Wie diese Auswertung entstanden ist
Für diesen Artikel wurden 25 aktuelle, namentlich erfasste Stelleninserate von Schweizer Arbeitgebern gesichtet – von klassischen Fitnessstudios wie Holmes Place und Kieser Training bis zu CrossFit-Boxen, Boutique-Anbietern, Hotels mit Wellnessbereich und Corporate-Fitness-Anbietern. Wichtig für die Einordnung: Das ist eine erste, qualitative Sichtung mit Klarnamen, keine statistisch repräsentative Vollerhebung des gesamten Schweizer Marktes. Die Zahlen zeigen, was in den vorliegenden Kurzbeschreibungen der Inserate explizit genannt wird – nicht, was einzelne Arbeitgeber darüber hinaus vielleicht zusätzlich verlangen, aber nicht ausgeschrieben haben. Für die geplante grössere Stichprobe gilt zudem eine Sampling-Regel: maximal drei Inserate pro Arbeitgeber, damit einzelne Ketten mit vielen Filialausschreibungen das Bild nicht verzerren.
Was in den Stelleninseraten am häufigsten steht
Am häufigsten genannt wird Kundenbetreuung – in 11 der 25 gesichteten Inserate, von der klassischen Mitgliederbetreuung bei Kieser Training bis zur Kundenreise bei tone. / Now Meditation. Dicht dahinter folgen Personal Training im engeren Sinn (1:1-Betreuung) und Gruppentraining, mit je 7 von 25 Nennungen. Eine explizit verlangte Ausbildung taucht in 6 von 25 Inseraten auf, etwa bei Movement Lab, RE4MER Training oder Hotel Schweizerhof Lenzerheide.

Einige Beispiele zeigen, wie eng Fachkompetenz und Coaching-Kompetenz in der Praxis zusammenhängen: Movement Lab in Baden-Dättwil verlangt neben der Fitness-Trainer-Ausbildung ausdrücklich BLS-AED, Trainingsplanung, Personal Training und Gruppenarbeit. RE4MER Training in Biel/Solothurn verbindet eine Fitness- bzw. Group-Fitness-Ausbildung mit mindestens 50 Unterrichtsstunden mit Kundenbetreuung, Kundengewinnung und Marketingaktionen. Fitness & Racket Park in Dielsdorf verlangt Trainingspläne und Mitgliederbetreuung ebenso wie Verkauf und Marketing zur Kundengewinnung. Und Holmes Place Switzerland kombiniert die zwingende PT-Ausbildung ausdrücklich mit PT-Verkauf, Neukundenakquise und Kommunikationskompetenz.
Neun Arbeitsfelder statt nur "Fitnessstudio"
Die Stichprobe zeigt: Wer als Personal Trainer sucht, sollte nicht nur an das klassische Fitnessstudio denken. Neun unterschiedliche Arbeitsfelder tauchen in den 25 Inseraten auf.
Klassisches Fitnessstudio
Holmes Place, Kieser Training, Letsgo Fitness, Sport-Fitness-Center Schumacher AG – Mitgliederbetreuung, Trainingsplanung und oft Verkauf im Fokus.
Selbstständiges Personal Training
absolut-you.ch, Domicil'Gym Schweiz – hochwertiges 1:1-Coaching mit spürbar mehr Eigenverantwortung als im Studio-Angestelltenverhältnis.
Boutique Fitness
Velocity Switzerland, tone. / Now Meditation – kleinere, spezialisierte Kurskonzepte mit starkem Community- und Markencharakter.
CrossFit
CrossFit Jackhammer in Schönenbuch – funktionelles Training, Coaching und Gruppentraining in einem eigenen Studiotyp.
Gesundheitszentrum
Praxis Complimed in Freienbach – individualisierte und Gruppen-Trainingsprogramme in einem interdisziplinären Gesundheitsumfeld.
Corporate Fitness
High Five Health Promotion in Zürich – 1:1-Programme, Assessments und Reporting für Firmenkunden.
Hotel & Wellness
Hotel Schweizerhof Lenzerheide, The Alpina Gstaad / Six Senses Spa – Fitnesscoaching kombiniert mit Gastfreundschaft und Spa-Kompetenz.
Online Coaching
The Performance Code – Training, Ernährung und Coaching von Führungskräften, wo Erfahrung mehr zählt als eine bestimmte Zertifizierung.
Einstiegs- und Trainee-Stellen
Mrs.Sporty, HALO HEALTH GmbH – explizite Einstiegspfade, bei denen jahrelange Berufserfahrung ausdrücklich nicht zwingend ist.
«Das Diplom ist die Eintrittsvoraussetzung – aber das Berufsbild besteht aus deutlich mehr als reiner Trainingslehre. Wer nur die Fachausbildung mitbringt, deckt oft nur die Hälfte dessen ab, was Schweizer Arbeitgeber tatsächlich verlangen.»
