Ananas - Vollgeladen mit Energie
Der fruchtig-erfrischende Geschmack der Ananas ist nicht der einzige Grund, weshalb wir dieser tropischen Frucht unsere Aufmerksamkeit schenken sollten. Die Ananas ist eine wahre Vitaminbombe und liefert zudem in ihrer natürlichen Form eine unglaubliche Menge an Mineralstoffen und wertvollen Enzymen. Die Indianer schätzen die gesundheitsfördernde Wirkung der zahlreichen Inhaltsstoffe der Ananas seit hunderten von Jahren und gaben ihr den Namen „Geschenk der Götter“.
Christoph Columbus entdeckte die Frucht 1493 auf der Antilleninsel Guadeloupe und brachte sie mit nach Europa. Auch die damaligen Seefahrer schätzten die tropische Frucht dank ihrer Haltbarkeit sehr. Ein grosses Problem war während der langen Seefahrten der Mangel an Vitamin C, was häufig zu Skorbut und zum Tod führte. Da die Ananas bis zu 20 Tage nach der Ernte essbar ist, war sie für Seefahrer ein Segen. Heute gibt es weltweit 80 bis 100 verschiedene Sorten und die Frucht ist ausgesprochen vielseitig.
Vitaminbombe Ananas
Die Ananas enthält viele Vitamine, vor allem Vitamin C, das zu einer normalen Funktion des Immunsystems beiträgt. Die Vitamine A, C und E sind wichtige Radikalfänger, sogenannte Antioxidantien.
Was sind eigentlich freie Radikale?
Aus chemischer Sicht sind freie Radikale Teile von sauerstoffhaltigen Molekülen, welche durch unterschiedliche Ursachen aufgespalten wurden und im Körper für oxidativen Stress sorgen. Ursachen dafür sind einerseits eine Überlastung der Mitochondrien, also der Kraftwerke unserer Zellen, sowie physikalische oder chemische Einflüsse wie beispielsweise UV-Strahlung, Medikamente, Alkohol, Zigaretten, Stress, Pestizide, Herbizide und Chemikalien in der Luft. Da sich bei freien Radikalen durch die Zerstörung des Moleküls ein Atom mit einem ungepaarten Elektron an der Bruchstelle befindet, sorgen die freien Radikale für viel Unheil in unserem Körper.
Der Grund dafür liegt darin, dass die gespaltenen Moleküle nicht gerne gespalten sind und sich somit die fehlenden Teile aus ganzen Molekülen herausreissen. Das fehlende Elektron wird dabei beispielsweise aus der Zellmembran, aus Proteinen oder sogar aus der DNA gerissen. Dieser Elektronenraub wird als Oxidation bezeichnet und sorgt wiederum für neue freie Radikale, da nun das beschädigte Molekül ebenfalls wie ein freies Radikal agiert und andere Moleküle angreift. Ein wahrer Teufelskreis mit einer scheinbar nicht endenden Kettenreaktion.
Nun könnte man meinen das sei ja nicht so schlimm, da die Moleküle am Ende dieses Prozesses ja wieder ganz seien. Dem ist aber leider nicht so. Durch die molekularen Veränderungen kann die DNA geschädigt werden, wodurch die Zellteilung nicht mehr reibungslos verlaufen kann, was sowohl zu degenerativen Erkrankungen, wie auch zu Krebs führen kann. Da dies ein sehr komplexes Thema ist, werde ich auf das Thema Krebs in einem separaten Blog eingehen. Wichtig ist hier für den Laien nur folgendes zu verstehen: die Kettenreaktion kann beendet werden.
Freie Radikale und der ewige Krieg
Freie Radikale wirken so lange im Körper, bis sie gestoppt werden, und genau hierfür sind Antioxidantien zuständig. Sie können freie Radikale binden und unschädlich machen. Oxidativer Stress wird mit Alterungsprozessen und verschiedenen Krankheiten in Verbindung gebracht. Ob zusätzliche Antioxidantien, etwa als Präparat, Krankheiten wie Krebs oder Demenz vorbeugen, ist allerdings nicht belegt: Ein Cochrane-Review fand bei Antioxidantien-Präparaten keinen Schutz vor vorzeitigem Tod (Bjelakovic et al., 2012). Rauchen, Alkohol, Umweltgifte und Stress erhöhen die Menge an freien Radikalen; schon ein einziger Zug an einer Zigarette setzt eine enorme Zahl davon frei.
