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Die häufigsten Fehler bei Soft Skills und wie du sie vermeidest

Soft Skills sind die unterschätzte Qualifikation. Diese acht Fehler bremsen Trainer und Coaches am häufigsten. So vermeidest du sie mit kleinen Übungen.

  • 10 Min. Lesezeit
Frau hört einem älteren Mann in einem Holzpavillon am See aufmerksam zu, Glas-Panel zu häufigen Fehlern bei Soft Skills, Ausbildung der SNF Academy mit Birol Isik und Daniela Isik.
Kernaussage

Die häufigsten Fehler bei Soft Skills entstehen, weil sie als Charakter statt als Handwerk gesehen werden: zu viel reden, zu früh raten, vage zusagen, Fachsprache nutzen, Rückmeldung meiden.

Fachwissen öffnet die Tür, aber was danach passiert, hängt von etwas anderem ab. Zwei Personal Trainer mit demselben Diplom erzielen oft sehr verschiedene Ergebnisse: Der eine hat nach einem Jahr eine volle Kundenliste, der andere sucht weiter. Der Unterschied liegt selten im Wissen über Sätze und Wiederholungen. Er liegt darin, wie jemand zuhört, erklärt und Vereinbarungen einhält. Genau deshalb sprechen wir von der unterschätzten Qualifikation.

Dieser Beitrag zeigt die acht häufigsten Fehler im Umgang mit Soft Skills, woran du sie erkennst und wie du sie vermeidest. Wer zuerst die Begriffe klären möchte, liest Soft Skills: Was dahintersteckt und wie es funktioniert. Eine Anleitung zum Aufbau steht in Soft Skills: Grundlagen Schritt für Schritt erklärt, die Landkarte aller Beiträge im Überblick zu Soft Skills.

Die Erfahrungen stammen aus der Ausbildungspraxis der SNF Academy, die seit 2005 in Fitness, Ernährung und Coaching ausbildet. Gründer ist Birol Isik, Daniela Isik unterrichtet als Dozentin. Zahlen und Studien erfinden wir nicht. Wo Forschung vorliegt, nennen wir sie mit Quelle und Grenzen.

Was sind Soft Skills und warum geht so viel schief?

Soft Skills sind persönliche und soziale Fähigkeiten, die in jedem Beruf wirken: Zuhören, klar erklären, Verlässlichkeit, Einfühlungsvermögen, Konfliktfähigkeit, Selbstorganisation. Die OECD beschreibt soziale und emotionale Kompetenzen als wichtigen Teil lebenslangen Lernens (Quelle 1). Die Schweiz setzt in der Weiterbildung traditionell stark auf berufliche Handlungskompetenz, zu der überfachliche Fähigkeiten gehören (Quelle 4).

Fehler entstehen nicht aus Böswilligkeit, sondern aus Unsicherheit. Wer neu in einem Beruf ist, will fachlich überzeugen und redet deshalb zu viel. Wer Angst vor Ablehnung hat, sagt zu schnell Ja. Wer unsicher ist, versteckt sich hinter Fachbegriffen. Das Verständnis dieser Muster ist der erste Schritt zur Korrektur.

MusterTypische UrsacheFolge im Alltag
Zu viel redenWunsch, kompetent zu wirkenKundschaft fühlt sich nicht gehört
Zu früh ratenEifer, helfen zu wollenRatschläge passen nicht zur Situation
Vage zusagenAngst vor AblehnungAbsprachen werden nicht eingehalten
FachspracheUnsicherheitErklärungen kommen nicht an
Rückmeldung meidenAngst vor KritikFehler wiederholen sich

Diese Tabelle ist der rote Faden des Beitrags. Zu jedem Muster folgt ein Fehler, ein Erkennungszeichen und eine konkrete Korrektur.

Was zeigt die Forschung zur Kommunikation im Coaching?

Für Beratungsberufe liegt Forschung vor, die zeigt, welche Fähigkeiten gefragt sind. Eine Befragung unter australischen Ernährungsberatenden mit Interviews und einer Umfrage (258 Antworten) kam zu vier Kernkompetenzen: zwischenmenschliche Kommunikation, nonverbale Kommunikation, berufliche Werte und Beratungskompetenz. Zusätzlich beschreibt die Arbeit 26 einzelne Fähigkeiten. Kriterium für die Aufnahme war eine Zustimmung von mindestens 70 Prozent (Quelle 2).

Auch zur Gesprächsführung gibt es Belege. Eine Meta-Analyse zur motivierenden Gesprächsführung fand bei Menschen mit chronischen Erkrankungen einen kleinen Effekt auf die körperliche Aktivität (standardisierte Mittelwertdifferenz 0,19). Einbezogen waren elf Publikationen zu zehn Studien, die Qualität der Evidenz wurde als mässig eingestuft (Quelle 3).

