Im Verein trainieren viele Mannschaften zwei- bis dreimal pro Woche, und die Athletik kommt oft zu kurz. Wer Athletiktraining im Verein über die Saison aufbaut, braucht keinen Kraftraum und keine Fachabteilung. Er braucht einen Plan, der zur Zeit, zu den Spielerinnen und Spielern und zur Wettkampfphase passt.
Dieser Artikel zeigt, wie sich das Athletiktraining im Verein über die Saison gliedern lässt und was Studien zu Periodisierung und Belastung sagen. Er richtet sich an Trainer und Technische Leiter in der Schweiz. Wie ein Verein sein Trainerteam gezielt weiterbildet, beschreibt die Seite Vereine und Mannschaften: Trainer und Betreuer gezielt weiterbilden. Eine sportartspezifische Sicht bietet der Beitrag Athletiktraining im Fussball. Hier steht die Saisonplanung im Mittelpunkt.
Wie gliederst du eine Saison im Verein?
Eine Vereinssaison lässt sich in drei Phasen gliedern: Vorbereitung, Wettkampfphase und Übergangsphase. In der Vorbereitung baust du Grundlagen auf, in der Wettkampfphase erhältst du, was da ist, und in der Übergangsphase erholst du dich und beugst Ermüdung vor. Die Dauer der Phasen hängt von Sportart und Spielplan ab.
- Vorbereitung: Grundlagen für Kraft, Stabilität, Beweglichkeit und Ausdauer aufbauen, Technik üben.
- Wettkampfphase: Kurze, gezielte Reize setzen, Erholung schützen, Belastung an den Spielplan anpassen.
- Übergang: Aktive Pause, andere Bewegungsformen, Freude an Bewegung, Verletzungen auskurieren.
Diese Gliederung nennt man Periodisierung. Sie ordnet Training in zeitliche Abschnitte, damit Belastung und Erholung zusammenpassen. Sie ist kein starres Schema, sondern ein Rahmen, den du jede Woche anpassen kannst.
Was zeigen Studien zu Periodisierung?
Eine Meta-Analyse verglich periodisiertes Krafttraining mit nicht periodisiertem. Sie wertete 81 Effekte aus 18 Studien aus den Jahren 1988 bis 2015 aus und fand bei periodisiertem Training einen grösseren Zuwachs der maximalen Kraft (ES = 0,43; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,27 bis 0,58) (Williams et al. 2017).
Die Autoren schliessen, dass Abwechslung in den Trainingsreizen wichtig für den Kraftzuwachs scheint (Williams et al. 2017). Eine neuere Meta-Analyse mit 35 Studien und gleichem Trainingsumfang bestätigte einen Vorteil periodisierter Programme für die maximale Kraft, aber keinen Unterschied beim Muskelwachstum (Moesgaard et al. 2022).
Für den Verein heisst das: Planung hilft vor allem bei der Kraft. Die Effekte sind klein bis moderat, und die Studien betreffen oft Erwachsene im Kraftraum und nicht Mannschaften im Spielbetrieb. Ein einfacher Plan mit Wechsel von Schwerpunkten ist besser als ein Dauerprogramm, aber auch kein Garant für Erfolg.
Wie hängen Belastung und Verletzungen bei jungen Spielern zusammen?
Viele Trainer fragen, wie viel Belastung zu viel ist. Eine systematische Übersicht zu kumulativer Belastung im Jugend-Teamsport wertete elf Artikel aus. In 59 Prozent der untersuchten Zusammenhänge (39 von 66) fand sich ein Zusammenhang zwischen kumulativer Belastung und Verletzungen (Sniffen et al. 2022).
Die Autoren weisen darauf hin, dass die Belege nicht einheitlich sind, weil Messgrössen und Methoden sich unterscheiden (Sniffen et al. 2022). Eine zweite Übersicht zu jungen Spitzenfussballern fand nur fünf Studien und schliesst, dass es kaum Evidenz für einen Zusammenhang zwischen Trainingsbelastung und Verletzungsrisiko gibt (Verstappen et al. 2021).
Das sieht widersprüchlich aus, ist aber ehrlich. Es gibt Hinweise, aber keine einfache Regel. Für den Verein folgt daraus: Belastung beobachten, Gespräche führen, auf Müdigkeit achten und nicht an einer Zahl festhalten. Ohne Messgeräte genügt eine kurze Frage vor dem Training, wie sich die Beine anfühlen.
Welche Bausteine gehören ins Athletiktraining im Verein?
Im Verein ist Zeit knapp. Deshalb lohnt sich der Blick auf das, was am meisten bringt. Die folgende Liste ist ein Vorschlag und keine Vorschrift.