Wenn nun jemand denkt er müsse sich nicht schützen, da er weder Alkohol trinkt, noch Zigaretten raucht und kaum gestresst ist, muss ich ihn leider enttäuschen, denn freie Radikale entstehen auch als Abfallprodukt bei der Atmung. Die Verwertung von Sauerstoff führt unweigerlich zur Produktion freier Radikaler, weshalb wir immer auf Antioxidantien angewiesen sind. Der Spruch „Sport ist Mord“ ist also gar nicht so verkehrt, wenn man sich nicht mit genügend Antioxidantien schützt.
Denn beim Sport wird mehr Sauerstoff verbraucht und somit auch mehr freie Radikal freigesetzt. Für einen Sportler ist daher eine erhöhte Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen notwendig, um langfristig gesund zu bleiben und von der sportlichen Aktivität zu profitieren. Dies erklärt auch, das oftmals ungesunde Aussehen von Bodybuildern (mal abgesehen von der Auswirkung von weiteren Hilfsmitteln), welche sich ausschliesslich von Reis und Hühnchen ernähren und sich über die positiven und starken Auswirkungen von Vitaminen und Mineralstoffen, sowie sekundären Pflanzenstoffen nicht bewusst sind – wahrscheinlich weil diese einfach zu klein sind. :)
Wo finde ich denn nun Antioxidantien?
Bestimmt nicht in Fast Food, Fertiggerichten oder Süssigkeiten und auch nicht in Weissbrot. Antioxidantien sind insbesondere in naturbelassenen, unverarbeiteten Lebensmitteln wie Gemüse, Früchten, Wurzeln, Samen, Sprossen, Nüssen und in naturbelassenen Ölen enthalten, welche weder zu lange gelagert, noch zu weit transportiert oder zu stark erhitzt wurden. Viele Antioxidantien gehen beim starken Erhitzen teilweise verloren.
Zu den wichtigsten Antioxidantien gehören:
- Vitamin C
- Vitamin E
- OPC
- Zink
- Eisen
- Selen
- Glutathion
- Flavonoide
- Carotinoide
- Sulforaphan (in Kreuzblütengewächsen wie z.B. Blumenkohl, Brokkoli, Rosenkohl, Kohlrabi usw. enthalten)
- Allicin (im Knoblauch enthalten – siehe auch meinen Blog über Knoblauch)
- u.w.
Vollwertige Ernährung
Eine vollwertige Ernährung ist auch daher sinnvoll, weil diese Antioxidantien nicht nur isoliert, sondern auch interaktiv zusammenwirken. So liefert beispielsweise Vitamin E den freien Radikalen ein Elektron, um diese unschädlich zu machen. Dies führt jedoch dazu, dass auch das Vitamin E kurzfristig zu einem freien Radikalen wird, da ihm nun ein Elektron fehlt. Hier schafft unter anderem das Vitamin C Abhilfe, indem es sein Elektron „spendet“, damit Vitamin C nun nicht selbst zu einem freien Radikalen wird, kommt das schwefelhaltige Tripeptid Glutathion ins Spiel. Dieses „recyclet“ das Vitamin C, damit es wieder als Radikalfänger eingesetzt werden kann.
Glutathion ist dabei eines der stärksten Antioxidantien und kann vom Körper in der Leber selbst hergestellt werden, sofern die dafür notwendigen Baustoffe vorhanden sind. Diese Baustoffe sind Schwefel, sowie die Aminosäuren L-Glutaminsäure, L-Cystei und Glycin. Daher sollte auf eine genügende Zufuhr von Schwefel (z.B. enthalten in MSM), sowie von Eiweiss geachtet werden. Genügend bedeutet hier aber nicht, dass man es gleich übertreiben sollte, denn die Verstoffwechselung von Eiweiss führt ihrerseits zu einer Säurebildung. Zu viel Eiweiss bedeutet daher eine Übersäuerung, was genauso schädlich ist, wie zu viele freie Radikale. Wie Du siehst hängt alles mit allem zusammen, was die Sache sehr komplex macht. Gerne werde ich in weiteren Blogs darauf eingehen, welche Eiweisslieferanten aus meiner Sicht geeignet sind und weshalb ich vom Verzehr von Fleisch und Milchprodukten abrate.
Kommen wir nun wieder zur Ananas, denn sie hat noch viel mehr zu bieten.
