraten und betreuen. Wir empfehlen unseren Teilnehmenden, erste praktische Erfahrungen im Fitnessstudio zu sammeln und sich laufend weiterzuentwickeln. Nach der Ausbildung kannst du dich durch QualiCert zertifizieren lassen. Bei Fragen nimm unverbindlich Kontakt mit unseren Expertinnen und Experten auf.
Wer nach der Ausbildung selbstständig werden möchte, findet Unterstützung: Viele Teilnehmende machen danach die Business Masterclass und das individuelle Coaching für Personal Trainer mit Birol Isik. Dort geht es um Selbstständigkeit, Kundengewinnung und Markenaufbau. Sichtbarkeit baust du mit Content Creation für Personal Trainer auf. Mehr zum Zusammenspiel von Hyrox-Wissen und Ausbildung erklärt der Beitrag SNF Academy und Hyrox.
Wie bleibt dein Coaching fair und verantwortungsvoll?
Verantwortung beginnt bei der Rolle. Du berätst zu Training und Alltag, du behandelst keine Krankheiten und stellst keine Diagnosen. Du versprichst keine Zeiten und keine Platzierungen, weil die Datenlage zeigt, dass Verläufe individuell sind. Du sagst offen, wenn eine Aussage auf wenigen Personen beruht, und du erklärst, was du nicht weisst.
Diese Haltung schafft Vertrauen. Kundinnen und Kunden merken, ob du ihre Ausgangslage ernst nimmst oder ein Schema abspulst. Wer ehrlich bleibt, wird weiterempfohlen. Das ist auch geschäftlich der beste Weg, denn aus Zufriedenheit entstehen Folgeaufträge und neue Anfragen.
Wer steht hinter der SNF Academy?
Persönliche Einblicke zu Birol Isik, dem Gründer der SNF Academy, findest du auf www.birolisik.ch, zu Daniela Isik, Dozentin der SNF Academy, auf www.danielaisik.ch. Für Sichtbarkeit, Positionierung und Kundengewinnung steht www.onspire.ch bereit. Die Lernplattform der SNF Academy erreichst du unter www.snfa-campus.ch. Dort lernst du in deinem Tempo, mit Videos, Skripten, Checklisten und Quizzen, jederzeit und von überall.
Dein nächster Schritt
Überlege, ob du Menschen auf Hyrox vorbereiten möchtest und welches Wissen dir noch fehlt. Im Strategiegespräch zur Ausbildung klären Daniela Isik und Birol Isik mit dir Ziel, Zeitplan und passenden Weg. Das Gespräch ist unverbindlich und gibt dir einen klaren Plan für die nächsten Wochen.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine rechtliche, steuerliche oder ärztliche Beratung. Angaben zu unseren Ausbildungen findest du jeweils auf der verlinkten Seite.
Dein nächster Schritt: Diplom als Personal Trainer oder beide Ausbildungen im Kombi Paket. Direkt starten: Personal Trainer Ausbildung im Shop.
Redaktionell und fachlich geprüft von Daniela Isik (Co-Leiterin und Dozentin) und dem Team der SNF Academy. Die belegenden Studien aus PubMed und weiteren Quellen stehen im Abschnitt Quellen.















