In vielen Arztpraxen laufen heute Termine, Anmeldungen und Dokumente digital. Gleichzeitig reden Medien und Fachwelt über künstliche Intelligenz. Wer jeden Tag am Empfang oder im Sekretariat arbeitet, fragt sich zu Recht, was das für den eigenen Beruf bedeutet.
Dieser Artikel ordnet die Entwicklung ein, ohne Angst zu schüren und ohne Prognosen. Er zeigt, was Studien zu Digitalisierung und KI in der Grundversorgung sagen und wo ihre Grenzen liegen. Er erklärt auch, warum die Weiterbildung zum Ernährungscoach als zweites Standbein eine mögliche Antwort ist. Den Weg selbst beschreiben andere Beiträge dieser Reihe.
Was verändert die Digitalisierung in der Arztpraxis?
Praxen bieten Online-Termine, digitale Formulare und Nachrichtenkanäle an. Eine ethnografische Fallstudie in acht Hausarztpraxen in England mit Interviews zeigte, wie sich dadurch die Rolle am Empfang wandelt. Sie ist abwechslungsreicher und weniger repetitiv als früher. Neu kam die Aufgabe hinzu, Patientinnen und Patienten bei Online-Angeboten zu begleiten, die digitale Unterstützung (Stockwell et al. 2025).
Die Studie hielt auch fest, dass diese Rolle weitgehend ohne formale Schulung ausgeübt wird. Die Mitarbeitenden lernen meist von Kolleginnen am Arbeitsplatz. Die Autorinnen und Autoren schliessen, dass die benötigten Kenntnisse sich verändern und Folgen für Schulung und Zufriedenheit haben können.
Für dich heisst das: Der Beruf bleibt gefragt, aber seine Anforderungen verschieben sich. Wer Neues lernt, hat mehr Auswahl. Das gilt nicht nur für Technik, sondern auch für fachliche Weiterbildung in angrenzenden Feldern.
Was sagt die Forschung zu KI in der Grundversorgung?
Die Studienlage ist jung. Eine Befragung von 720 britischen Hausärztinnen und Hausärzten untersuchte, ob Technik künftig Kernaufgaben der Grundversorgung ersetzen könnte. Die Antworten zeigen Zurückhaltung. Viele sahen Kommunikation und Einfühlungsvermögen als menschliche Fähigkeiten, die Technik nicht ersetzt. Gleichzeitig erwarteten sie Effizienzgewinne, besonders bei der Verwaltungsarbeit (Blease et al. 2019).
Eine Umfrage ein Jahr nach dem Start von ChatGPT ergab, dass 20 Prozent der befragten Hausärztinnen und Hausärzte (205 Personen) generative KI im Praxisalltag einsetzten. Von denen, die nachfragten, nutzten 29 Prozent (47 Personen) sie, um Dokumentation nach Terminen zu erstellen (Blease et al. 2024).
Beide Arbeiten betreffen Ärztinnen und Ärzte in Grossbritannien und nicht Sekretariate in der Schweiz. Sie zeigen aber eine Richtung: Verwaltungs- und Dokumentationsaufgaben sind ein früher Anwendungsbereich für KI. Wie sich das konkret auf Berufe im Praxisbetrieb auswirkt, bleibt offen.
Wie ist die Debatte um wegfallende Stellen einzuordnen?
Du hast vermutlich gelesen, dass KI Stellen ersetze. Diese Aussage ist verkürzt. In der Forschung finden sich Hinweise auf beides. Eine dänische Studie zu Spitälern beschreibt, dass medizinische Sekretärinnen seit den 1930er-Jahren eine immer zentralere Rolle bei Gesundheitsdaten spielen. Mit elektronischen Patientendossiers und dem Versprechen automatisierter Daten sei der Beruf aber auch einem Risiko der Überflüssigkeit ausgesetzt gewesen. Die frühen Ergebnisse betonen zugleich die zentrale Rolle der Datenarbeit der Sekretärinnen (Knudsen und Bertelsen 2021).
Das ist ein vorsichtiges Bild. Aufgaben verändern sich, und Arbeit wird neu verteilt. Wie viele Stellen betroffen sein könnten, wissen wir nicht, und wir nennen deshalb keine Zahlen. Niemand sollte aus Studien dieser Art Prognosen für einzelne Personen ableiten.
Klug ist ein Mittelweg: Weder Panik noch Ignorieren. Wer heute etwas dazulernt, kann später aus mehr Möglichkeiten wählen. Das ist keine Aussage über Verdienst oder Karriere, sondern über Spielraum. Schon kleine Schritte zählen: ein Kurs, ein Modul, ein erstes Gespräch mit jemandem, der den Weg kennt.
Warum schafft ein zweites Standbein Sicherheit?