- Kraft: Grundübungen wie Kniebeugen, Ausfallschritte, Drücken, Ziehen, mit sauberer Technik und moderater Belastung.
- Stabilität: Rumpf, Hüfte und Schulter, damit Bewegungen im Spiel kontrolliert bleiben.
- Schnelligkeit und Sprünge: Kurze, schnelle Reize mit ausreichend Pause, vor allem in der Vorbereitung.
- Beweglichkeit: Hüfte, Sprunggelenk und Brustwirbelsäule als Basis für saubere Bewegungen.
- Ausdauer: Die Grundlage kommt oft aus dem Spiel selbst, ergänzende Einheiten nach Bedarf.
- Erholung: Schlaf, Ernährung und freie Tage als Teil des Plans.
Mehr zur Planung eines Trainingsplans zeigt der Beitrag Trainingsplanung. Zur Erholung bietet die Seite Regeneration und Muskelaufbau: Schlaf, Ernährung und Pausen einen Überblick.
Wie sieht eine Trainingswoche in der Wettkampfphase aus?
Das folgende Beispiel ist erfunden und beschreibt keinen bestimmten Verein. Es zeigt, wie ein Verein mit zwei Trainings und einem Spiel pro Woche Athletik einbauen kann. Es ist eine Orientierung und keine Vorgabe. Die Zeiten sind bewusst kurz gehalten, damit sie auch bei knapper Hallenzeit realistisch bleiben.
- Erstes Training: Kurzer Kraftblock von 15 Minuten, dann Technik und Taktik.
- Zweites Training: Schnelligkeit und Spielformen, weniger Umfang, Fokus auf Frische.
- Spiel am Wochenende: Bewusstes Aufwärmen mit Stabilität und Beweglichkeit.
- Nach dem Spiel: Lockeres Auslaufen, Mahlzeit, früh schlafen.
- Wochenstart: Kurze Rückfrage, wie sich der Körper anfühlt, Plan bei Bedarf anpassen.
Zum Wochenplan gehört auch Verzicht. Wenn ein Spiel hart war oder viele Spieler müde sind, wird das Training leichter. Das fällt Ehrenamtlichen oft schwer, weil sie Fortschritt wollen. Auf die Saison gesehen zahlt sich die Pause aber aus. Wer dem Team erklärt, warum ein Training leichter ausfällt, gewinnt Verständnis und Vertrauen.
Wie gehst du mit unterschiedlichen Altersstufen um?
Im Verein trainieren Kinder, Jugendliche und Erwachsene oft in derselben Halle. Die Anforderungen unterscheiden sich stark. Bei Kindern geht es um Bewegungsvielfalt und Freude, bei Jugendlichen kommen Technik und erste Kraftreize dazu, bei Erwachsenen dominieren Zeit und Erholung.
Im Verein ist Athletiktraining keine Pflicht für Talente, sondern ein Angebot für alle. Wichtig ist, dass Übungen für verschiedene Niveaus angepasst werden können, damit niemand sich überfordert oder abgehängt fühlt. Zum Sport in der Jugend allgemein gibt es den Beitrag Jugend und Sport in der Schweiz.
Wie sicherst du Technik in der Gruppe?
In einer Mannschaft mit zwölf oder zwanzig Personen kannst du nicht jede Wiederholung korrigieren. Trotzdem lässt sich Technik sichern, wenn du den Ablauf vereinfachst. Das Prinzip lautet: erst Qualität, dann Last, dann Tempo. Dieses Prinzip schützt vor Überlastung und macht Fortschritt sichtbar.
- Wenige Übungen: Drei bis vier Grundübungen über mehrere Wochen halten, bevor du neue einführst.
- Klare Hinweise: Ein bis zwei Merksätze pro Übung, die alle kennen.
- Paare bilden: Spieler schauen sich gegenseitig zu und geben Rückmeldung.
- Fortschritt zeigen: Erst wenn die Bewegung sauber ist, wird sie schwerer oder schneller.
- Pausen einplanen: Müde Wiederholungen sind meist schlechte Wiederholungen.
Wer so vorgeht, spart Zeit und senkt das Risiko, dass Fehler zur Gewohnheit werden. Wer unsicher ist, wie eine Übung korrekt aussieht, sollte sie zuerst selbst lernen, bevor er sie anleitet. Genau dort setzt eine Ausbildung zur korrekten Übungsausführung an.