Zwei Hinweise zur Einordnung. Beide Arbeiten stammen nicht aus der Schweiz und betreffen Gesundheitsberufe, nicht ausschliesslich Fitnesscoaching. Und sie zeigen Zusammenhänge, keine Garantie für den Erfolg im Einzelfall. Sie stützen aber die Praxiserfahrung: Gesprächsführung ist eine erlernbare Fähigkeit mit messbarer Wirkung.

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Fehler 1: Soft Skills als Charaktersache sehen

Der erste und grundlegendste Fehler ist die Überzeugung, man habe Soft Skills oder man habe sie nicht. Wer so denkt, übt nicht und verbessert sich nicht.

Woran du es erkennst

Du sagst Sätze wie «Ich bin nun mal kein Kommunikationstyp» oder «Das kann man nicht lernen».

Wie du es vermeidest

Betrachte Soft Skills als Handwerk. Wähle ein konkretes Verhalten, zum Beispiel «ich fasse zusammen, bevor ich antworte», und übe es eine Woche lang in jedem Gespräch. Ruhige Menschen sind oft gute Zuhörer, lebhafte oft gute Erklärer. Jede Person hat eine Ausgangslage, auf der sich aufbauen lässt.

Fehler 2: Zu viel reden und zu wenig zuhören

Gerade am Anfang möchten viele zeigen, was sie wissen. Das Ergebnis sind lange Erklärungen, die niemand bestellt hat.

Woran du es erkennst

Du sprichst im Erstgespräch mehr als die Hälfte der Zeit, und die andere Person antwortet nur noch mit «Ja».

Wie du es vermeidest

Stelle offene Fragen mit «Wie», «Was» und «Woran». Nimm dir vor, in den ersten zehn Minuten mindestens doppelt so viel zuzuhören wie zu reden. Fasse am Schluss in einem Satz zusammen, was du verstanden hast, und frage nach: «Habe ich das richtig verstanden?»

Fehler 3: Zu früh Ratschläge geben

Helfen wollen ist ein guter Antrieb, wird aber zum Hindernis, wenn der Rat kommt, bevor das Problem verstanden ist.

Woran du es erkennst

Du hast schon einen Plan, während die Person noch erzählt.

Wie du es vermeidest

Stelle erst zwei Fragen nach dem Alltag, dem Ziel und der grössten Hürde. Die Forschung zur motivierenden Gesprächsführung zeigt, dass ein Gespräch, das auf Fragen und Zuhören beruht, die körperliche Aktivität leicht steigern kann (Quelle 3). Gib den Rat erst, wenn die Person ihn braucht, und frage vorher: «Möchtest du eine Idee dazu hören?»

Fehler 4: Vage zusagen und Absprachen nicht einhalten

Verlässlichkeit ist die Basis jeder Kundenbeziehung. Vage Zusagen sind der schnellste Weg, sie zu verlieren.

Woran du es erkennst

Du sagst «Ich melde mich» oder «Das schaue ich mir an», ohne Zeitpunkt. Termine verschieben sich, Antworten kommen spät.

Wie du es vermeidest

Sage nur zu, was du halten kannst, und nenne immer einen Zeitpunkt: «Du hast bis Donnerstag meinen Plan.» Trage jede Zusage sofort in den Kalender ein. Wenn sich etwas verschiebt, melde es früh. Rechtzeitige Absagen wirken verlässlicher als späte Zusagen.

Fehler 5: Fachsprache statt Klarheit

Fachbegriffe wirken kompetent, aber nur, wenn sie verstanden werden. Wer Menschen berät, übersetzt.

Woran du es erkennst

Du siehst fragende Gesichter oder bekommst Nachfragen zu Begriffen, die für dich selbstverständlich sind.

Wie du es vermeidest

Erkläre jeden Schritt in einem Satz, bevor du Details nennst. Ersetze Fachwörter durch Alltagswörter und bitte um Rückmeldung: «Wie würdest du das einem Freund erklären?» Das zeigt dir, ob es angekommen ist.

Fehler 6: Rückmeldung meiden

Viele fragen nie nach Rückmeldung, weil sie Kritik fürchten. Dadurch fehlt die wichtigste Quelle für Fortschritt.

Woran du es erkennst

Du erfährst erst vom Problem, wenn jemand kündigt.

Wie du es vermeidest

Baue zwei Fragen fest in den Ablauf ein, zum Beispiel nach vier Wochen: «Was läuft gut?» und «Was sollen wir anders machen?» Bedanke dich für jede ehrliche Antwort. Hole dir auch von Kolleginnen, Kollegen oder Dozierenden Rückmeldung zu deinem Auftritt.