Ein zweites Standbein ist eine Fähigkeit oder ein Angebot, das unabhängig von einer einzelnen Stelle funktioniert. Es kann klein beginnen, etwa mit Beratungsgesprächen an einem Abend in der Woche. Es beruht auf Wissen, das du aufbaust und weitergeben kannst.
Ernährungscoaching ist dafür ein naheliegendes Feld. Es verbindet Gesundheitsnähe mit Gespräch, Planung und Begleitung, also mit Fähigkeiten, die du im Praxisalltag kennst. Gleichzeitig bleibt es klar von der Medizin abgegrenzt: Ernährungscoaches stellen keine Diagnosen und führen keine Therapien durch, wie der Beitrag Ernährungscoach: Prävention, Coaching und Abgrenzung erklärt.
Der Gedanke ist nicht neu. Wie sich die Ausbildung vor dem Hintergrund von KI einordnen lässt, erklärt der Beitrag KI und Ernährungscoach Ausbildung.
Welche Fähigkeiten bleiben menschlich?
Technik kann Termine sortieren und Texte erzeugen. Zuhören, Vertrauen aufbauen und Menschen im Alltag begleiten bleiben Sache von Menschen. Die erwähnte Befragung der Hausärzte legt nahe, dass Kommunikation und Empathie als zentrale menschliche Stärken gelten (Blease et al. 2019).
Für ein Coaching heisst das, dass ein Gespräch mehr ist als ein Informationsaustausch. Eine Kundin erzählt, was sie wirklich beschäftigt. Du hörst heraus, wo es klemmt, und schlägst kleine Schritte vor. Werkzeuge wie KI können dabei Texte vorbereiten oder Ideen sammeln, aber sie führen das Gespräch nicht an deiner Stelle.
- Zuhören und Nachfragen
- Vertrauen und Diskretion
- Alltagstaugliche Vorschläge statt allgemeiner Regeln
- Verbindlichkeit bei Terminen und Zusagen
- Verständliche Sprache für Fachbegriffe
Welche Chancen eröffnen sich durch digitale Kurse?
Digitalisierung wirkt nicht nur als Risiko. Sie öffnet auch Wege, Wissen zu teilen. Wer Ernährungswissen aufbaut, kann daraus digitale Kurse oder Videos entwickeln und sie Menschen weit über die eigene Region hinaus zeigen. Die Globalisierung macht das möglich, weil Reichweite nicht mehr an einen Ort gebunden ist.
Ein Beispiel: Du erklärst in kurzen Videos, wie sich ein Arbeitstag mit regelmässigen Mahlzeiten planen lässt. Daraus wird später ein kleiner Online-Kurs für Berufstätige. Wie so ein Weg aussieht, vermittelt die YouTube Masterclass von Daniela Isik. Sie ist ein möglicher Schritt nach der Ausbildung und keine Voraussetzung.
Dabei gilt: Reichweite ist kein Selbstläufer. Sie braucht Fachwissen, Beständigkeit und Geduld. Ein Angebot dieser Art entsteht schrittweise, nicht über Nacht. Wer neben dem Beruf startet, kann Themen testen, Rückmeldungen sammeln und das Angebot Schritt für Schritt schärfen. So wächst Erfahrung, ohne dass du dein Einkommen aufs Spiel setzt, und du entscheidest später mit mehr Wissen, wie gross dein zweites Standbein werden soll.
Wie nutzt du KI selbst sinnvoll, und wo liegen Grenzen?
Wer KI als Werkzeug versteht, gewinnt Zeit. Ein Textprogramm kann Entwürfe für Terminerinnerungen vorschlagen, lange Texte zusammenfassen oder Ideen für Mahlzeitenpläne sammeln. Du prüfst jedes Ergebnis und entscheidest selbst, was du verwendest.
Eine Grenze zieht der Datenschutz. Personenbezogene Gesundheitsdaten gehören nicht in frei zugängliche KI-Programme. Das gilt für Patientendaten in der Praxis ebenso wie für Angaben von Coaching-Kundschaft. Im Zweifel gibst du keine Namen, Diagnosen oder Details ein.
Eine zweite Grenze ist die Richtigkeit. KI-Programme formulieren überzeugend, aber nicht immer korrekt. Gerade bei Ernährungsthemen kursieren viele verkürzte oder falsche Aussagen. Wer fachlich fundiert ist, erkennt solche Fehler schneller. Das ist ein Grund mehr, Fachwissen aufzubauen, statt sich nur auf Werkzeuge zu verlassen.
Wer beides verbindet, hat einen Vorteil: Du kennst die Abläufe im Praxisbetrieb, nutzt Werkzeuge verantwortungsvoll und baust daneben ein Fachfeld auf, das auf Beziehung und Urteilskraft beruht.