Das bringt die Zusammenarbeit mit der SNF Academy
Die SNF Academy bildet zum Dipl. Personal Trainer SNFA und zum Dipl. Ernährungscoach SNFA aus. Für Vereinstrainer, die Athletik, Belastung und Erholung fachlich vertiefen wollen, bietet das ein Fundament. Du lernst unter anderem:
- Krafttraining und Muskelaufbau: Wie Belastung geplant, gesteigert und über Wochen variiert wird.
- Regeneration: Pausen, Schlaf und Erholung als fester Teil des Trainingsplans.
- Trainingsplan: Wie du Einheiten, Wochen und Phasen aufbaust.
- Korrekte Übungsausführung: Technik erklären, korrigieren und sicher anleiten.
- Fitness: Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit im Zusammenspiel.
- Ernährung und Nahrungsergänzung: Grundlagen für Alltag und Spieltag, ohne Dosierungsempfehlungen aus eigener Hand.
Die Personal-Trainer-Ausbildung der SNF Academy umfasst zwölf Module. Die Personal-Trainer-Ausbildung ist durch QualiCert geprüft und anerkannt. Absolventinnen und Absolventen verfügen über vertieftes Wissen und können Kunden im Fitnessstudio, im Outdoor-Training oder in Sportvereinen professionell beraten und betreuen. Wir empfehlen unseren Teilnehmenden, erste praktische Erfahrungen im Fitnessstudio zu sammeln und sich laufend weiterzuentwickeln. Nach der Ausbildung kannst du dich durch QualiCert zertifizieren lassen. Bei Fragen nimm unverbindlich Kontakt mit unseren Expertinnen und Experten auf. Das Diplom ist auf NQR Level 4 eingestuft. Du lernst 100 Prozent online mit 365 Tagen Zugang. Die Ernährungscoach-Ausbildung ergänzt die Ernährungsseite, und das Fitness Kombi Paket verbindet beide Wege zu zwei Diplomen.
Die Seite zur Ausbildung zum Personal Trainer zeigt den Aufbau im Detail. Für Vereine, die mehrere Personen weiterbilden wollen, ist eine Kooperationsanfrage über das Strategiegespräch möglich.
Wie wird aus Vereinserfahrung ein eigenes Angebot?
Manche Trainer wollen ihr Wissen über den Verein hinaus einsetzen, etwa als Athletik-Coach für mehrere Mannschaften oder als Personal Trainer neben dem Beruf. Das lässt sich nebenberuflich aufbauen. Birol Isik, Gründer der SNF Academy, leitet die Business Masterclass zu Selbstständigkeit, Kundengewinnung und Markenaufbau.
Mehr dazu auf der Seite Personal-Trainer-Ausbildung mit Business Masterclass. Individuelles Coaching mit Birol Isik ist auf Wunsch möglich, auch bei Fragen zur Zertifizierung. Wie der Beruf aussieht, zeigt der Artikel zum Beruf Personal Trainer.
Evidenz und Grenzen
Die Meta-Analysen zur Periodisierung betreffen Krafttraining und die maximale Kraft, nicht Mannschaftsathletik im Spielbetrieb. Die Übersicht zu kumulativer Belastung beruht auf elf Artikeln mit uneinheitlichen Messgrössen. Die Arbeit zu jungen Spitzenfussballern fand nur fünf Studien, zwei davon mit hoher Qualität.
Die Studien stammen überwiegend aus anderen Ländern als der Schweiz. Was in einer Studie gilt, passt nicht automatisch auf deinen Verein. Dieser Artikel ersetzt weder sportmedizinische Beratung noch ärztliche Abklärung. Coaching ist keine Diagnose, Therapie oder medizinische Beratung. Bei Schmerzen, Verletzungen oder Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände. Wir geben keine Heilversprechen.
So gehst du jetzt vor
Zeichne die Saison deines Vereins auf ein Blatt: Vorbereitung, Wettkampfphase, Übergang. Lege für jede Phase einen Schwerpunkt fest und plane eine kurze Einheit pro Woche für Athletik ein. Prüfe nach vier Wochen, was funktioniert, und passe an.
Wenn du fachlich tiefer einsteigen willst, vereinbare das Strategiegespräch zur Ausbildung. Wir klären mit dir, welche Ausbildung zu dir passt. Hinweise zu Auftritt und Equipment erhältst du bei onspire.ch: Wir beraten und unterstützen dich dabei. Mehr zum Gründer Birol Isik findest du auf birolisik.ch, Daniela Isik als Dozentin stellt sich auf danielalovric.ch vor. Die Ausbildungen laufen auf dem SNFA Campus.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine rechtliche, steuerliche oder ärztliche Beratung. Angaben zum Programm findest du auf der verlinkten Seite.