Fehler 7: Sich verstellen

Manche kopieren den Stil von Vorbildern und wirken dadurch unnatürlich. Soft Skills wirken am stärksten, wenn sie zu deiner Persönlichkeit passen.

Woran du es erkennst

Du sprichst anders als sonst, spielst eine Rolle und fühlst dich nach Gesprächen erschöpft.

Wie du es vermeidest

Wähle zwei, drei Fähigkeiten, die zu dir passen, und baue sie aus. Eine ruhige Person wirkt durch Präsenz und Zuhören, eine lebhafte durch Energie und Klarheit. Authentizität zeigt sich darin, dass du das tust, was du sagst.

Fehler 8: Alles gleichzeitig verbessern wollen

Wer in einem Monat alles verändern will, kommt nicht weit. Der Aufwand überfordert, und nach zwei Wochen ist der Plan vergessen.

Woran du es erkennst

Du hast eine lange Liste, aber keine Gewohnheit, die wirklich sitzt.

Wie du es vermeidest

Übe eine Fähigkeit pro Woche. Ein Beispiel für sechs Wochen: Zuhören, Zusammenfassen, offene Fragen, klare Absprachen, Rückmeldung einholen, Bilanz ziehen. Führe ein kurzes Lernjournal mit einem Satz pro Tag.

Wie baust du daraus Schritt für Schritt eine Praxis auf?

Aus den acht Fehlern wird ein Übungsplan. Die Tabelle zeigt eine Woche pro Fehler.

WocheÜbungWoran du Fortschritt erkennst
1Einmal pro Gespräch zusammenfassenMenschen bestätigen: «Genau»
2Drei offene Fragen stellenAntworten werden länger
3Rat erst nach Erlaubnis gebenWeniger Widerspruch
4Jede Zusage mit ZeitpunktKeine verpassten Termine
5Fachwort ersetzen und nachfragenWeniger Rückfragen
6Rückmeldung einholenKonkrete Verbesserungen

Nach sechs Wochen ziehst du Bilanz. Meist zeigt sich, dass sich zwei bis drei Muster deutlich verbessert haben. Das genügt, um im nächsten Zyklus die übrigen anzugehen.

Hilfreich ist ein fester Rhythmus. Plane jede Woche zwei Zeitfenster von je fünf Minuten: eines vor dem ersten Gespräch des Tages, um dir die Übung der Woche zu vergegenwärtigen, und eines am Abend, um einen Satz ins Lernjournal zu schreiben. Wer mit einer Kollegin oder einem Kollegen übt, erhält Rückmeldung aus erster Hand, und ihr könnt Gespräche gemeinsam auswerten. Gerade in der Anfangszeit als Trainerin oder Trainer im Fitnessstudio zahlt sich diese Gewohnheit schnell aus, denn jedes Gespräch mit Mitgliedern ist eine Übungsgelegenheit, die nichts extra kostet.

Warum sind Soft Skills für Selbstständige besonders wichtig?

Wer selbstständig arbeitet, hat keinen Arbeitgeber, der Kundschaft zuweist. Vertrauen, Verlässlichkeit und Verständlichkeit entscheiden, ob Menschen bleiben und dich weiterempfehlen. Die Seite Personal-Trainer-Ausbildung und Selbstständigkeit zeigt, wie der Weg vom Fachwissen zum eigenen Angebot aussehen kann. Dort sind Fachwissen und Business verbunden, und die Soft Skills sind der Kitt dazwischen.

Die SNF Academy begleitet diesen Weg: Mit der Personal-Trainer-Ausbildung legst du das fachliche Fundament, mit der Business Masterclass und dem individuellen Coaching mit Birol Isik arbeitest du an Angebot, Kundengewinnung und Auftritt. Die Inhalte beruhen auf den Erfahrungen von Birol Isik und Daniela Isik, die in Coaching, Beratungen, Kursen und Ausbildungen bereits über 10’000 Menschen begleitet haben. Die SNF Academy ist seit 2005 aktiv. Die Ausbildungen laufen 100 % online, ohne Präsenzpflicht, mit 365 Tagen Zugang und einer Online-Abschlussprüfung im Multiple-Choice-Format von 90 Minuten.

Die Personal-Trainer-Ausbildung ist durch QualiCert geprüft und anerkannt. Absolventinnen und Absolventen verfügen über vertieftes Wissen und können Kunden im Fitnessstudio, im Outdoor-Training oder in Sportvereinen professionell beraten und betreuen. Wir empfehlen unseren Teilnehmenden, erste praktische Erfahrungen im Fitnessstudio zu sammeln und sich laufend weiterzuentwickeln. Nach der Ausbildung kannst du dich durch QualiCert zertifizieren lassen. Bei Fragen nimm unverbindlich Kontakt mit unseren Expertinnen und Experten auf.