Warum die Ernährungscoach Ausbildung der SNF Academy?
Die SNF Academy bildet seit vielen Jahren aus und arbeitet nach dem Prinzip, Wissen praxisnah zu vermitteln. Die Ausbildung zum Dipl. Ernährungscoach SNFA besteht aus neun Modulen, ist zu 100 Prozent online und gibt dir 365 Tage Zugang. Das Startdatum wählst du frei, die erste Online-Prüfung ist inklusive.
Die SNF Academy zeigt auch, wie sich Digitalisierung sinnvoll nutzen lässt. Mehr dazu steht im Beitrag SNF Academy und KI in der Bildung. Damit passt die Ausbildung zu Menschen, die den digitalen Wandel aktiv gestalten möchten, statt ihn nur zu erleben.
Auch für Sichtbarkeit im Netz gibt es Unterstützung. Wie Ernährungscoaches in KI-Suchsystemen auffindbar werden, beschreibt der Beitrag KI-Sichtbarkeit für Ernährungscoaches.
Das lernst du in der Ausbildung zum Ernährungscoach und Personal Trainer
Teilnehmende der Ausbildungen zum Dipl. Ernährungscoach SNFA und zum Dipl. Personal Trainer SNFA erfahren dazu mehr. Diese Themen sind für Berufsleute in Praxis und Büro besonders relevant:
- Krafttraining und Muskelaufbau: Wie Belastung und Ernährung zusammenspielen.
- Regeneration: Schlaf, Pausen und Mahlzeiten als Gegengewicht zu langen Bildschirmtagen.
- Fitness: Wie Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit den Alltag unterstützen.
- Korrekte Übungsausführung: Wie du Bewegungen sicher erklärst.
- Trainingsplan: Wie du Training und Mahlzeiten in die Woche einbaust.
- Nahrungsergänzung: Was sie kann und was nicht, ohne Dosierungsempfehlungen aus eigener Hand.
Die Ernährungscoach Ausbildung der SNF Academy setzt den Schwerpunkt auf Ernährung und Beratung. Wenn dich auch das Training interessiert, ist die Personal-Trainer-Ausbildung in der Schweiz die passende Ergänzung. Die Personal-Trainer-Ausbildung ist durch QualiCert geprüft und anerkannt. Absolventinnen und Absolventen verfügen über vertieftes Wissen und können Kunden im Fitnessstudio, im Outdoor-Training oder in Sportvereinen professionell beraten und betreuen. Wir empfehlen unseren Teilnehmenden, erste praktische Erfahrungen im Fitnessstudio zu sammeln und sich laufend weiterzuentwickeln. Nach der Ausbildung kannst du dich durch QualiCert zertifizieren lassen. Bei Fragen nimm unverbindlich Kontakt mit unseren Expertinnen und Experten auf. Das Diplom ist auf NQR Level 4 eingestuft.
Das Fitness Kombi Paket verbindet beide Wege zu zwei Diplomen, und im Kombi-Paket im Shop kannst du es buchen.
Evidenz und Grenzen
Die Studien zu KI stammen aus Grossbritannien und betreffen Ärztinnen und Ärzte, nicht Sekretariate in der Schweiz. Die Befragungen geben Einschätzungen und Nutzungsangaben wieder und lassen keine Aussage über die Zukunft einzelner Berufe zu. Die dänische Untersuchung beschreibt Spitäler und frühe Einblicke.
Die Fallstudie zu Empfangsrollen betrifft acht Praxen in England. Wir geben keine Prognosen und keine Heil- oder Erfolgsversprechen. Wer gesundheitliche Beschwerden hat, klärt sie mit Ärztin oder Arzt.
So gehst du jetzt vor
Notiere, welche Aufgaben in deinem Alltag sich bereits digital verändert haben und welche nicht. Überlege dann, welche menschlichen Stärken du ausbauen möchtest. Das gibt dir Klarheit, bevor du entscheidest.
Im Strategiegespräch zur Ausbildung klären wir mit dir, welcher Weg zu dir passt. Wer später ein Angebot aufbauen möchte, kann die Business Masterclass von Birol Isik besuchen, die Positionierung, Marketing und Kundengewinnung umfasst. Mehr dazu steht auf der Seite Selbstständig als Ernährungscoach.
Für Auftritt, Branding und Technik findest du Unterstützung bei onspire.ch: Wir beraten und unterstützen dich dabei. Mehr zum Gründer Birol Isik steht auf birolisik.ch, Daniela Isik als Dozentin stellt sich auf danielalovric.ch vor. Die Ausbildungen laufen auf dem SNFA Campus.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine rechtliche, steuerliche oder ärztliche Beratung. Angaben zum Programm findest du auf der verlinkten Seite.