Entsäuerung & Entschlackung des Körpers
Entsäuerung, Entschlackung, Entgiftung – überall wird mit diesen Worten umhergeworfen, um Produkte zu verkaufen. Aber die Wenigsten erklären, was dies genau bedeutet. Wahrscheinlich weil viele die Zusammenhänge selbst nicht richtig erkennen und sich solche Begriffe marketingtechnisch einfach gut anhören. Das Wissen über die Folgen einer Übersäuerung, die dadurch verursachte Blockaden der biochemischen Prozesse im Körper und die Notwendigkeit einer Entsäuerung bleibt vielen jedoch verwehrt. Ohne zu weit auszuholen, möchte ich daher auf eine einfache und verständliche Art erläutern, was mit Übersäuerung genau gemeint ist. Unser Blut, welches für den Transport von Nährstoffen und Sauerstoff verantwortlich ist, hat einen bestimmten PH-Wert. Dieser Wert zeigt an wie das Milieu im Blut ist.
PH Wert im Detail
Die PH-Skala reicht von 1 – 14, wobei 7 neutral ist. Ein PH-Wert unter 7 bedeutet sauer und ein PH-Wert über 7 bedeutet basisch. Damit die biochemischen Reaktionen im Körper reibungslos stattfinden können bedarf es eines leicht basischen/alkalischen Blutes von 7.35 – 7.45. Wenn dieser Wert gegeben ist, kann alles wie vorgesehen stattfinden, sofern die dazu notwendigen Ressourcen wie beispielsweise Vitamine, Mineralstoffe, Proteine und gesunde Fette vorhanden sind. Die Proteine und Fette sind die Bausteine unseres Körpers. Damit diese jedoch an den richtigen Stellen verbaut werden, bedarf es an Mitarbeitern, welche diese Arbeit verrichten. Nachdem Enzyme die Nahrungsbestandteile in ihre kleinsten Teile zerlegt haben, können diese weiterverarbeitet werden. Die Mitarbeiter für diese Weiterverarbeitung sind dabei die Vitamine, Mineralstoffe, sekundären Pflanzenstoffe, sowie Hormone.
Herrscht auf der «Baustelle» ein angenehmes Klima (also ein pH-Wert von ca. 7.4), können die Mitarbeiter ungestört ihre Arbeit verrichten. Der Körper hält den pH-Wert des Blutes mit Puffersystemen, Lunge und Nieren sehr eng in diesem Bereich. Eine echte Übersäuerung des Blutes (Azidose) ist ein medizinischer Notfall und entsteht meist durch Krankheiten, nicht durch die Ernährung. Dass eine «Übersäuerung» durch die Ernährung Zivilisationskrankheiten verursacht, ist wissenschaftlich nicht belegt (Fenton & Huang, 2016).
Was hinter dem Begriff «Übersäuerung» steckt
Als Ursachen für eine «Übersäuerung» werden oft Stress, ungesunde Ernährung, Zigaretten, Umweltgifte, viel Eiweiss und ein Ungleichgewicht im Mineralstoffhaushalt genannt. Die Vorstellung, dass der Körper dafür Kalzium aus Knochen und Zähnen holt und so Osteoporose entsteht, konnte in einer Meta-Analyse nicht bestätigt werden (Fenton et al., 2011).
Säuren werden vom Körper neutralisiert und über Lunge und Nieren ausgeschieden. Die Vorstellung von «Schlacken», die sich im Körper ablagern, ist wissenschaftlich nicht belegt. Nierensteine und Gicht haben andere, gut untersuchte Ursachen: Bei Gicht zum Beispiel lagert sich Harnsäure in Form von Kristallen in den Gelenken ab. Harnsäure entsteht unter anderem beim Abbau von Purinen, die zum Beispiel in Fleisch vorkommen.
Säuren, Gicht und Nierensteine
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse ist sinnvoll, und die Ananas kann ein Teil davon sein. Dass sie den Körper «entsäuert» und «Schlacken löst», ist jedoch nicht belegt.
Weiter unten in diesem Blog findest Du eine Übersicht über die wichtigsten Vitamine, Mineralstoffe und sekundären Pflanzenstoffe, sowie weiteren Bestandteilen der Ananas. Es würde den Rahmen dieses Blogbeitrages sprengen, auf die Auswirkung und den gesundheitlichen Nutzen der einzelnen Vitalstoffe einzugehen. Auf ein einzigartiges Enzym namens Bromelain möchte ich jedoch noch kurz eingehen. Bei dem verdauungsfördernden, eiweissspaltenden Enzym namens Bromelain handelt es sich eigentlich nicht um ein einzelnes Enzym, sondern um ein Enzymgemisch aus verschiedenen Enzymen. Diesen Enzymen wird neben ihren eiweissspaltenden Eigenschaften auch eine entzündungshemmende und abschwellende Wirkung zugeschrieben (Maurer, 2001).