Wer steht hinter der SNF Academy?

Persönliche Einblicke zu Birol Isik, dem Gründer der SNF Academy, findest du auf www.birolisik.ch, zu Daniela Isik, Dozentin der SNF Academy, auf www.danielaisik.ch. Für Sichtbarkeit, Positionierung und Kundengewinnung steht www.onspire.ch bereit. Die Lernplattform der SNF Academy erreichst du unter www.snfa-campus.ch. Dort lernst du in deinem Tempo, mit Videos, Skripten, Checklisten und Quizzen, jederzeit und von überall.

Wie geht es weiter?

Wähle den Fehler, der dir am vertrautesten vorkam, und übe die Gegenmassnahme diese Woche in drei Gesprächen. Wenn du aus deinem Interesse an Training und Ernährung einen Beruf machen möchtest: Im Strategiegespräch zur Ausbildung klären Daniela Isik und Birol Isik mit dir Ziel, Zeitplan und passenden Weg. Das Gespräch ist unverbindlich und gibt dir einen klaren Plan für die nächsten Wochen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine rechtliche, steuerliche oder ärztliche Beratung. Angaben zu unseren Ausbildungen findest du jeweils auf der verlinkten Seite.

Redaktionell und fachlich geprüft von Daniela Isik (Co-Leiterin und Dozentin) und dem Team der SNF Academy. Die belegenden Studien aus PubMed und weiteren Quellen stehen im Abschnitt Quellen.

Birol Isik, Gründer der SNF Academy
Über den Autor

Birol Isik

Birol Isik ist Schweizer Unternehmer, Mentor, Mindset Coach und Gründer der SNF Academy. Seine Schwerpunkte liegen unter anderem auf Coaching, Kommunikation, Selbstführung und beruflicher Entwicklung. Als Berater und Coach begleitet er Menschen seit 2005.

Zum Profil birolisik.ch

Häufige Fragen.

Die wichtigsten Antworten zum Beitrag, kurz und verständlich.

Was sind die häufigsten Fehler bei Soft Skills?

Soft Skills als Charaktersache sehen, zu viel reden, zu früh raten, vage zusagen, Fachsprache nutzen, Rückmeldung meiden, sich verstellen und alles gleichzeitig verbessern wollen. Alle lassen sich mit kleinen Übungen beheben.

Kann man Soft Skills wirklich lernen?

Ja. Konkrete Verhaltensweisen wie Zusammenfassen, offene Fragen oder klare Absprachen lassen sich üben. Entscheidend sind ein klares Ziel, regelmässige Wiederholung und ehrliche Rückmeldung.

Wie lange dauert es, bis sich Soft Skills verbessern?

Erste Veränderungen sind oft nach wenigen Wochen spürbar, wenn du eine Fähigkeit pro Woche gezielt übst. Nachhaltig werden sie durch Wiederholung im Alltag und Praxis mit echter Kundschaft.

Warum sind Soft Skills für Coaches so wichtig?

Coaching lebt von Vertrauen. Fachlich richtige Empfehlungen wirken nur, wenn sie verstanden und umgesetzt werden. Zuhören, Klarheit und Verlässlichkeit sorgen dafür, dass Kundschaft bleibt und dich weiterempfiehlt.

Was ist der erste Schritt, um besser zu werden?

Wähle eine einzige Fähigkeit, zum Beispiel Zusammenfassen, und übe sie eine Woche lang in jedem Gespräch. Notiere abends, was gut gelang. Danach folgt die nächste Fähigkeit.

Wie kann ich bei der SNF Academy starten?

Mit der Personal-Trainer-Ausbildung, online und mit 365 Tagen Zugang. Sie ist durch QualiCert geprüft und anerkannt. Im Strategiegespräch klären wir gemeinsam, welcher Weg zu deinem Ziel passt.

Quellen

  1. 1

    OECD: Social and Emotional Skills

  2. 2

    Cant RP, Aroni RA: Exploring dietitians' verbal and nonverbal communication skills for effective dietitian-patient communication. Journal of Human Nutrition and Dietetics, 2008. PubMed 18631285

  3. 3

    O'Halloran PD, Blackstock F, Shields N et al.: Motivational interviewing to increase physical activity in people with chronic health conditions: a systematic review and meta-analysis. Clinical Rehabilitation, 2014. PubMed 24942478

  4. 4

    Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI: Berufsbildung und Weiterbildung in der Schweiz