Fachwissen allein reicht selten
Nur Fachwissen
Trainingslehre allein
Anatomie, Übungsausführung und Trainingsplanung beherrschen – ohne Blick auf Kundenumgang, Kommunikation oder Kundengewinnung.
Was Arbeitgeber zeigen
Fachwissen + Coaching-Kompetenz
Ausbildung als Basis, dazu Kundenbetreuung, Kommunikation, teils Verkauf und Kundengewinnung – je nach Arbeitsfeld unterschiedlich gewichtet.
Für wen diese Auswertung besonders relevant ist
Die 25 gesichteten Inserate richten sich an sehr unterschiedliche Ausgangslagen. Zehn Beispiele, wie das konkret aussehen kann:
Quereinsteigerin 40+
Aus dem Bürojob, Reinach BL
Wechselt nach Jahren im Verkaufsinnendienst in den Fitnessbereich – ihre Kommunikations- und Kundenerfahrung deckt bereits einen Teil der Anforderungen ab.
Ehemaliger Leistungssportler
Aus Pratteln
Bringt Trainingserfahrung mit, aber kein Diplom – für ihn ist die Ausbildung der fehlende Baustein, um sich für Stellen wie bei Movement Lab zu qualifizieren.
Physiotherapeutin
Aus Allschwil
Sucht eine Zusatzqualifikation Richtung Corporate Fitness oder Gesundheitszentrum, wo ihr medizinisches Vorwissen direkt anschlussfähig ist.
Fitnessstudio-Mitarbeiterin ohne Diplom
Aus Münchenstein
Arbeitet bereits an der Rezeption eines Studios und will mit der Ausbildung in eine Trainer- oder PT-Rolle wechseln.
CrossFit-Athlet
Aus Binningen
Trainiert seit Jahren selbst in einer Box und möchte diese Leidenschaft in eine Coach-Stelle wie bei CrossFit Jackhammer umwandeln.
Berufseinsteigerin nach der Schule
Aus Dornach
Sucht einen expliziten Einstiegspfad wie ein Praktikum oder eine Trainee-Stelle, bei dem Berufserfahrung ausdrücklich nicht zwingend ist.
Hotelfachfrau mit Fitness-Faible
Aus Grenchen
Möchte Gastfreundschaft und Fitnesscoaching verbinden – Stellen im Hotel- und Wellnessbereich passen genau zu diesem Profil.
IT-Fachmann mit Fitness-Hobby
Aus Moutier
Denkt über einen kompletten Berufswechsel nach und prüft, ob ein Nebenerwerb als Personal Trainer der richtige erste Schritt ist.
Mutter nach der Erwerbspause
Aus Porrentruy
Sucht ein Teilzeitpensum ab 40–60 %, wie es mehrere der gesichteten Inserate ausdrücklich anbieten.
Angehende Selbstständige
Aus Uetikon am See
Will von Anfang an eigene Kundinnen und Kunden aufbauen statt sich fest anstellen zu lassen – ein Modell wie bei absolut-you.ch oder Domicil'Gym Schweiz.
Wo in der Schweiz Personal-Trainer-Stellen ausgeschrieben werden
Die gesichteten Inserate stammen nicht nur aus den grossen Zentren. Neben Zürich, wo mit Holmes Place, Kieser Training, High Five Health Promotion, Letsgo Fitness, tone. / Now Meditation, Velocity Switzerland und Mom in Balance auffällig viele Stellen ausgeschrieben sind, tauchen ebenso Stellen aus kleineren und mittleren Orten auf. In Meilen und Männedorf am Zürichsee finden sich vergleichbare Boutique- und Studio-Konzepte, ebenso in Stäfa. Im Kanton Schwyz ist mit Mrs.Sporty Baar ein Teilzeitmodell in Pfäffikon SZ naheliegend, während im Zürcher Unterland Orte wie Bassersdorf, Embrach, Oberglatt und Niederglatt im Einzugsgebiet von Studios wie Fitness & Racket Park in Dielsdorf liegen. Auch im Grenzgebiet zum Bodensee, etwa in Thayngen und Diessenhofen, sind Fitnessstudios auf Personal-Trainer-Nachwuchs angewiesen, auch wenn sie in dieser Stichprobe nicht direkt vertreten sind. Movement Lab liegt in Baden-Dättwil, discountfit company AG in Düdingen, FitActive in Mendrisio – der Markt ist über die ganze Deutschschweiz und die Romandie verteilt, wo Domicil'Gym Schweiz in Genf und der Westschweiz aktiv ist.
Bereit für den nächsten Schritt?
Starte die QualiCert-geprüfte Personal-Trainer-Ausbildung der SNF Academy – mit Diplom, flexibel neben dem Beruf.

