Beseitigung von Schwellungen
Eine Schwellung entsteht, wenn nach einer Verletzung Eiweissbestandteile zusammen mit Flüssigkeit aus den verletzten Lymph- und Blutgefässen in das Gewebe austreten. Bromelain soll hier helfen, indem es Eiweissbausteine aufspaltet und den Abtransport der Flüssigkeit unterstützt. Studien, etwa nach chirurgischen Eingriffen, deuten auf eine abschwellende Wirkung hin (Übersichtsarbeit 2017).
Bromelain und die Blutgefässe
Bromelain wird auch im Zusammenhang mit Arteriosklerose diskutiert, also Ablagerungen an den Gefässwänden, die zu Bluthochdruck und im schlimmsten Fall zu einem Herz- oder Hirninfarkt führen können. Für eine vorbeugende oder heilende Wirkung beim Menschen gibt es jedoch keine ausreichenden Belege. Arteriosklerose gehört in ärztliche Behandlung.
Bromelain, Krebsforschung und Immunsystem
Bromelain wird auch in der Krebsforschung untersucht. In Labor- und Tierstudien zeigte es Wirkungen auf Tumorzellen und Immunzellen (Maurer, 2001). Für eine Vorbeugung oder Behandlung von Krebs beim Menschen ist das nicht belegt; eine Krebstherapie gehört immer in ärztliche Hände.
Zudem wird Bromelain eine Wirkung auf die Verdauung zugeschrieben, da es Eiweisse spaltet. In einer placebokontrollierten Studie beeinflusste Bromelain nach der Einnahme bestimmte Immunparameter; ob sich daraus ein spürbarer Nutzen für die Abwehrkräfte ergibt, ist nicht ausreichend belegt.
Die Ananas enthält zudem Stoffe wie Vanillin, Serotonin und dessen Grundbaustein Tryptophan. Eine stimmungsaufhellende oder aphrodisierende Wirkung durch den Verzehr ist allerdings nicht belegt.
Fit und gesund mit Ananas
Wie Du sehen kannst gibt es jeden Grund dazu die Ananas in deinen Speiseplan zu integrieren. Wichtig ist aber, dass diese nicht weiterverarbeitet oder konserviert wurde. Von den oben erwähnten Vorteilen profitiert man nur beim Verzehr einer frischen Ananas, nicht jedoch bei der stark konservierten Ananas aus der Dose. Natürlich verliert die Ananas durch den Transport und die Lagerung ebenfalls an Qualität und ist nicht gleich hochwertig wie diejenigen, welche direkt nach der Ernte verzehrt werden, jedoch liefert sie trotzdem noch Mikronährstoffe und Enzyme, von welchen der Körper profitieren kann.
Untenstehend findest Du wieder eine Liste, welche die Wirkung, die Einsatzgebiete, sowie die Inhaltsstoffe und Anwendung zusammenfasst.
Ananas: Eigenschaften im Überblick
- Liefert Vitamin C für das Immunsystem
- Antioxidativ
- Entzündungshemmend (Bromelain, wird untersucht)
- Abschwellend (Bromelain, wird untersucht)
- Verdauungsfördernd
Ananas Übersicht Inhaltsstoffe
- Vitamine, vor allem Vitamin C, dazu B-Vitamine
- 16 Mineralstoffe (u.a. Magnesium, Kalzium, Kalium, Natrium, Eisen, Phosphor, Zink, Jod usw.)
- Enzyme und Coenzyme (z.B. Bromelain)
- Fruchtsäuren (z.B. Zitronensäure, Glucuronsäure, Ferulasäure, Pantothensäure, Salicylsäure u.w.)
Ananas Übersicht Anwendung
- Als Nachtisch nach einer eiweisshaltigen Speise einpaar Stück essen oder ein Glas frischen Ananassaft trinken oder zwischendurch (Achtung: nicht zu oft, da dies zu einer Insulinausschüttung kommt)
Wichtig:bei empfindlichem Magen oder Leberkrankheiten darauf achten, dass die Ananas sehr reif und süss ist, da ansonsten zu viele Fruchtsäuren enthalten sein könnten
Weiterführende Links:
Persönlichkeitsentwicklung Coaching
Mentaltraining Birol Isik
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.

















